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«Jede Frau, jeder Mann zählt»

Oberstleutnant Daniel Brunner ist Einsatzleiter der Militärpolizei (MP) am Weltwirtschaftsforum (WEF), und das bereits zum 17. Mal. Mit CUMINAIVEL spricht er über die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei, das Zusammentreffen des MP-Korps und warum es in seinem Job nie langweilig wird.

17.01.2023 | CUMINAIVEL | sf

Was macht die Militärpolizei am WEF?

Wir sind in den verschiedensten Bereichen aktiv. Zunächst sind wir für den Objektschutz in der Kernzone zuständig. So findet unter anderem auf den meisten Objekten die letzte Kontrolle durch uns statt. Dazu benutzen wir beispielsweise ein Röntgengerät. Weiter verantworten wir den Transport sämtlicher VIP, die völkerrechtlich geschützt sind, also vor allem staatliche Würdenträger. Weiter leisten wir bei den Truppen Präventionsaufgaben und unterstützen als Militärpolizei die Kantonspolizei Graubünden im Bereich Verkehr zusätzlich.

Sie haben die Objekte angesprochen. Da fallen einem vor allem die Miliztruppen auf.

Das ist auch gut so. Die Profis der MP werden Sie vermutlich nicht erkennen. Diese arbeiten bis auf einige wenige Ausnahmen nicht in Uniform, sondern in Zivil.

Ist das eine Eigenart am WEF?

Ja, das Tragen ziviler Kleider ist eher die Ausnahme. Der Gesamteinsatzleiter in der Person des Kommandanten der Kantonspolizei Graubünden, die in diesem Fall unsere Leistungsbezügerin ist, hat das so beantragt.

Wie funktioniert der Austausch mit der Kantonspolizei?

Wir arbeiten Hand in Hand und schätzen uns gegenseitig. Nach so vielen WEF-Ausgaben geschieht das auf einer partnerschaftlichen Basis. Ich kenne vermutlich den Grossteil des Kaders der Bündner Polizei persönlich.

Erleichtert das die Zusammenarbeit?

Ja, das macht die Hierarchien etwas flacher und verkürzt die Dienstwege. Und wenn das Vertrauen da ist, geht die Vorbereitung auch etwas schneller. Darum möchte ich mich an dieser Stelle auch für die gute Zusammenarbeit bedanken. 

Stichwort «Vorbereitung»: Wann haben Sie mit der Planung begonnen?

Die Vorbereitungen haben für mich mit der Befehlsgebung des Kommandanten der Militärpolizei im August begonnen. Ich plane etwa das Äquivalent einer Kompanie und muss sicherstellen, dass die Kapo Graubünden die Startaufstellung bekommt, die sie braucht. Das heisst, ich muss unter anderem koordinieren, wer wo einrückt. Für uns ist das ein sogenannter Korpseinsatz.

Und was macht das WEF für Sie persönlich speziell?

Dass wir über eine längere Zeit in dieser Grösse zusammenkommen. Das ist schon besonders. Denn am WEF legen wir zahlreiche Militärpolizisten aus der ganzen Schweiz zu einem Korps zusammen. Hier am WEF können wir also den Korpsgeist und die Leistungsbereitschaft der Militärpolizei erleben. Das ist das Tolle an diesem Einsatz.

Was ist die grösste Herausforderung?

Insgesamt betrachtet, dass unsere Aufträge im In- und Ausland genau gleich weiterlaufen. Das können wir nur mit einer Feriensperre sicherstellen. Das heisst, jede Frau und jeder Mann zählt!

Sie sind nun seit 17 Jahren Einsatzleiter am WEF. Wird es Ihnen da nicht langweilig? 

Nein, definitiv nicht. Es ist spannend, Teil von etwas Grossem sein zu dürfen. Während der WEF-Woche liegt der Fokus der Welt hier in Davos. Hinzu kommt, dass das WEF jedes Jahr wieder anders ist. Wenn ich die Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre betrachte, ist das immens. Es gibt keinen Stillstand.


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