Missionen

Militärische Friedensförderung seit 1953

Camp Bir Lahou in der Westsahara.
Die Schweizer Armee engagiert sich seit 2014 mit Militärbeobachtern in der Westsahara.

Die Geburtsstunde der schweizerischen militärischen Friedensförderung war 1953, als der Bundesrat 146 bewaffnete Armeeangehörige nach Korea entsandte, um sich an den beiden Kommissionen NNRC (neutrale Heimschaffungskommission für Kriegsgefangene) und NNSC (neutrale Überwachungskommission für den Waffenstillstand zwischen den beiden Korea) zu beteiligen. Die NNRC stellte ihre Tätigkeit Ende Februar 1954 wieder ein, da sie ihre Aufgabe, die Durchführung und Beendigung des Gefangenenaustausches, erfüllt hatte. Die NNSC besteht noch heute, allerdings mit verändertem Mandat. Sie wird von der Schweizer Armee mit fünf Offizieren in Panmunjeom unterstützt. 

Unbewaffnete Militärbeobachtereinsätze der Schweiz gibt es seit 1990. Zur Zeit leisten Schweizer Offiziere als Militärbeobacher oder Verbindungsoffizier (diese zwei Funktionen werden auch unter dem Begriff "UN Military Expert on Mission" zusammengefasst) sowie als Stabsoffizier einen friedensfördernden Einsatz. Sie sind Teil der UNTSO (Naher Osten, 13), MONUSCO (DR Kongo, 3), UNMISS (Südsudan, 1), MINUSMA (Mali, 5), UNMOGIP (Kaschmir, 3) und MINURSO (Westsahara, 2). Als verlängerter Arm des UNO-Sicherheitsrates vor Ort leisten sie in diesen Konfliktzonen einen wichtigen Beitrag für den Frieden. 

Weiter engagiert sich die Schweizer Armee seit 1999 mit der SWISSCOY an der Kosovo-Friedensmission KFOR, basierend auf der UNO-Resolution 1244 und dem Bundesratsbeschluss vom 23. Juni 1999. Das Mandat wurde vom Parlament bis Ende 2020 befristet. Die SWISSCOY setzt sich aus max. 190 zum Selbstschutz bewaffneten Freiwilligen zusammen und umfasst unter anderem folgende Elemente: JRD-North, vier LMT (Liaison and Monitoring Team), Nationales Support Element (nationale logistische Aufgaben und binationale Dienstleistungen), Medical Team, Militärpolizei (multi- und national) sowie ein EOD-Team (Kampfmittelbeseitigung). Zusätzlich steht der KFOR ein Lufttransport-Detachement zur Verfügung, das über zwei Helikopter verfügt, wobei einer als technische Reserve dient. 

Seit Anfang November 2004 beteiligt sich die Schweiz an der Mission EUFOR ALTHEA in Bosnien-Herzegowina. Zurzeit bilden 16 Offiziere und Unteroffiziere zwei so genannte Beobachtungs- und Verbindungsteams (LOT) in Mostar und Trebinje. Weiter sind vier Stabsoffiziere im LOT Coordination Center (LCC) und im Hauptquartier EUFOR im Camp Butmir in Sarajewo tätig. Im Juni 2011 wurde das Schweizer Engagement in der EUFOR um ein sogenanntes „Mobile Training Team“ (MTT) aufgestockt. 6 Kleinwaffen-, Munitions- und Sprachexperten bilden im Rahmen eines multinationalen Expertenteams die Streitkräfte von Bosnien-Herzegowina in der Bewirtschaftung von Munitions- und Waffenlagern aus. Sie sind jeweils für zeitlich begrenzte, spezifische Ausbildungssequenzen vor Ort.

Im Bereich humanitäre Minenräumung kommen in Südsudan (2), in der Demokratischen Republik Kongo (6), in der Westsahara (2) und in Tunesien (1) Schweizer in verschiedenen Funktionen zum Einsatz. Beispielsweise als Berater in den Bereichen Logistik und Technik oder als IMSMA-Experte.

In New York befinden sich drei Schweizer in der UNOPS  (UN Office for Project Services). Die Schweizer Armee unterstützt zusätzlich das Hauptquartier der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE ) in Wien mit vier Personen.

Drei Offiziere arbeiten im Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC ) in Ghana und drei im International Peace Support Training Centre (IPSTC ) in Kenia.

Kompetenzzentrum SWISSINT

Friedensförderung im internationalen Rahmen ist einer der drei Aufträge der Schweizer Armee und ist als solcher im Militärgesetz verankert. Ausgeführt wird dieser Auftrag durch das Kompetenzzentrum SWISSINT in Stans.

Hier erfahren Sie mehr über das Kompetenzzentrum SWISSINT.