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Verteidigungsattaché-Dienst

Aufgaben, Funktion und Leistungen der Verteidigungsattachés

Krisenresistentes und bündnisunabhängiges Netzwerk, Informationsbeschaffung und Auswertung

Die Verteidigungsattachés (VA) bauen ein auf die Bedürfnisse der schweizerischen Sicherheitspolitik und der Armee ausgerichtetes krisenresistentes und bündnisunabhängiges Netzwerk auf, betreiben dieses und sorgen für dessen leistungs- und wirkungsorientierte Weiterentwicklung. Dieses Netzwerk ist gleichzeitig Leistung der VA und Voraussetzung für deren weitere Tätigkeiten. Es basiert auf dem Direktzugang zu Verteidigungsministerien und Generalstäben. Dieser Zugang ist für Krisenfrüherkennung und -bewältigung und für die bilaterale Zusammenarbeit wichtig.

Der VA kann im Falle von krisenhaften Entwicklungen die Handlungsoption seiner Akkreditierungsstaaten ausloten, Konsequenzen für die Schweiz beurteilen und die Interessen der Schweiz bereits frühzeitig einbringen bzw. auf Entwicklungen, die nicht im Sinne der Schweiz laufen, hinweisen. Die Bereitschaft zum Austausch von Informationen ist Ausdruck des Vertrauens, das nur durch beständige Kontakte geschaffen und aufrechterhalten werden kann.

Da die Schweiz mit vielen Staaten militärische Informationsschutzabkommen abgeschlossen hat, ist erfahrungsgemäss die Bereitschaft der Gesprächspartner, auch vertrauliche Informationen auszutauschen, viel höher als gegenüber den Medien.

Beziehungsmanagement

Zur Bewältigung der meisten Bedrohungen und Gefahren ist die Schweiz auf die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern angewiesen.

Beiträge zu Umsetzung der militärischen Ausbildungszusammenarbeit und der Kooperationsvorgaben des Chef der Armee

Für die Schweiz ist die Kooperationsfähigkeit eine wesentliche Voraussetzung zur Wahrung der politischen und militärischen Handlungsfreiheit und Solidarität.

Aus- und Weiterbildung im Ausland und Austausch von Einsatzerfahrungen

Damit die Aus- und Weiterbildung von Schweizer Offizieren und Unteroffizieren im Ausland den Bedürfnissen der Armee genügt, bedarf es der kontinuierlichen Verfolgung des Ausbildungsangebotes. Aufgrund des Zugangs zu den zuständigen ausländischen Verwaltungsstellen bzw. der Kommandos der Ausbildungsinstitutionen verfügt der VA nicht nur über die ohnehin im Internet abrufbaren Informationen zu Kursen, sondern auch über den Stand der Planung und kann so zur besseren Nutzung künftiger Angebote beitragen.

Direktkontakt auf hoher Ebene

Der Verteidigungsattaché als Begleitoffizier

Zur Wahrnehmung sicherheitspolitischer und militärischer Interessen sind direkte Kontakte und Erfahrungsaustausch zwischen politisch und militärisch verantwortlichen Chefs von zentraler Bedeutung. Dazu gehören die Kontakte des Chef VBS und des Chefs der Armee, aber auch die Kontakte und Stabsgespräche zu Planung, Operationen, Rüstung, etc.

Beratung der Missionschefs

Der VA ist als Spezialist in die jeweilige Botschaft integriert. In dieser Funktion leistet er den sicherheitspolitischen und militärischen Beitrag zur Lage- und Risikobeurteilung der Botschaft und zur Interessenwahrung vor Ort.

Stationierung der Verteidigungsattachés

Aus den Interessen der schweizerischen Sicherheitspolitik und der Armee ergeben sich folgende Kriterien und Anforderungen für die Beurteilung der Stationierung:

  • die Informationsbedürfnisse von VBS und Armee zur frühzeitigen Erkennung von Gefährdungen sicherheitspolitischer und militärischer Interessen und als Voraussetzung des Beziehungsmanagements;
  • die Kooperationsbedürfnisse von VBS und Armee, sowie
  • die Bewältigung von Krisen und Konflikten mit Auswirkungen auf die Schweiz aber auch von Umwelt- und zivilisatorischen Katastrophen.

Der Verteidigungsattaché

Interview Verteidigungsattaché Kairo

Der Verteidigungsattaché-Dienst ist kein Karrieredienst im Sinne des EDA, in den junge Leute nach ihrem Studium eintreten und während verschiedenen Einsätzen im In- und Ausland Erfahrungen sammeln können.

Aufgrund der hohen Visibilität des VA im Ausland unmittelbar nach Einsatzbeginn verlangt das Stellenprofil Berufs- und Lebenserfahrung sowie militärische Breitenerfahrung. Ausserdem ist die Fehlertoleranz von Beginn an gering.

Diese Umstände begründen die Wichtigkeit der Ausbildung und setzen gleichzeitig hohe Anforderungen.

 

Sozialkompetenz

  • Analysefähigkeit;
  • Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit;
  • Team- und Führungsfähigkeit;
  • Interesse an anderen Kulturen;
  • Offenheit gegenüber Veränderungen;
  • Flexibilität und Improvisationsfähigkeit;
  • gute physische und psychische Gesundheit und Belastbarkeit;
  • Fähigkeit, sich in Frage zu stellen;
  • Authentische Persönlichkeit.

 

Sach- und Fachkompetenz

  • gute Allgemeinbildung;
  • gute Kenntnisse der schweizerischen Sicherheitspolitik und der Armee;
  • Offiziersgrad (Oberst oder Oberstleutnant);
  • abgeschlossenes Studium bzw. abgeschlossene Berufslehre mit Weiterbildung;
  • mehrjährige Berufserfahrung;
  • militärische Breitenerfahrung;
  • Sprachkenntnisse (Niveau Englisch: Certificate in Advanced English);
  • eine zweite Landessprache (dt, fr, it).

 

Ausbildung

Die Ausbildung der Verteidigungsattachés dauert sechs Monate und trägt den modernen Erkenntnissen der Erwachsenenbildung, einem breiten Sicherheitsbegriff und vor allem den Bedürfnissen der Leistungsbezüger Rechnung.

 

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Armeestab Internationale Beziehungen Verteidigung
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Papiermühlestrasse 20
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