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EUFOR LOT & MTT

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Einsatzbezogene Ausbildung KFOR SWISSCOY und EUFOR LOT

EUFOR: Schweizer Soldaten in Bosnien-Herzegowina

Am 16. Dezember 2004 stimmte das Parlament nachträglich dem Entscheid des Bundesrates zu, das VBS zu ermächtigen, zum Selbstschutz bewaffnete Armeeangehörige in der multinationalen European Union Force (EUFOR) zugunsten der Mission ALTHEA in Bosnien-Herzegowina einzusetzen. Der Einsatz umfasst gleichzeitig höchstens vier Stabsoffiziere und zwei Liaison and Observation Teams (LOT), bestehend aus je acht Armeeangehörigen. Die völkerrechtliche Grundlage für diesen Entscheid bietet die UNO-Resolution 1575. Am 16. Februar 2011 entschied der Bundesrat, das militärische Engagement zugunsten der EUFOR um ein maximal sechsköpfiges «Mobile Training Team» (MTT) aufzustocken. Das EUFOR-Mandat wurde mit der UNO-Resolution 2496 um ein weiteres Jahr bis November 2020 verlängert.

Die operationelle Verantwortung für Einsatzvorbereitung und -betreuung sowie die Auswahl der Freiwilligen ist beim Kompetenzzentrum SWISSINT im Kommando Operationen verankert.
 

Die LOTs sind über ganz Bosnien-Herzegowina an bekannten und potentiellen Konfliktherden stationiert. Sie sind das Frühwarnsystem der EUFOR und arbeiten eng vernetzt mit der lokalen Bevölkerung und den lokalen Behörden sowie mit den in derselben Gegend aktiven internationalen Organisationen zusammen. LOT-Angehörige arbeiten stets in völliger Transparenz und sind dabei immer als Angehörige der EUFOR erkennbar. Seit Dezember 2004 bilden acht Schweizer Armeeangehörige ein LOT und sind mit zwei weiteren Stabsoffizieren für ALTHEA im Einsatz. Anfang Mai 2005 stockte die Schweiz ihre Beteiligung an ALTHEA um ein zweites LOT und zwei weitere Stabsoffiziere auf. Die Schweizer LOT-Häuser mit je acht Schweizern befinden sich heute in Mostar und Trebinje. Drei Stabsoffiziere arbeiten im Hauptquartier der EUFOR sowie im LOT Coordination Center (LCC) im Camp Butmir in Sarajewo. Ein Unteroffizier stellt die Logistische Versorgung der Schweizer Beteiligung (LOT und MTT) ebenfalls ab Camp Butmir in Sarajevo sicher.

Die Schweiz amtet als Leadnation des MTT, welches im Rahmen der Operation EUFOR ALTHEA die Streitkräfte von Bosnien-Herzegowina im Wissens- und Kapazitätsaufbau im Bereich Waffen und Munition unterstützt. Die bis zu sechs Schweizer Kleinwaffen-, Munitions- und Sprachexperten führten von 2011 bis 2019 zeitlich begrenzte, spezifische Ausbildungssequenzen in der Bewirtschaftung von Munitions- und Waffenlagern durch. Seit 2020 fokussieren sich nun die Projekte und Ausbildungstätigkeiten auf die Kleinwaffen. Damit werden die Bestrebungen und das Ziel unterstützt, die Streitkräfte von Bosnien-Herzegowina zu befähigen, ihre Waffen- und Munitionsbestände einerseits gemäss internationalen Richtlinien signifikant zu reduzieren, andererseits die Restbestände sicher einzulagern und zu bewirtschaften. Das Schweizer MTT leistet zusammen mit den Experten des schwedischen und norwegischen MTT somit einen wesentlichen Beitrag, um
mittelfristig die Präsenz der internationalen Friedenstruppen in Bosnien-Herzegowina zu beenden.  

Das Schweizer Engagement geht auf eine Anfrage von Grossbritannien (ehemalige Führungsnation der EUFOR) zurück. Die EUFOR in Bosnien-Herzegowina startete im November 2004 mit einer Truppenpräsenz von rund 7‘000 Personen und umfasst heute noch rund 600 Personen. Die EUFOR löste die NATO-geführte SFOR (Stabilization Force) ab, die seit Ende 1996 mit ihrer Präsenz massgeblich zur Stabilisierung in Bosnien-Herzegowina beigetragen hatte. Die SFOR ging aus der IFOR (Implementation Force) hervor, die 1995 nach Abschluss des Dayton-Abkommens mit einer Stärke von 60‘000 Soldaten die Aufgabe hatte, ein sicheres Umfeld in Bosnien-Herzegowina zu schaffen. Das Kommando lag bei der NATO, die von der UNO das Mandat hierfür erhalten hatte. Wie die IFOR (RE 1031) stützte sich auch die SFOR (RE 1088) auf eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates und verfügte damit über ein Mandat der internationalen Staatengemeinschaft zur Friedenssicherung.     

Bosnien-Herzegowina ist ein Schwerpunktland der schweizerischen Osteuropa-Zusammenarbeit, weshalb die Schweiz ein grosses Interesse daran hat, sich auch an den militärischen Stabilisierungsbemühungen in diesem Land aktiv zu beteiligen. Die internationale Militär- und Zivilpräsenz in Bosnien-Herzegowina war massgeblich Voraussetzung dafür, die Rückkehr von Tausenden von bosnischen Asylbewerbern und Flüchtlingen aus der Schweiz in ihr Herkunftsland zu ermöglichen.