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MitteilungVeröffentlicht am 5. Juni 2023

Abschluss der WEA: Die Wiedereinführung der Mobilmachung hat den Corona-Test bestanden

Das Projekt «Weiterentwicklung der Armee», kurz WEA, wurde am 31. Dezember 2022 abgeschlossen. Der Bundesrat hat den Schlussbericht am 2. Juni 2023 verabschiedet. In einer Artikelreihe gehen wir auf die vier Kernpunkte der WEA und auf die in diesen Bereichen erreichten Ergebnisse ein. Thema dieses ersten Artikels ist die höhere Bereitschaft.

Eine höhere Bereitschaft war einer der vier Kernpunkte des Projekts «Weiterentwicklung der Armee» (WEA) – neben einer effektiveren Kaderausbildung, der vollständigen Ausrüstung und der regionalen Verankerung. Das Ziel der höheren Bereitschaft ist, der Armee zu ermöglichen, auch bei einem unerwarteten Ereignis wie einer Naturkatastrophe schnell Truppen einzuberufen, auszurüsten und einzusetzen.

Einführung eines abgestuften Bereitschaftssystems

Die Mobilmachung wurde in Form eines Systems der abgestuften Bereitschaft wiedereingeführt. Das bedeutet, dass unterschiedliche Einsatzelemente gestaffelt mobilisiert werden können (siehe Grafik). In einer ersten Phase mobilisiert die Armee die sogenannten «Mittel der ersten Stunde». Danach folgen die Milizformationen mit hoher Bereitschaft (MmhB). Die Armeeangehörigen dieser Formationen können über eAlarm einberufen werden und müssen dann innerhalb von 24 bis 96 Stunden den Dienst antreten. Weitere rund 35 000 Armeeangehörige können schliesslich innerhalb von zehn Tagen mit einem Marschbefehl aufgeboten werden.

Von den ersten überzeugenden Tests…

Seit Beginn der Umsetzung der WEA wurde die Mobilmachung geübt, zunächst mit den MmhB. Es fanden regelmässige Ausbildungs- und Testalarme statt, mit denen die Erreichbarkeit und das Verhalten der Armeeangehörigen überprüft wurden. Diese ersten Tests verliefen erfolgreich. Es war geplant, die Mobilmachungsübungen ab 2020 mit anderen Formationen fortzusetzen. Doch die Corona-Pandemie änderte die Sachlage.

…bis zur Feuertaufe

Am 16. März 2020 entschied der Bundesrat angesichts des Ausbruchs der Corona-Pandemie, bis zu 8000 Armeeangehörige zur Unterstützung des Gesundheitswesens aufzubieten. Nach den Mitteln der ersten Stunde wurden MmhB einberufen, wie beispielsweise die Sanitätskompanien und die Spitalbataillone. Die Mobilmachungsprozesse wurden also bereits in der Einführungsphase auf die Probe gestellt. Die Armeeangehörigen wurden wie vorgesehen über eAlarm aufgeboten. Ein Test unter realen Bedingungen, der von Erfolg gekrönt war. Über 80 % der einberufenen Armeeangehörigen erschienen pünktlich am angegebenen Ort. Nach einer dreitägigen Schulung als Vorbereitung auf ihren Einsatz waren mehrere Tausend Armeeangehörige bereit für die Unterstützung des zivilen Gesundheitswesens. Zu weiteren Einsätzen kam es im November 2020 und im Dezember 2021.

Bestimmte Einzelheiten können noch verbessert werden. Doch die ersten Tests und die Feuerprobe während der Corona-Pandemie haben klar gezeigt: Das im Rahmen der WEA eingeführte System der abgestuften Bereitschaft funktioniert.