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Der Davoser Kult-Taxifahrer Luigi erzählt

Seit über 50 Jahren ist Luigi Gubitosi als Taxifahrer in Davos tätig. CUMINAIVEL spricht mit ihm über die Veränderungen am WEF, über seine prominenten Fahrgäste und über den Einsatz der Armee zugunsten der Sicherheit am WEF.

17.01.2023 | CUMINAIVEL | eb

Luigi Gubitosi lebt seit 50 Jahren in Davos und fährt dort Taxi. Er parkt sein weisses Auto vor dem Bahnhof und steigt aus. Er trägt eine auffällig rote Jacke und lächelt über das ganze Gesicht. Luigi Gubitosi begrüsst uns. Seine lange Karriere als Taxifahrer begann 1972. Seit vielen Jahren ist er in Davos und konnte die Entwicklung des Weltwirtschaftsforum (WEF) aus erster Hand beobachten. «Das WEF hat sich in vielerlei Hinsicht verändert. So ging beispielsweise der damalige Bundesrat und dreimalige Bundespräsident Kurt Furgler um die Wende der 1970er und 1980er Jahre zu Fuss vom Hotel Schweizerhof zum Kongressort. Heutzutage wäre so etwas undenkbar. Kein Präsident könnte sich frei bewegen», betont Gubitosi. «Seit dem 11. September 2011, am Tag des Anschlags auf die Zwillingstürme in New York, hat sich die Welt stark verändert. Auch hier in Davos mussten aussergewöhnliche Sicherheitsmassnahmen getroffen werden. Der Verdienst geht nicht zuletzt an die Schweizer Armee. Ohne ihre Präsenz könnte das WEF hier nicht stattfinden.»

Der traditionelle Anlass ist ein wichtiges Schaufenster für Davos, Graubünden und die Schweiz. Während der fünf Kongresstage richten sich die Augen der ganzen Welt auf die Debatten im Bündnerland. Auf den Davoser Strassen sind wichtige Funktionäre, Politiker, Insider und Schaulustige unterwegs. Das führt unweigerlich zu einer Beeinträchtigung des Verkehrsflusses und bereitet Luigi Gubitosi einiges Kopfzerbrechen. «Während des WEF nimmt das Verkehrsaufkommen exponentiell zu. Wir haben Mühe, unsere Kunden so zu bedienen, wie wir es eigentlich gerne möchten», sagt der Taxifahrer. «Es kommt oft vor, dass der Kunde, wenn wir vor Ort ankommen, schon weg ist, weil heutzutage niemand mehr bereit ist, 30 bis 40 Minuten auf ein Taxi zu warten.»

Trotzdem überwiegen für Luigi Gubitosi die Vorteile, welche das WEF mit sich bringt. «Trotz aller Unannehmlichkeiten bleibt das Weltwirtschaftsforum ein Ereignis von grossem Interesse und grosser Wichtigkeit», erklärt Gubitosi. «Nicht nur wegen der Themen, die während der Veranstaltung diskutiert werden, sondern auch aus Sicht der Davoser Wirtschaft. Die Arbeit nimmt zu und mit ihr die Tageseinnahmen. Aus diesem Grund sehe ich es positiv, gerade auch für die Davoser Wirtschaft. Klar, nicht alle Davoser mögen das WEF, die Mehrheit aber schon. Denn am Ende profitieren wir alle irgendwie vom WEF.»


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