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Chef der Armee besucht das Tessin

Der Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli, hat heute vor über 150 Tessiner Firmenchefs ein Referat über die aktuellen Herausforderungen der Armee gehalten.

29.10.2021 | Graziano Regazzoni

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Wie seine Vorgänger trifft sich Korpskommandant Süssli regelmässig mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Bildung und Medien in den verschiedenen Regionen der Schweiz. Die ständigen Veränderungen, mit denen die Gegenwart konfrontiert ist, erforderten Erklärungen, die am besten persönlich vorgestellt werden, ist Süssli überzeugt. Deshalb pflegt er die Tradition, regelmässig die verschiedenen Kantone zu besuchen, um sich mit den regionalen Akteuren auszutauschen.

Die Organisation des Tages übernahm die Territorialdivision 3 unter dem Kommando von Divisionär Lucas Caduff. Mit seinen Armeeangehörigen stellt er den zivilen Behörden die sogenannten subsidiären Einsätze zur Verfügung. Sie sind nötig, um aussergewöhnliche Anforderungen an Ausrüstung und Personal erfüllen zu können. "Die Leistungen der Streitkräfte werden hierbei sehr geschätzt", erklärte Caduff bei der Eröffnung und zeigte sich erfreut, dass "die Teilnehmenden der heutigen Veranstaltung ein grosses Interesse an den Streitkräften haben".

Anschliessend erläuterte Korpskommandant Süssli den Anwesenden einerseits die Entwicklung, die zur heutigen geopolitischen Situation geführt hat, andererseits sprach er die globalen Herausforderungen der Umwelt und deren möglichen Auswirkungen auf die Schweiz an. Am Beispiel des Klimawandels sei es für die Armee nicht wichtig, wer oder was die globale Erwärmung verursacht, sondern welche Folgen sie haben wird und was unternommen werden kann, um den Klimawandel bewältigen zu können (z.B. durch gelingendes Eingreifen bei Naturereignissen). Weiter müsse der Blick auf mögliche künftige Konflikte gerichtet bleiben. «Moderne Bedrohungen lassen sich weniger klar klassifizieren", betont Süssli gegenüber den Gästen, "denn die Konflikte von heute folgen nicht dem Eskalationsprozess von früher.»

Um ihre Aufgabe erfüllen zu können, muss die Armee über die notwendigen Ressourcen in Form von Menschen, Fähigkeiten, Mitteln und Ausrüstung verfügen. Dazu gehören die neu geschaffenen Cyber-Abwehrtruppen sowie der Kauf von Kampfjets, für den der Bund die Zustimmung des Volkes erhalten hat.

Ein weiteres Thema, das Süssli ansprach, war die militärische Führungsausbildung. "Wer die Ausbildungskurse für Offiziere und höhere Unteroffiziere besucht, sei in der Lage, vertiefte Situationsanalysen durchzuführen und der Führung verschiedene Varianten mit Vor- und Nachteilen vorzulegen", erklärte der Armeechef. Der grosse Mehrwert liege hier in den praktischen Dienstleistungen, die ein integraler Bestandteil der Ausbildung seien. Dank diesen könne die Armee als eine der besten Schweizer Kaderschulen bezeichnet werden, die von ihren Auszubildenden verlange, dass sie die in der Theorie erlernten Verhaltensweisen auch unter realen Langzeitbedingungen und nicht nur mittels Simulationen im Klassenzimmer übten, so Süssli.

Er wies schliesslich darauf hin, dass eine Milizarmee auf der Möglichkeit beruhe, dass Männer und Frauen ihren Arbeitsplatz verlassen können, wenn sie ihren militärischen Dienst leisten müssen. Dies sei besonders der Bereitschaft der Arbeitgebenden zu verdanken.

Das Treffen fand in Lugano im Gebäude des LAC statt. Regierungsrat Norman Gobbi überbrachte die Grussbotschaft des Kantons Tessin. Als Direktor des Infrastrukturdepartements hob er in seiner Rede die gewinnbringende Zusammenarbeit zwischen dem Tessin und der Armee hervor. Er unterstrich zudem den Wert der Investitionen, die die Armee in der Vergangenheit auf kantonalem Gebiet bereits getätigt hatte, und verwies auf die bereits geplanten Investitionen für die kommenden Jahre.