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MitteilungVeröffentlicht am 5. Juni 2026

Schweizer Fachkompetenz als Schlüssel erfolgreicher multinationaler Zusammenarbeit

Die SWISSCOY verfügt über vielfältige Kompetenzen und breites Fachwissen, die wesentlich zur Auftragserfüllung der KFOR beitragen. Insbesondere im Bereich der Transport- und Genieleistungen unterstützen Schweizer Armeeangehörige nicht nur die Grundaufträge der Mission, sondern leisten auch bei aussergewöhnlichen technischen und logistischen Herausforderungen einen entscheidenden Beitrag. Damit stärken sie die erfolgreiche multinationale Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern.

Bisher konnte ein Rotoraustausch an einem Airbus A400M der Deutschen Luftwaffe nur in spezialisierten Wartungshallen stattfinden. Dank Schweizer Spezialfahrzeugen und breitem Know-how konnte die Reparatur erfolgreich durchgeführt werden.

Text und Fotos Micha Brändli, Kommunikation SWISSINT

Die Aufgaben der SWISSCOY im Kosovo sind ebenso vielfältig wie anspruchsvoll. Neben klassischen Transportaufträgen, logistischen Unterstützungsleistungen und Genieeinsätzen zugunsten der Kosovo Force (KFOR) gehören auch kurzfristige Spezialaufträge zum Einsatzspektrum, wenn besondere Fachkompetenz, Flexibilität und präzise Koordination gefragt sind. Ein solcher Spezialauftrag stellte kürzlich der Austausch eines Rotors an einem Airbus A400M der Deutschen Luftwaffe dar.

Präzision und Flexibilität unter Einsatzbedingungen

Bei einem Versorgungsflug nach Pristina wurde beim Transportflugzeug nach der Landung ein Triebwerksproblem festgestellt. Nach technischen Abklärungen stand fest: Einer der vier Propeller musste komplett ersetzt werden. Für die Deutsche Luftwaffe stellte dies eine neue Herausforderung dar. Ein solcher Rotorwechsel war bislang ausschliesslich in spezialisierten Wartungshallen in Deutschland durchgeführt worden. Dennoch musste die Reparatur vor Ort im Kosovo erfolgen. Innert kürzester Zeit stellte die Schweizer Transportkompanie der Joint Logistic Support Group (JLSG) sowie der Schweizer Pionierzug Spezialfahrzeuge und Fachwissen zur Verfügung. Gabelstapler, Tiefbettanhänger, Lastwagen und ein Radkran wurden organisiert. Selbst scheinbar einfache Aufgaben wurden zur Herausforderung: Der neue Rotor hatte einen Durchmesser von rund fünfeinhalb Metern und musste mit einer Antonov aus Deutschland eingeflogen werden.

Für den Austausch des Rotors mussten Transportwege, Hebemittel, Platzverhältnisse und technische Abläufe millimetergenau geplant und umgesetzt werden, um Material, Flugzeug und Personal nicht zu gefährden. Gerade die eingesetzten Fahrer der Transportkompanie sowie die Spezialisten des Pionierzugs waren dabei mit ihrer hohen fachlichen Qualifikation, umfassenden Einsatzerfahrung und präzisen Arbeitsweise entscheidend für den Erfolg. Das sichere Manövrieren der Spezialfahrzeuge der SWISSCOY, der punktgenaue Einsatz schwerer Hebemittel sowie das koordinierte Zusammenspiel aller logistischen Komponenten verlangten höchste Professionalität und technisches Können. Bereits kleinste Abweichungen hätten den gesamten Reparaturprozess erheblich verzögern oder gefährden können. Trotz engem Zeitfenster und einer Infrastruktur, die nicht für solche Reparaturarbeiten ausgelegt ist, gelang es dem multinationalen Team dank Schweizer Fachkompetenz, Flexibilität und präziser Koordination, innert kürzester Zeit ein funktionierendes Gesamtkonzept aufzubauen und den erstmaligen Rotorwechsel unter Einsatzbedingungen erfolgreich durchzuführen.

Präzise Koordination als entscheidender Erfolgsfaktor

Gerade bei komplexen multinationalen Unterstützungsleistungen ist eine reibungslose Koordination aller beteiligten Akteure zentral. Unterschiedliche Nationen, technische Spezialisten, logistische Mittel und enge Zeitfenster müssen präzise aufeinander abgestimmt werden, damit auch aussergewöhnliche Herausforderungen erfolgreich bewältigt werden können. Fachoffizier Dario, welcher als Deputy Site Manager die Abläufe bei diesem Auftrag koordinierte, beschreibt diese Verantwortung treffend: «Am Ende geht es darum, dass alles reibungslos funktioniert», erklärt er. «Das richtige Objekt muss am richtigen Ort sein und die richtigen Informationen müssen zur richtigen Zeit verfügbar sein.» Für ihn zeigt dieses Projekt exemplarisch den Mehrwert der Schweizer Spezialisten innerhalb der KFOR: «Die Schweiz beweist hier ihre Stärke durch breites ziviles Fachwissen, Expertise aus der Miliz, und die gezielte Einsatzvorbereitung durch SWISSINT». Gerade die Kombination aus militärischer Ausbildung und ziviler Berufserfahrung ermöglicht es den Angehörigen der SWISSCOY, auch aussergewöhnliche Herausforderungen flexibel und pragmatisch zu lösen.

Der erfolgreiche Rotorwechsel brachte nicht nur der Deutschen Luftwaffe wichtige Erkenntnisse. Auch für die Schweizer Beteiligten war das Projekt wertvoll. Prozesse mussten neu entwickelt, Abläufe improvisiert und Lösungen unter realen Einsatzbedingungen gefunden werden. «Wir setzen damit einen Blueprint», sagt Dario. «Dieses Wissen ist für uns und auch für die Deutschen unglaublich wertvoll.» Die Erfahrungen aus solchen Einsätzen fliessen später zurück in die Schweiz – sei es in die Ausbildung, die Einsatzvorbereitung oder technische Verfahren. Damit stärken sie die Interoperabilität der Schweizer Armee, erweitern ihre einsatzrelevanten Kompetenzen und leisten gleichzeitig einen konkreten Beitrag zur verlässlichen Unterstützung eines wichtigen Partners der Schweiz.