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Die Ruhe vor dem Sturm

Das Val Trodo. Ein malerisches Tal in der Nähe des Monte Ceneri. Noch ist hier alles ruhig und die erholsame Stille liegt wie eine weiche Decke sanft über dem ansehnlichen Tal. Aber diese Ruhe wird nicht ewig halten: Unweit des Tals bereitet sich die Gebirgsinfanteriekompanie 30/2 auf eine nervenzerreissende Übung vor, die der Stille Im Tal ein jähes Ende setzen wird.

20.06.2022 | Pdi


Die Übung «TRODO» war so etwas wie der krönende Abschluss der Woche für die Gebirgsinfanteriekompanie 30/2. Und was für eine Krönung: Im Übungsszenario ist ein Waldsektor in gegnerische Hände gefallen. Von diesem Gebiet aus operierte jetzt die organisierte Kriminalität. Ziel der Gebirgsinfanteristen: Finden und neutralisieren. Dabei war die Moral trotz der intensiven Woche hoch, die Truppe konzentriert: «Es war eine harte Woche, jetzt wollen wir sie ordentlich zu Ende bringen, bevor wir nach Hause gehen», sagt uns einer der abfahrbereiten Leutnants kurz vor Übungsstart.

Die Vorbereitung des Einsatzes erfolgte im Zivilschutzzentrum in Rivera. Es war später Nachmittag und die unbarmherzige Sonne kroch langsam aber sicher dem Horizont entgegen. Die Hoffnung auf Abkühlung stieg an und die Fahrzeuge setzten sich in Bewegung. Und bald wich die Stille im Tal dem Donnern und Rattern der Infanteriefahrzeuge. 

Die Übung hatte es in sich: Das Geräusch einer Explosion erschütterte das Tal. Eine Bombe war in der Nähe einer Brücke am Taleingang versteckt und detonierte, als die Truppe sich näherte. Eine Unachtsamkeit der Truppe verletzte etwa zehn Mann und kostete ebenso viele Minuten Verzögerung. Wie den Kadern später von den Übungsleitern erklärt wurde, sollte vor dem Überqueren sensibler Punkte wie Brücken oder Tunnels immer eine Kontrolle des Geländes durchgeführt werden. Das vorderste Transportfahrzeug des Konvois wurde beschädigt und musste an den Strassenrand geschleppt werden. Die Verletzten wurden von dem schnell herbeigeeilten medizinischen Personal versorgt.

Ich möchte allen gratulieren, von den Soldaten bis zu den Offizieren, die bei diesem 'ODESCALCHI' ihr Bestes gegeben haben.


– Major i Gst Nicholas Bosisio

 

Die Operation wurde fortgesetzt. Die Truppe stieg aus den Fahrzeugen aus begann Schritt für Schritt vorzurücken. Dabei wurden alle möglichen Angriffswinkel gesichert und abgedeckt. Die gute Koordination und Dynamik der Infanteristen zahlte sich bald aus: Schon bald konnten die ersten OPFOR-Mitglieder gefangengenommen werden. Das stimmte die Truppe zuversichtlich. 

Die Übung endete schliesslich gegen 21:00 Uhr.  Dies, nachdem das letzte Gebäude der Gegner am oberen Ende des Tals erobert worden war. Der Übungsleiter Major i Gst Nicholas Bosisio zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Übung. Mit lobenden Worten in den Ohren konnte die Truppe die wohlverdiente Ruhepause antreten.


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