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A la une 2021-1

«Mit FIS HE konnten wir die Datenqualität für die Lageverfolgung massiv verbessern»

14.07.2021 | Pz Bat 12, Sdt Tschanz

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Im Rahmen des WK 2020 des Panzerbataillon 12 wurde FIS HE eingeführt. Das Interview mit Oberstlt Tobias Oswald, Kdt Pz Bat 12 gibt Praxiseinblicke mit dem FIS HE.

Was ist das FIS HE?

Das FIS HE beschreibt das Führungs- und Informationssystem auf Stufe Heer. Das Führungstool ist softwarebasiert und gewährleistet den Informationsfluss zwischen sämtlichen Stufen im Bataillon. Somit kann auf Stufe Kompanie die aktuelle Lage und der Zustand in das System eingetragen werden. Diese Daten bilden die Entscheidungsgrundlage für die vorgesetzten Stufen. So kann effektiv ein einheitliches Lagebild gezeichnet werden. Es sind also nicht länger verschiedene Informationen auf Papier vorhanden, sondern eine einheitliche, der Wahrheit entsprechende Übersicht. Das vernetzte Informatiksystem auf Stufe Bataillonsstab besteht aus einem Server mit sogenannten Clients. Es ermöglicht das Arbeiten mit einheitlichen Dokumentstrukturen, womit alle betreffenden Personen immer den nötigen Zugriff haben. Dies gilt für das Mob KP, sowie für die Führungsstaffel auf den Panzern.

Was sind die Vorteile des FIS HE?

Für das Bataillon hat das FIS HE den entscheidenden Vorteil, dass es eine klare Informationslage gewährleistet. Zudem führt es zu einer Erhöhung der Daten- und Dokumentenqualität. Das Arbeiten mit digitalen Karten und Kalken wird ebenfalls ermöglicht. Somit werden die Angaben während der Lageverfolgung für das Bataillon und die vorgesetzte Stufe präziser. Ebenfalls ist der Meldefluss, welcher nicht zeitkritisch ist, präziser ausgestaltet. Beispielsweise Zustandsmeldungen der Kompanien können digital in ein Formular eingepflegt werden, was dazu führt, dass der Sprechfunk weniger belastet wird.

Wo gibt es Verbesserungspotential?

Im WK 2020 wurde das FIS HE zum ersten Mal vom Panzerbataillon 12 eingesetzt. Auch wenn das System an sich einwandfrei funktioniert, bedarf es, wie alle Änderungen, einer gewissen Angewöhnung. Somit muss allem voran der Umgang mit dem System intensiv trainiert werden. Des Weiteren gibt es einen erkannten Anpassungsbedarf im Bereich der Führungsinfrastruktur. Ebenfalls wünschenswert ist es, wenn mehrere Standorte in Friedenszeiten über Breitband angeschlossen werden könnten. 

Wie wird sich der Gebrauch des FIS HE auf die Übungen auswirken?

Wie gut eine Übung funktioniert, sollte grundsätzlich nicht vom Führungssystem abhängen, sondern von den Entschlüssen, die die Kommandanten fällen. Ein weiterer Faktor ist die Arbeit, welche der Stab und natürlich auch die beübte Truppe an den Tag legen. Das Führungssystem ist lediglich das Werkzeug dazu. Man stellt also die digitale Landkarte der analogen Landkarte gegenüber. Selbstverständlich ist der Blick ins Gelände und eine saubere Lagebeurteilung durch einen fähigen Kommandanten durch nichts zu ersetzen. So werden die Truppen schlussendlich in den Einsatz gebracht. Besonders wichtig ist mir in Bezug auf die Übungen das Folgende: Ich mag es grundsätzlich nicht, wenn von Übungen und Wiederholungskursen gesprochen wird. Vielmehr handelt es sich um einen Einsatz. Dieser beginnt am Montag des KVK und hört am letzten Freitag des WK auf. In dieser Zeit gibt es verschiedene Tasks, welche wir trainieren. Einer davon ist eine Bataillonsübung, aber das FIS HE kommt auch im normalen WK-Betrieb zum Einsatz.

 

Der Kommandant

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Oberstlt Tobias Oswald