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Bei den Drohnen-Spezialisten

Sie sind klein, leise und unauffällig: Mini-Drohnen unterstützen die Truppe beim Schutz von Objekten im Rahmen des WEF-Einsatzes.

22.01.2023 | CUMINAIVEL | rb

Auf einem Parkplatz neben einem grossen Feld steht, umringt von drei Armeeangehörigen, ein noch relativ unbekanntes militärisches Flugobjekt: Die Mini-Drohne. Über die Erweiterung freut sich nicht zuletzt Wm Tim Kölbl. Er gehört zu einem Detachement von drei Spähern mit entsprechender Ausbildung zum Drohnenlenker. Wm Kölbl sagt: «Wir führen heute einen Erkundungsflug im Raum eines Objektes durch, welches durch die Infanterie geschützt wird, gewissermassen als zusätzlicher Sensor des taktisch verantwortlichen Offiziers. Dabei nehme ich die Funktion des sogenannten Flugraumbeobachters wahr.» Kölbl hat dafür seinen Feldstecher umgehängt und kontrolliert damit den Flug der Drohne. «Ich achte unter anderem darauf, dass keine unerwarteten Hindernisse wie etwa Helikopter den Drohnenflug beeinträchtigen.» Neben Wm Kölbl stehen zwei Drohnen-Lenker. Sie halten den Controller fest in ihren Händen. Mit ihm steuern sie einerseits die Drohne, andererseits davon abgelöst die Kamera

Aktivierung der Drohnen-Flugzonen

Vor jedem Flug testen die Spezialisten die technische Funktionsfähigkeit der Drohne. Dann funken sie die Einsatzzentrale an, um die Starterlaubnis zu erhalten. «Zu vereinbarten Zeiten wird der unterste Luftraum gesperrt, sodass wir in vorbestimmten Flugzonen unseren Auftrag erledigen können», erklärt Wm Kölbl. Der Flugverkehr wird während der Aktivierung dieser Drohnenflug-Zonen in eine höhere Flugebene zugewiesen, damit sich Drohnen und Helikopter nicht gegenseitig im Weg, oder eben in der Luft, stehen. «Sollte sich dennoch beispielsweise ein Helikopter nähern, weichen wir aus, indem wir mit der Drohne tiefer fliegen. Es darf auf keinen Fall zu einer Kollision kommen», sagt Kölbl. Als Flugraumbeobachter würde er in solchen Fällen sofort das Kommando für ein Ausweichmanöver geben. Nicht nur in der Luft, auch am Boden ist für die Drohnenlenker stets Vorsicht geboten. «Um uns auf den Einsatz vorzubereiten, erkunden wir vorgängig die gesamte Drohnen-Flugzone und tragen potenzielle Hindernisse wie etwa Hochspannungsleitungen auf unseren Controllern ein», so Kölbl. Zudem gäbe es vor jedem Flug ein Briefing, bei dem unter anderem auch die Wetterlage analysiert werde.

Nach dem «Go» aus der Einsatzzentrale testet der drohnenlenkende Soldat als erstes die Steuerung seines Controllers. Dann startet er die Drohne für den Erkundungsflug. In diesem Fall geht es um ein bestimmtes Objekt im Einsatzraum. Der Drohnenflug dauert rund zwanzig Minuten. Das Ergebnis: Keine Auffälligkeiten.

Weiterbildung und Zukunftsaussichten

Die drei Späher aus der Unterstützungskompanie wurden während ihres letzten Wiederholungskurses für die Drohnen-Weiterbildung ausgewählt. «Dass wir zu den ersten Miliztruppen gehören, die Drohnen fliegen dürfen, ist ein Privileg», sagt Sdt Vincent Benoist. Auch er gehört zu den wenigen Armeeangehörigen, die militärische Drohnen fliegen dürfen. Und Wm Kölbl ergänzt: «Ich fliege auch im zivilen Leben Drohnen. Der Unterschied ist, dass ich hier in der Armee auch Drohnen bedienen darf, die nur für militärische Zwecke zugelassen sind. Das ist eine echte Bereicherung für mich.»

Das Drohnenfliegen ist für Wm Kölbl und seine Kameraden eine Leidenschaft. «Drohnen erreichen Orte, die sonst nur schwer oder überhaupt nicht zugänglich sind, zum Beispiel bei Brückenpfeilern», sagt Wm Kölbl. Mit Hilfe der an der Drohne festgemachten Infrarotkamera könnten auch Einsätze bei Dunkelheit durchgeführt werden. «Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zugunsten der Auftragserfüllung im Rahmen der Sicherheit», so der Wachtmeister.


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