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«IN ARM AUF! IN ARM SCHUB!»

«IN ARM AUF! IN ARM SCHUB!» Mit diesen Kommandos befiehlt der Gruppenführer der Rammpontonier Gruppe, die Boote ins Wasser zu schieben. Es folgt eine beeindruckende Demonstration von Stärke und Koordination durch die Männer der Sappeur Kompanie 9/2. Doch das ist nur der Anfang, denn die Rammpontoniere werden gerufen, um die Männer und Motorpumpen der Feuerwehr von Lugano zu einem treibenden Touristenboot zu bringen.

20.06.2022 | JA

 

Früher Morgen. Das Rathaus von Ponte Tresa wurde in eine Einsatzzentrale umgewandelt. Es herrscht ein reges Treiben von Militärs, zivilen Behörden und Rettungskräften. Wir verfolgen den stündlichen Rapport zwischen dem Oberleutnant der städtischen Feuerwehr von Lugano, Fabrizio Campana, und dem Hauptmann der Sappeur Kompanie 9/2, Mohamed Nasr Eddine. 

In den Gewässern in der Nähe der Grenzstadt kam es zu einer Kollision mit einem Touristenboot. Dabei gab es Verletzte und Vermisste. Weiter kam es zum Ölaustritt, welcher nun die Umwelt des Sees gefährdet. Das Öl breitet sich in die Richtung des Flusses Tresa aus, der die Schweizer Grenze überquert.

Davide Scerpella von der Abteilung für Wasser- und Bodenschutz der Kantonalen Behörde ergreift das Wort. Er berät die Rettungskräfte und erklärt ihnen, wie sie am besten vorgehen können. Ziel: Die Schäden an der Natur möglichst gering halten. Wichtig sei es den Zugang zum Fluss zu sperren und zu verhindern, dass das Öl die Ufer des Sees erreicht.

Zurück zu dem Boot, welches immer noch auf dem See treibt. Laut dem letzten Bericht der zivilen Rettungstruppen konnten alle Touristen gefunden und evakuiert werden. Nun gilt es das verunreinigte Wasser vom Öl zu befreien. Hier kommt die Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr und der Armee ins Spiel. Kommandant Campana berichtet, dass die Feuerwehr über hydraulische Motorpumpen verfügt, die zusammen mit den Männern auf das Schiff transportiert werden müssen. 

Kommandant Nasr Eddine teilt mit, dass er über 6 Boote, sogenannte Übersetzboote, verfügt. Diese können innerhalb von 90 Minuten ins Wasser gelassen werden. Jedes dieser Boote kann 11 Personen oder 350 kg transportieren. Es wird beschlossen, dass die Übersetzboote für den Transport und die Sicherheit der an der Rettungsaktion beteiligten Personen verantwortlich sind.

Die Rammpontoniere treten nun in Aktion. Mit logistischer Bereitschaft und Präzision deponieren sie die Anhänger mit den Übersetzbooten in einer Werft am gegenüberliegenden Ufer des Lago di Lugano. Hier hebt der Trupp die Boote an und der Gruppenführer befiehlt dem Trupp mit dem Kommando «IN ARM, AUF! IN ARM, SCHUB!» die Boote abzuladen. Kurz darauf fahren sie fahren mit Volldampf nach Ponte Tresa, wo die Feuerwehr von Lugano das Material verlädt. Auf den ersten Blick scheint es eine Sprachbarriere zu geben, aber das lässt sich schnell beheben. Ebenso schnell erreichen sie das Boot, wo sie von der zivilen Besatzung des Schiffes über den aktuellen Stand informiert werden.

Die Operation ist ein Erfolg; die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stellen hat es ermöglicht, dass alle Personen gerettet und das Wasser vom Öl befreit werden konnte. Übungen wie diese ermöglichen es, die Kompatibilität der Kräfte untereinander zu testen und die Kommandanten der verschiedenen Einheiten im Katastrophenfall kennenzulernen. Zudem ermöglicht das Üben allen Seiten Verbesserungspotential zu erkennen und Korrekturmassnahmen umzusetzen.

 


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