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Ein Licht im Dunkeln

Giftgas strömt aus in einem dunklen Tunnel und Verwundete müssen evakuiert werden. Die AdA der Rettungskompanie 3/3 hatten bei der Übung «RICERCA» keine Spielraum für Fehler. Ein Bericht über eine Herkulesaufgabe tief unter der Erde.

19.06.2022 | EB

 

Kein einfaches Szenario: Mehrere Verletzte müssen an die Oberfläche gebracht werden, ein Tunnel muss erkundet werden und ständig schwebt die Gefahr einer Explosion wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Retter. Aber auch bei einem solch fordernden Szenario war von Einschüchterung keine Rede bei der Rettungskompanie 3/3.  Dabei war allen AdA der Kompanie bewusst: Eigensicherheit steht immer an erster Stelle. 

Gemeinsam mit der Feuerwehr des kantonalen Rettungszentrums Mendrisiotto begannen die AdA mit dem Absuchen des Unfallgebiets. Dabei richtete sich der Fokus der Retter zuerst auf den Haupteingang des Tunnels, in dem sich die Explosion ereignete. Von dort aus mussten sie buchstäblich in ein Labyrinth vordringen: einen 700 Meter langen Tunnel. 

Der dunkle Tunnel wurde mit Argusaugen abgesucht. Zum Glück mit Erfolg: Kaum gefunden, kümmerten sich die Rettungsteams die sofortige Evakuierung der Verletzten. Aufgrund des hohen Risikos giftiger Gase waren Atemschutzgeräte erforderlich.  Das A und O ist hier die richtige Ausrüstung. Das erklärt Leutnant Matteo Lombardi, unter dessen Ägide die eingesetzten Suchtrupps standen: «In Szenarien wie diesen haben wir zwei Möglichkeiten: Die erste sind Einflaschengeräte, die zwar weniger Luft bieten, aber eine grössere Beweglichkeit ermöglichen und normalerweise bei Einsätzen im Freien oder in kurzen Tunneln verwendet werden. Bei langen Tunneln hingegen muss man sich für ein Zweiflaschengerät entscheiden, das zwar sperriger und schwerer ist, sich aber besser für Szenarien eignet, die eine größere Luftreserve sowohl für den Anmarsch zur Einsatzstelle als auch für den Rückzug erfordern.»

Wir haben einen schwierigen Auftrag mit Schnelligkeit und Präzision abgeschlossen.


– Leutnant Matteo Lombardi

 

Diese nervenaufreibende Rettungsaktion brauchte viel Geduld und hätte wohl selbst Sisyphus erbleichen lassen. Der Rettungseinsatz erreichte seinen Höhepunkt, als die Bergungstrupps die Bahren mit den Verletzten an die Oberfläche brachten. Gesucht und gerettet wurde aber nicht nur unter Tage. Auch die Suchhundeführer der Kompanie 13/5, die direkt mit dem Hubschrauber am Unglücksort eintrafen wurden dazu eingesetzt, um Verletzte in den umliegenden Wäldern zu finden. 

Leutnant Lombardi kommentierte nach dem erfolgreichen Abschluss der Übung die hervorragende Einstellung der Truppe: «Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie die Übung angegangen wurde. Alle waren motiviert, konzentriert und haben erwiesenermaßen eine hohes Ausbildungsniveau. So konnten wir einen schnellen und präzisen Einsatz durchführen, der die gewünschten Resultate brachte.»

Ein Einsatz also, der makellose Zusammenarbeit aller Akteure vor Ort bedingte. Ein Einsatz, bei der die Truppe im unnachgiebigen Dunkel des Tunnels ihr eigenes Licht leuchten liessen, den Ariadnefaden nie aus der Hand gab und einzigartige Teamarbeit unter Beweis gestellt hat.

 


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