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Das Gebirgsinfanteriebataillon 48 hat den Bereitschaftsdienst offiziell mit der Fahnenabgabe beendet

Das Gebirgsinfanteriebataillon 48 hat den WK und damit den Bereitschaftsdienst mit der Fahnenabgabe offiziell beendet. Im Fokus der Ausbildungen standen dieses Jahr die Beherrschung der einzelnen Infanterieaufgaben, das verdeckte Beschaffen von Informationen und das Minenwerferschiessen. Auch der Umgang im Gebirge und natürlich die Pflege der Kameradschaft kamen trotz der aktuellen Situation nicht zu kurz.

08.02.2021 | PIO Geb Inf Bat 48, Hptm Kevin Hofstetter

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Das Gebirgsinfanteriebataillon 48 hat seinen diesjährigen WK am Stück in der Region rund um Sargans durchgeführt und damit einen wichtigen Beitrag zu Sicherheit der Schweiz geleistet. Es stellte die Bereitschaft für mögliche Einsätze, z.B. im Kampf gegen Corona oder bei anderen nicht fachspezifischen Diensten, zu Gunsten der zivilen Behörden sicher.

In der ersten WK Woche lag der Fokus auf der einsatzbezogenen Ausbildung wie z.B. der Umgang mit der persönlichen Waffe, das Durchführen von Checkpoint Kontrollen, sowie die Funk- und Sanitätsausbildung. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser Ausbildungen, konnte der Bereitschaftsoffizier der vorgesetzten Stufen melden, dass das Bataillon bereit ist und bei Bedarf aufgeboten werden kann. Damit hatte der Bereitschaftsdienst des Gebirgsinfanteriebataillons 48 Mitte Januar offiziell begonnen. Nachdem erfolgreichen Abschluss der einsatzbezogenen Ausbildung startete die Truppe mit der Fachausbildung in den jeweiligen Kernkompetenzen. Die Infanteriekompanien setzten sich verstärkt mit dem Kampf in den urbanen Zonen und den einzelnen Infanterieaufgaben (Inf Tasks) auseinander. Die Unterstützungskompanie fokussierte sich auf das Nachrichtenbeschaffen und das technische Minenwerferschiessen. Wie es sich für ein Gebirgsinfanteriebataillon gehört, wurde die Truppe durch die Gebirgsspezialisten des Kompetenzzentrums Gebirgsdienst der Armee weitergebildet. Sie genoss eine spannende und lehrreiche Lawinenausbildung. Den Vormittag des ersten Dienstwochenendes verbrachten die Kompanien noch mit individuellen Zugsübungen. Am Nachmittag folgte dann ein Grossparkdienst. Die persönliche Waffe, die Schutzmaske sowie die Schuhe wurden gereinigt und gepflegt. Auch die Fahrzeuge wurden im Rahmen des wöchentlichen Parkdienstes wieder Flott gemacht. Sie wurden geputzt, getankt und für die kommende Woche vorbereitet. Anschliessend hatten die Angehörigen des Gebirgsinfanteriebataillon 48 die Möglichkeit, an einem von vielen Programmpunkten teilzunehmen. Zur Auswahl stand eine breite Auswahl von Sportaktivitäten, Brettspielen, Konsolencontests und sogar die Teilnahme an einem Impulsreferat zum Thema Lawinen. Selbstverständlich wurden die Sicherheitsbestimmungen des BAGs dabei strikte eingehalten. Der Sonntag wurde dann vieler Orts mit einem coronakonformen Brunch gestartet. Anschliessend durfte die Truppe frei verfügen. Einzige Begrenzung waren die verschiedenen Areale der Kasernen sowie die Weisungen bezüglich dem Schutz der Gesundheit.

Die zweite WK Woche wurde mit winterlichen Temperaturen und herrlichem Schneefall eingeläutet. Dies störte den Ausbildungsablauf keines Wegs. Die zahlreichen Fahrer waren sich den winterlichen Verkehrsbedingungen bereits gewohnt und das Anlegen der Winterketten war mittlerweile reine Routine. So konnten die verschiedenen Inf Tasks wie z.B. die Eskorte als Konvoischutz, das Verhalten auf der Patrouille oder die Durchführung eines Checkpoints auch bei schwierigen Verhältnissen exerziert werden. Dies sind wichtige Kernaufgaben der Infanterie. Sie können im Verteidigungsfall aber insbesondere auch im Falle eines Einsatzes zu Gunsten der zivilen Behörden sehr nützlich sein. Sei es um ein Gelände oder ein Objekt zu überwachen oder Güter und Personen sicher von Punkt A nach Punkt B zu transportieren. Auch die Kenntnisse im urbanen Gelände wurden wiederaufgefrischt. Dabei ging es insbesondere um die Eskalation sowie die Deeskalation mit Feuer, die Reaktion auf Notwehrsituationen sowie das Verhalten im Begegnungsgefecht. Die Raumüberwachung war ein weiteres wichtiges Thema. Mit offenen und verdeckten Beobachtungsposten wurden Nachrichten beschafft, verifiziert und gesichert. Diese kann zum Beispiel im Rahmen von Unwetterkatastrophen wie z.B. Erdrutsche etc. eingesetzt werden, um den zivilen Behörden schnell ein detailliertes Bild der Situation zu verschaffen. In einer zweiten Phase kann anhand der Daten eine genaue Lageverfolgung sichergestellt werden. Bei der Unterstützungskompanie pflegten die Kanoniere das Minenwerfer-Handwerk. Stellungen wurden durch Teils meterdicken Schnee gebuddelt, der Lader bereitete die Munition vor, der Richter justierte den 8.1 cm Werfer und der Geschützchef wartete auf das Kommando "Ganzer Zug, Achtung - Feuer!" der Feuerleitstelle. Die Späher bereiteten sich auf zahlreiche Infiltrationen, Exfiltrationen und spannenden Nachrichtenbeschaffungen in unwegsamen Gelände vor und verfolgten mit wachsamen Augen die Treffsicherheit der Werfer. Am Ende ist eine enge Zusammenarbeit der Späher und der Kanoniere, der Sensorwirkungsverbund, matchentscheident, um die Wirkung im Ziel zu erreichen.

Am letzten Dienstwochenende des WKs wurde die Order 48 ausgerufen. Das Bataillon musste die Strecke von 48 km zu Fuss in einer vorgegebenen Zeit zurücklegen. Um der aktuellen Gesundheitssituation gerecht zu werden, hat das Bataillon die Strecke kompanieweise und aufgeteilt in mehreren Detachementen mit unterschiedlichen Routen durchgeführt. Dieser Marsch war Teil der Fitness Challenge, welches das Bataillon dieses Jahr durchgeführt hat. Im Rahmen dieser Challenge wurden weitere Fitnessübungen durchgeführt. So führte das Bataillon innerhalb von zwei Wochen rund 5'500 Burpies, 68’050 Liegestützen, 2’650 Lunges, 12’500 Kniebeugen, 6’240 Rumpfbeugen aus und erreichte eine Schrittzahl von 48'869’500 Schritten, was ungefähr einer Distanz von rund 34'201 Km entspricht. Mit dieser Challenge hat das Bataillon dazu beigetragen, dass sich Soldaten jeden Tag bewusst sportlich betätigt haben. Die dritte und letzte WK Woche wurde mit einem lauten Knall eingeläutet. Über den Funk vernahm man, dass die Späher ein Koordinaten-Ziel ausgemacht haben. Kurz darauf erfolgt der Schiessbefehl über die Feuerleitstelle an die Kanoniere. Kaum war der Werfer justiert erfolgte bereits das Kommando "Ganzer Zug, Achtung - Feuer!" und die Kanoniere demonstrierten stolz, wie genau sie ein Ziel auf einer Entfernung von bis zu 5 Km treffen. Zur selben Zeit rollten die geschützten Mannschaftstransporter (GMTF) und die Radschützenpanzer (Piranha 6x6) Richtung Übungsdorf Äuli vor. Im Rahmen einer Kp Übung musste die Sicherheit im Dorf wiederhergestellt werden. Es galt das Äuli von der Aussenwelt abzuriegeln, die Truppen im Anschlussraum zu positionieren und mit der Durchsuchung zu starten. In der 4. und letzten Phase wurde die Situation stabilisiert und sichergestellt, damit die Spezialisten mit der Spurensicherung starten konnten. Gleichzeitig stellte die Stabskompanie mit einem logistischen Versorgungspunkt sicher, dass die Verwundeten gepflegt, die Gefangenen für die Übergabe an die Militärpolizei vorbereitet und die Truppe mit Verpflegung, Munition und Treibstoff versorgt wurden. Mit der Abgabe der Fahne endete offiziell der Bereitschaftsdienst des Gebirgsinfanteriebataillons 48. Um die Sicherheit der Truppe bis am Schluss aufrechtzuerhalten, wurde die Fahne nicht wie üblich vor versammeltem Bataillon, sondern vor einer kleinen Delegation überreicht. Im Anschluss reinigte die Truppe das Material und bereitete es vor, um es im Rahmen der «Wiedererstellung der materiellen Einsatzbereitschaft» (WEME) zurückzugeben, damit das nächste Bataillon wieder mit diesem Material trainieren kann.

Der Kommandant, Oberstlt i Gst Gregor Hänggi, schaut mit einem Lachen und einem gewissen Stolz auf den Dienst zurück. Ein Wermutstropfen bleibt: Für ihn war es der letzte Dienst mit den 48ern. Ab dem kommenden Jahr dient das Zuger Bataillon zwar noch unter derselben Fahne aber unter einem neuen Kommandanten.