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MitteilungVeröffentlicht am 14. Juni 2023

Abschluss der WEA: die Herausforderung der vollständigen Ausrüstung

Das Projekt «Weiterentwicklung der Armee», kurz WEA, wurde am 31. Dezember 2022 abgeschlossen; der Bundesrat hat den Abschlussbericht am 2. Juni 2023 verabschiedet. Dieser dritte Artikel beschäftigt sich mit dem Thema der vollständigen Ausrüstung und den damit verbundenen Herausforderungen.

Eines der Ziele der WEA war, die Armee vollständig auszurüsten, sodass sie die geforderten Leistungen erbringen kann. Es war vorgesehen, dass die Mittel der ersten Stunde sowie die Milizformationen mit hoher Bereitschaft über reserviertes Material verfügen würden. Den Schulen und Kursen sollte das notwendige Material für das Erreichen der Ausbildungsziele zur Verfügung stehen.

Diese Ziele entsprachen einer Maximalvariante, die bei der Umsetzung der WEA nicht realisiert werden konnte. Daher gilt es, Ausrüstungslücken zu schliessen, in erster Linie durch Ersatz- oder Neubeschaffungen am Ende der Nutzungsdauer von Systemen. Beschaffungen sollen jedoch nur getätigt werden, wenn sie technisch noch sinnvoll sind. So kann die Armee ihr verfügbares Material priorisieren und in neues, dem aktuellen Stand der Technik entsprechendes Material investieren.

Die Armee ist aktuell in der Lage, wahrscheinliche Einsätze kurz- und mittelfristig zu leisten und gleichzeitig die Ausbildung in den Schulen und Kursen sicherzustellen. Langfristig und in Anbetracht der aktuellen geopolitischen Lageentwicklung gilt es jedoch, die Ausrüstung und die Bevorratung der Armee so zu erweitern, dass sie künftig im Sinne der Verteidigungsfähigkeit zur Abwehr eines militärischen Angriffs fähig ist.

Die Verteidigungsfähigkeit stärken

Infolge der Aggression Russlands gegen die Ukraine hat das Parlament den Bundesrat damit beauftragt, das Armeebudget bis ins Jahr 2035 schrittweise auf mindestens 1 % des BIP zu erhöhen. Die Ausrüstung und die Bevorratung sollen erweitert werden, damit die Verteidigungsfähigkeit der Armee gestärkt wird. Die zusätzlichen Mittel ermöglichen es der Armee, Fähigkeiten wie die Cyberabwehr auszubauen, Fähigkeitslücken früher als geplant zu schliessen und bestehende Fähigkeiten zu erhalten, indem die Ausrüstung vervollständigt und modernisiert wird. Die Investitionsplanung der Armee 2023 bis 2035 zeigt die geplante Verwendung dieses Budgets durch die Armee.

Eine fähigkeitsorientierte Entwicklung

In der Zukunft setzt die Armee im Rahmen der jährlichen Armeebotschaft auf eine kontinuierliche und fähigkeitsorientierte Entwicklung. Der Fokus wird nicht mehr auf dem Ersetzen von Systemen am Ende deren Nutzungsdauer liegen, sondern auf Fähigkeiten. Diese werden aus dem Kontext und der Lage abgeleitet und dann konkretisiert. Dadurch soll die Armee flexibel und ohne Zeitverzug auf relevante wirtschaftliche, technologische, gesellschaftliche und sicherheitspolitische Entwicklungen reagieren können.

Die Armee weiss genau, welche Fähigkeiten entwickelt werden müssen. Sie richtet sich auf hybride Konflikte aus und setzt künftig mobilere und modulare Systeme ein. Dabei orientiert sie sich an ihren Berichten über die Luftverteidigung der Zukunft (2017), die Zukunft der Bodentruppen (2019) und die Gesamtkonzeption Cyber (2023).