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NLAW, Mini Drohnen und neue RLV - Ein spannender Dienst geht zu Ende

Das Gebirgsinfanteriebataillon 48 hat den Fortbildungsdienst mit der Fahnenabgabe offiziell beendet. Im Fokus der Ausbildungen stand dieses Jahr das Führen des Gefechts im überbauten und gekammerten Gelände. So wurden die Infanterieaufgaben bis auf Stufe Bataillon trainiert sowie neue panzerbrechende Waffen und Drohnen ein-geführt. Das Minenwerferschiessen und die Pflege der Kameradschaft kamen ebenfalls nicht zu kurz.

26.01.2023 | PIO Geb Inf Bat 48, Hptm Kevin Hofstetter

Verwundeter mit Tourniquet - Geb Inf Bat 48
Ein Verwundeter leitet mit dem Tourniquet erste Massnahmen ein.

Nachdem der Traditionsverband im vergangenen Jahr die Sicherheit am Boden des WEFs sicherstellte, durfte er sich dieses Jahr auf die Kernkompetenz konzentrieren. Der Fokus der diesjährigen Dienstleitung die vom 09.01.2023 – 27.01.2023 in der Region rund um Walenstadt stattfand, wurde auf den Einsatz im hohem Gewaltspektrum gerichtet.

Das Geb Inf Bat 48 startete mit viel Schwung ins neue Jahr. Alsbald die Fahne übernommen wurde, starteten die ersten Ausbildungssequenzen. Wichtige Grundlagen wie z.B. der Umgang mit der persönlichen Waffe, das Durchführen von Checkpoint Kontrollen, sowie die Funk- und Sanitätsausbildung wurden trainiert, um bei Bedarf als taktische Reserve beim WEF eingesetzt zu werden.

In der ersten WK Woche lag der Fokus auf der Einführung von neuen panzerbrechenden Waffen, Mini Drohnen und Restlichtverstärkern für den Einsatz bei schlechtem Licht. Letztere waren seit 1995 im Einsatz. Entsprechend gross ist der technologische Fortschritt. Die Truppe freute sich über die Modernisierung und die damit einhergehende Verbesserung.

Die zweite WK Woche wurde mit winterlichen Temperaturen und herrlichem Schneefall eingeläutet. Dies störte den Ausbildungsablauf keines Wegs. Die zahlreichen Fahrer waren sich den winterlichen Verkehrsbedingungen bereits gewohnt und das Anlegen der Winterketten war mittlerweile reine Routine.

Die Schwergewichte in der zweiten und dritten Woche wurden auf den Einsatz im hohen Gewaltspektrum gelegt. Im Rahmen von Gefechtsschiessen sowie Einsatzübungen wurden offensive und defensive Verfahren geübt. Dabei ging es insbesondere um die Eskalation sowie die Deeskalation durch Feuer, die Reaktion auf Notwehrsituationen sowie das Verhalten im Begegnungsgefecht. Ein weiterer Fokus lag auf der Zusammenarbeit der Manöververbände, der Kampf- und Führungsunterstützung sowie der logistischen Mitteln. So rollten geschützten Mannschaftstransporter (GMTF) und die Radschützenpanzer (Piranha 6x6) unter dem Schutz des supponierten Bogenfeuers Richtung Übungsdorf Äuli vor. Kaum waren die Fahrzeuge positioniert, nahmen sie das Feuer auf, um nachrückende Truppen abzudecken. Dank des "Feuer und Bewegung" Prinzips, stossen so aufgesessene und abgesessene Truppen gemeinsam erfolgreich Richtung Gegner vor. Insbesondere das Zusammenwirken der verschiedenen Waffen war sehr eindrücklich. Dank des Übungsszenarios unter freier Führung das so aufgebaut war, dass eine Kompanie das Übungsdorf verteidigte und eine Kompanie dieses Angriff, wurden alle Stufen vom Soldaten bis zum Kompaniekommandanten gefordert.

Gleichzeitig stellte die Stabskompanie mit einem logistischen Versorgungspunkt sicher, dass die Verwundeten gepflegt, die Gefangenen für die Übergabe an die Militärpolizei vorbereitet und die Truppe mit Verpflegung, Munition und Treibstoff versorgt wurden.

Die Raumüberwachung war ein weiteres wichtiges Thema. Mit offenen und verdeckten Beobachtungsposten wurden Nachrichten beschafft, verifiziert und gesichert. In einer zweiten Phase kann anhand der Daten eine genaue Lageverfolgung sichergestellt werden. Insbesondere die neuen Restlichtverstärker sowie die Mini-Drohnen bieten hier eine deutliche Verbesserung.

Bei der Unterstützungskompanie pflegten die Kanoniere das Minenwerfer-Handwerk. Stellungen wurden durch dicken Schnee gebuddelt, der Lader bereitete die Munition vor, der Richter justierte den 8.1 cm Werfer und der Geschützchef wartete auf das Kommando "Ganzer Zug, Achtung - Feuer!" der Feuerleitstelle. Die Späher bereiteten sich auf zahlreiche Infiltrationen, Exfiltrationen und spannenden Nachrichtenbeschaffungen in unwegsamen Gelände vor und verfolgten mit wachsamen Augen die Treffsicherheit der Werfer. Am Ende ist eine enge Zusammenarbeit der Späher und der Kanoniere, der Sensorwirkungsverbund, matchentscheidend, um die Wirkung im Ziel zu erreichen.

Mit der Abgabe der Fahne endete offiziell der Fortbildungsdienst des Gebirgsinfanteriebataillons 48.  Im Anschluss reinigte die Truppe das Material und bereitete es vor, um es im Rahmen der «Wiedererstellung der materiellen Einsatzbereitschaft» (WEME) zurückzugeben, damit das nächste Bataillon wieder mit diesem Material trainieren kann.

Der Kommandant, Oberstlt i Gst Olaf Niederberger, schaut mit einem Lachen und einem gewissen Stolz auf den Dienst zurück. Er hatte sein Ziel erreicht und wurde seinem Versprechen gerecht; Der Dienst wird den 48er noch lange in Erinnerung bleiben. Insbesondere deshalb, weil die Grundfertigkeiten wieder in vollem Umfang eingesetzt werden konnten und es nicht um die Unterstützung ziviler Behörden ging, sondern um die Verteidigung. Im Vergleich zum letzten Dienst, als das Geb Inf Bat 48 am WEF im Einsatz stand, war dies eine willkommene Rückkehr zu den Stärken eines jeden Infanteriebataillones. Ein WK in dem nicht nur die eigene persönliche Waffe eingesetzt wurde. So freuten sich insbesondere die Kanoniere, dass sie ihren 8.1 cm Minenwerfer wieder zum Einsatz bringen konnten. Für die Infanteristen wird insbesondere die Einführung der Schultergestützten Mehrzweckwaffe, der NLAW, sowie der Mini-Drohnen ein besonderes Highlight sein, das in Erinnerung bleibt.  Zum Schluss sorgten auch die idealen Bedingungen der Truppenplätze dafür, dass die Kompanien zielgerichtet und effizient trainieren konnten. Das Gebirgsinfanteriebataillon 48 wurde seinem Namen diesen WK sicher mehr als gerecht und deckt neu wieder eine der Kernkompetenz, dem Kampf im urbanen Gelände, ab.


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