EUFOR LOT & MTT

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Einsatzbezogene Ausbildung KFOR SWISSCOY und EUFOR LOT

EUFOR: Schweizer Soldaten in Bosnien-Herzegowina

Am 16. Dezember 2004 stimmte das Parlament nachträglich dem Entscheid des Bundesrates zu, das VBS zu ermächtigen, zum Selbstschutz bewaffnete Armeeangehörige in der multinationalen European Union Force (EUFOR) zugunsten der Mission ALTHEA in Bosnien-Herzegowina einzusetzen. Der Einsatz umfasst gleichzeitig höchstens vier Stabsoffiziere und zwei Liaison and Observation Teams (LOT), bestehend aus je acht Armeeangehörigen. Die völkerrechtliche Grundlage für diesen Entscheid bietet die UNO-Resolution 1575. Am 16. Februar 2011 entschied der Bundesrat, das militärische Engagement zugunsten der EUFOR um ein maximal sechsköpfiges «Mobile Training Team» (MTT) aufzustocken. Das EUFOR-Mandat wurde mit der UNO-Resolution 2443 vom 6. November 2018 um ein weiteres Jahr verlängert.
 

Die LOTs sind über ganz Bosnien-Herzegowina an bekannten und potentiellen Konfliktherden stationiert. Sie sind das Frühwarnsystem der EUFOR und arbeiten eng vernetzt mit der lokalen Bevölkerung und den lokalen Behörden sowie mit den in derselben Gegend aktiven internationalen Organisationen zusammen. LOT-Angehörige arbeiten stets in völliger Transparenz und sind dabei immer als Angehörige der EUFOR erkennbar. Seit Dezember 2004 bilden acht Schweizer Armeeangehörige ein LOT und sind mit zwei weiteren Stabsoffizieren für ALTHEA im Einsatz. Anfang Mai 2005 stockte die Schweiz ihre Beteiligung an ALTHEA um ein zweites LOT und zwei weitere Stabsoffiziere auf. Die Schweizer LOT-Häuser mit je acht Schweizern befinden sich heute in Mostar und Trebinje. Drei Stabsoffiziere arbeiten im Hauptquartier der EUFOR sowie im LOT Coordination Center (LCC) im Camp Butmir in Sarajewo. Ein Unteroffizier stellt die Logistische Versorgung der Schweizer Beteiligung (LOT und MTT) ebenfalls ab Camp Butmir in Sarajewo sicher.

Seit Juni 2011 bilden 6 Schweizer Kleinwaffen-, Munitions- und Sprachexperten im Rahmen eines «Mobile Training Teams» (MTT) die Streitkräfte von Bosnien-Herzegowina in der Bewirtschaftung von Munitions- und Waffenlagern aus. Die Schweizer Experten sind jeweils für zeitlich begrenzte, spezifische Ausbildungssequenzen vor Ort. Weiter besteht das MTT aus Experten von drei truppenstellenden Nationen der EUFOR (Schweiz, Österreich und Schweden), wobei der Schweiz die Rolle der Lead-Nation zukommt. Das MTT ist Teil des EUFOR-Auftrages zum Wissens- und Kapazitätsaufbau, der die Voraussetzungen schaffen soll, mittelfristig die Präsenz der internationalen Friedenstruppen in Bosnien-Herzegowina zu beenden.

Die operationelle Verantwortung für Einsatzvorbereitung und -betreuung sowie die Auswahl der Freiwilligen ist beim Kompetenzzentrum SWISSINT im Kommando Operationen verankert.

Von Juni 2005 bis September 2009 beteiligte sich auch die Luftwaffe an dieser EUFOR-Mission: Ein Helikopter Detachement war stets einsatzbereit und transportierte Personen und Fracht zugunsten EUFOR ALTHEA in insgesamt 2‘635 Flugstunden. Das Helikopter-Team war anfänglich in Banja Luka und dann in Sarajewo stationiert. Es umfasste zwei Cougar Transporthelikopter (ein Einsatzhelikopter und ein Helikopter als Reserve) mit 3 Piloten, 3 Personen Bodencrew und 1 Logistik-Koordinator.

Das Schweizer Engagement geht auf eine Anfrage von Grossbritannien (ehemalige Führungsnation der EUFOR) zurück. Die EUFOR in Bosnien-Herzegowina startete im November 2004 mit einer Truppenpräsenz von rund 7‘000 Personen und umfasst heute noch rund 600 Personen. Die EUFOR löste die NATO-geführte SFOR (Stabilization Force) ab, die seit Ende 1996 mit ihrer Präsenz massgeblich zur Stabilisierung in Bosnien-Herzegowina beigetragen hatte. Die SFOR ging aus der IFOR (Implementation Force) hervor, die 1995 nach Abschluss des Dayton-Abkommens mit einer Stärke von 60‘000 Soldaten die Aufgabe hatte, ein sicheres Umfeld in Bosnien-Herzegowina zu schaffen. Das Kommando lag bei der NATO, die von der UNO das Mandat hierfür erhalten hatte. Wie die IFOR (RE 1031) stützte sich auch die SFOR (RE 1088) auf eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates und verfügte damit über ein Mandat der internationalen Staatengemeinschaft zur Friedenssicherung.     

Die Schweiz nahm auch an zivilen friedensunterstützenden Operationen der EU im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) teil. So beteiligte sie sich mit Zivilpolizisten an der EUPM (European Union Police Mission) in Bosnien-Herzegowina von 2003 bis 2012. Bosnien-Herzegowina ist ein Schwerpunktland der schweizerischen Osteuropa-Zusammenarbeit, weshalb die Schweiz ein grosses Interesse daran hat, sich auch an den militärischen Stabilisierungsbemühungen in diesem Land aktiv zu beteiligen. Die internationale Militär- und Zivilpräsenz in Bosnien-Herzegowina war massgeblich Voraussetzung dafür, die Rückkehr von Tausenden von bosnischen Asylbewerbern und Flüchtlingen aus der Schweiz in ihr Herkunftsland zu ermöglichen. Von März 2004 bis Dezember 2005 kamen ferner in der Operation PROXIMA in Mazedonien schweizerische Zivilpolizisten zum Einsatz.