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Servus Österreich

Während des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos hat die Sicherheit höchste Priorität. Dafür arbeiten die Armeen der Schweiz und Österreich im Auftrag der Behörden zusammen. So reist etwa Oberstleutnant i Gst Marcel Beer nach Österreich. CUMINAIVEL hat mit dem Bündner vor seiner Abreise gesprochen.

15.01.2024 | CUMINAIVEL | RB


Herr Oberstlt i Gst Marcel Beer, was macht ein Schweizer Offizier während des WEF in Österreich?

Es geht darum, die Sicherheit zugunsten des WEF auch über die Landesgrenzen hinweg sicherstellen zu können. Dazu tauschen die Territorialdivision 3 und das Militärkommando Tirol vom österreichischen Bundesheer ihre Verbindungsoffiziere aus. Ich reise nach Innsbruck, während im Gegenzug österreichische Kameraden in Graubünden stationiert sein werden.

Wieso ist das notwendig?

Der Luftraum Davos liegt nur unweit der schweizerisch-österreichischen Grenze entfernt. Daher müssen beide Landesseiten überwacht werden, um die Sicherheit gewährleisten zu können. Gibt es Koordinationsbedarf, etwa im Falle eines Flugzeugabsturzes im grenznahen Gebiet, müssen wir zusammen schnell reagieren. Mit diesem Austausch der Offiziere können wir unsere Kräfte besser bündeln und kurze Kommunikationswege gewährleisten.

Auf was freuen Sie sich besonders in Österreich?

Ich finde es äusserst spannend, einen Eindruck zu bekommen, wie die Prozesse beim österreichischen Bundesheer ablaufen. Davon verspreche ich mir wertvolle Eindrücke, die mir bei der eigenen Tätigkeit in der Schweizer Armee weiterhelfen werden. Natürlich werde ich die gemachten Erfahrungen nicht einfach nur für mich behalten, sondern diese sehr gerne bei uns armeeintern weitergeben. Der Austausch zwischen Österreich und der Schweiz hat somit einen zweiten Affekt: Das Lernen und Weitergeben von neuen und guten Einsichten und Erfahrungen.

Haben Sie bereits vergleichbare Eindrücke in einer anderen Armee gemacht?

Nein, obwohl ich schon viele Jahre im Dienst bin, wird der Besuch beim österreichischen Bundesheer mein erster Auslandeinsatz sein. Ich bin sehr gespannt, was mich in Österreich erwarten wird. Für mich wird es eine neue Lebenserfahrung sein, die mich persönlich und militärisch weiterbringt. Das ich das machen darf, ist ein Privileg und dafür bin ich dankbar.

Es ist auch ein Privileg, die Schweizer Armee-Uniform in einem anderen Land tragen zu dürfen. Was bedeutet Ihnen das?

Ich freue mich, meinen Dienst für die Schweizer Armee auch im Ausland leisten zu dürfen. Einige der österreichischen Kameraden kenne ich bereits von ihren Besuchen bei uns in der Schweiz, deshalb tauche ich nicht völlig in eine für mich fremde Welt ein. Darüber bin ich froh. Es ist wichtig, Kontakte zu haben. Das macht das Ganze etwas einfacher. Was die Uniform angeht: Diese trage ich natürlich mit viel Stolz und werde sie unseren österreichischen Kameradinnen und Kameraden gerne präsentieren (lacht).

Wie wichtig sind Partnerschaften über die Landesgrenzen hinweg?

Es ist wichtig, dass man seine Nachbarn kennt. Egal ob im militärischen oder zivilen Leben, gute nachbarschaftliche Beziehung sollten gepflegt werden. Sollte etwas passieren, kann Hilfe von aussen in Anspruch genommen werden. Gemeinsam stark zu sein, ist gerade in heutiger Zeit, etwas sehr wertvolles. Wir dürfen uns glücklich schätzen, in keine ernsthaften Krisen involviert zu sein. Hoffen wir, dass es so bleiben wird.

Und wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den österreichischen Kameraden?

Die Zusammenarbeit an den vergangenen WEF hier in Graubünden habe ich stets als ausgezeichnet erlebt. Auch von meinen Schweizer Offizierskameraden, die schon einmal in Österreich waren, habe ich nur Positives gehört. Daher kann ich beruhigt nach Innsbruck fahren. In diesem Sinn: Servus und bis bald!


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