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«Wir rocken den Januar!»

Mitte Dezember in Davos. Noch ist es ruhig im Dorf. Im ganzen Dorf? Nein! Eine von Armeeangehörigen besetzte Unterkunft hört nicht auf, der Ruhe Widerstand zu leisten. Es ist Hochbetrieb.

13.01.2020 | CUMINAIVEL | ft

Thurgauer Höhenklinik

 

Es hat geschneit in der Nacht. Der Winter hält Einzug und verwandelt Davos in eine schon fast märchenhafte Landschaft. Für das Auge ein prächtiger Anblick und für die Touristiker ihr Kapital. Doch der Schein trügt. «Die weisse Pracht ist matchentscheidend», sagt Oberstlt Gabriel Micco. «Wenn Lawinen die Strasse zur Unterkunft blockieren, hat das unschöne Auswirkungen», so der Kommandant des Log Bat ad hoc. Ein Beispiel: In der Unterkunft wird auch für mehrere Standorte rund um Davos gekocht. Ist aber die Strasse wegen eines Lawinenniedergangs gesperrt, wird der Verpflegungs-Transport erheblich eingeschränkt. «Kaltes und zu spät geliefertes Essen drückt die Moral der Truppe. Das müssen wir verhindern», sagt Oberstlt Micco. Die Durchdiener der Logistikbereitschaftskompanie schaufeln sich durch den Schnee. Sie machen den Zugang frei zur Truppenunterkunft in Davos. Das ist eine zusätzliche Arbeit, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Denn eigentlich wäre schon genug zu tun, das Innere der Unterkunft einzurichten. Ob draussen oder drinnen: Es wird im Hochbetrieb gearbeitet. Die Zeit ist knapp und deshalb sei es umso wichtiger, dass jede und jeder genau weiss, was zu tun ist, sagt ein Soldat. Er richtet zusammen mit anderen Kameraden die Zimmer ein. Mehrere hundert Betten und Kissen gilt es zu beziehen, sodass die Zimmer im Januar wenn die Truppe kommt, bereit sind.

Wer weiss was dann alles passieren wird.

 

Die Unterkunft in Davos ist weitläufig und das Gebäude wirkt riesig. Dass hier schon bald mherere hundert Armeeangehörige einziehen werden, sei kaum vorstellbar, sagt Soldat Adrian Wyss. Er ist Truppenbuchhalter bei der Log Ber Kp 204 und zum ersten Mal in Davos. Gespannt blickt er auf den Monat Januar. «Wer weiss, was dann alles passieren wird. Der Schnee, die vielen Leute und das spezielle Umfeld ausserhalb der Kaserne bringen vielleicht die eine oder andere Überraschung mit sich.» Er sei aber zuversichtlich, dass alles klappen wird. Ansonsten gebe es für alles eine Lösung.

Szenenwechsel: In der Küche der Truppenunterkunft werden im Januar bis zu 600 Menüs pro Mahlzeit gekocht. Der Betrieb wird während 24 Stunden aufrechterhalten und dies im Schichtsystem. Das verlange eine durchdachte Logistik und vor allem viel Ausdauer und Geduld für das Küchenpersonal, sagt der stellvertretende Küchenchef Orell Schenk. «Wir kochen zu jeder Zeit. Es gibt Armeeangehörige, die beginnen ihre Schicht in der Nacht. Das heisst, dass wir für sie beispielsweise um 01.00 Uhr das Frühstück zubereiten. Oder andere kommen um 09.00 Uhr von ihrer Schicht zurück und nehmen dann das Abendessen zu sich.» Im Januar würden dann täglich bis zu 12 Köche am Herd stehen, sagt Soldat Schenk.

Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen.

 

In der Küche und in der gesamten Unterkunft sind Ordnung und Hygiene wesentlich. Dafür verantwortlich ist Hptfw Riccarda Schweiger von der Ter Div 3. Sie ist zum ersten Mal in Davos im Einsatz und hat einerseits Respekt vor den Herausforderungen, andererseits sei sie mit viel Freude gekommen. «Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen. Dadurch lerne ich viel und kann mich so persönlich weiterentwickeln», sagt Hpftw Schweiger. Im Dezember ging es hauptsächlich darum, sich ein Überblick zu schaffen und die Unterkunft kennenzulernen. Daraus werde sie dann ein System erarbeiten, damit im Januar alles seine geordneten Bahnen geht. Schliesslich befänden sich dann viele Armeeangehörige im Haus. Und als Hptfw habe sie eine grosse Verantwortung zu tragen.

Draussen verziehen sich die Wolken. Der Himmel zeigt sich und die Sonne scheint auf die verschneite schon fast märchenhafte Landschaft. Von den Balkonen der Unterkunft hat man ein wunderschönes Panorama über Davos und auf die Berge. Es ist ein Ort, um einige Minuten Stille zu halten, um sich dann wieder in den Hochbetrieb der Vorbereitungen zu stürzen. Im Januar geht es los. Dann muss alles bereit sein. Oder um es mit den Worten von Hptfw Schweiger zu sagen: «Wir werden den Januar rocken».