print preview Zurück zur Übersicht Startseite

Vom WK zurück in die RS

Wer WK-Dienst leistet, muss nicht zwingend bloss seine verbleibenden Diensttage abarbeiten. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, sein Interesse zum Aspirieren kundzutun. Cuminaivel war bei einer Anwärterübung des Gebirgsinfanteriebataillons 29 dabei.

24.01.2020 | CUMINAIVEL | rb

Aspiranten

 

Die Packung ist bereit und die Route eingezeichnet. Der Marsch durch die Nacht, Schnee und Kälte folgt. Was für Testsituationen die Soldaten und Wachtmeister auf dem Weg erwartet, wissen sie aber noch nicht genau. Und doch sind die acht Anwärter des Geb Inf Bat 29 alle freiwillig hier. Sie haben sich vordienstlich bei ihrem Kompaniekommandanten gemeldet und ihr Interesse bekundet, um entweder als Wachtmeister, Leutnant, Fourier oder Feldweibel zu aspirieren.

«Die Übung ist Teil unseres Auswahlverfahrens. So können wir Aspiranten besser kennenlernen und überprüfen, ob sie die notwendigen Kompetenzen als Zfhr, Höh Uof und Uof besitzen», sagt Übungsleiter Hauptmann Thomas Gabathuler. «Die Anwärter werden psychisch und physisch gefordert,um sie in Bezug auf eine Kaderfunktion einzuschätzen”, sagt Gabathuler.

Feldweibel als Ziel

Doch wer sind die AdA, die bereits Grossteile ihrer Dienstzeit hinter sich haben und nun doch vom WK zurück in die RS wollen für das Abverdienen? Der 25-Jährige Wm Jairo Good will Feldweibel werden. «Eigentlich hatte ich schon während der RS diesen Wunsch. Mit meinem Arbeitgeber einigte ich mich aber auf den Deal, als Unteroffizier 100% der Lohnzahlungen zu erhalten, dafür wurde mir eine einjährige Kündigungssperre auferlegt. So konnte ich nur den Wachtmeister abverdienen», sagt Good.

Auch Wm Roland Herzig will erneut in der RS einen Dienstgrad abverdienen, auch er als Feldweibel. «Nach der RS habe ich gemerkt, dass im Militär meine Motivation am Grössten ist. Hier fühle ich mich wohl, denn mein Einsatz wird wertgeschätzt, mehr als bei meiner Arbeit im zivilen Leben», sagt Herzig. Der 22-jährige Produktionsmechaniker ist zurzeit in der Stabskp des Geb Inf Bat 29 in einem Gast-WK. «Obwohl mich mein Kommandant noch gar nicht kannte, war er sehr hilfsbereit bei meinem Anliegen», sagt der Sicherungssoldat.

Nur anderthalb Stunden Schlaf

Am nächsten Mittag nach der Übung sind die beiden Aspiranten von den Anstrengungen der Nacht sichtlich gezeichnet. «Der Marsch war hart. Aber wir haben es durchgezogen», erzählt Herzig müde. Nur gerade anderthalb Stunden haben sie geschlafen. «Als wir um halb eins in der Nacht angekommen sind, gab es eine Reihe von Tests. Und dann mussten wir noch eine Lektion vorbereiten», fügt Good an.

Nun hoffen die beiden auf einen positiven Entscheid. Der dürfte schon in den nächsten Tagen fallen. «Aber es war auf jeden Fall eine gute Erfahrung, egal ob es klappt mit dem Weitermachen oder nicht», sagt Good.