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MitteilungVeröffentlicht am 8. Juni 2026

Rund um die Uhr im Einsatz

Das Tactical Operations Center (TOC) von SWISSINT ist die zentrale Dreh­scheibe für die Lageverfolgung in den Einsatzgebieten sowie für opera­tive und administrative Prozesse der militärischen Friedensförderung. Als permanente Anlaufstelle steht es in engem, täglichem Kontakt mit den Peacekeeperinnen und Peacekeepern – sowohl im Einsatz als auch vor und nach der Mission.

Philipp Jordi führt als Chef TOC ein Team von mehreren einsatzerfahrenen Frauen und Männern. Die Kommunikation mit den weltweit engagierten Peacekeeperinnen und Peacekeepern ist ein zentraler Auftrag – vor, während und nach dem Einsatz.

Text Philipp Jordi, Chef Tactical Operations Center (TOC) SWISSINT
Fotos SWISSINT

Im TOC laufen alle relevanten Informa­tionen zusammen, werden analysiert, aufbereitet und gezielt weiterge­leitet. Unsere Arbeit gliedert sich dabei in zwei Bereiche: Rot und Blau. Der Bereich Rot ist für die nachrichtendienstliche Lageverfolgung verant­wortlich. Ziel ist es, jederzeit ein aktuelles, verlässliches und gesamthaftes Lagebild aller Einsatzgebiete zu erstellen. Dazu werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen ausgewertet, unter anderem aus Lageberichten der Kontingente und Einzelpersonen, offenen Quellen, internationalen Partnern sowie internen Meldungen. Auf dieser Grundlage erstellt das TOC regelmässig Risikobeurteilungen, die dem Kommandanten als Ent­scheidungsgrundlage dienen.

Rasche und fundierte Informationen sind essentiell

Kommt es in einem Einsatzgebiet zu politischen Spannungen, Unruhen oder einer Verschlechterung der Sicherheitslage, analysiert Rot die mög­lichen Auswirkungen auf das eingesetzte Personal. In kurzer Zeit wer­den Lageeinschätzungen und Lageentwicklungsmöglichkeiten erarbeitet, Handlungsoptionen aufgezeigt und Empfehlungen formuliert – etwa zur Anpassung von Bewegungsfreiheit, zur Verstärkung von Schutzmassnah­men oder zur temporären Einschränkung von Reisen. Gerade in dynami­schen Lagen ist es entscheidend, rasch, präzise und fundiert zu informie­ren. Im Idealfall gelingt es Eskalationsspiralen im Voraus zu antizipieren, so dass SWISSINT sowie die Peacekeeperinnen und Peacekeeper im Ein­satz vorbereitende Massnahmen einleiten können. Als beispielsweise im April 2023 der Bürgerkrieg im Sudan überraschend ausbrach, verfügte die damalige UNO-Mission über keine kinetischen Mittel, weshalb eine autonome Evakuierung nicht möglich war. Zwei Schweizer Peacekeeper befanden sich zu diesem Zeitpunkt in der Hauptstadt Khartum und konn­ten die Evakuationsbemühungen der UNO durch wertvolles militärisches Know-how unterstützen. Das TOC wiederum konnte dank Partnern aus dem nationalen Sicherheitsverbund den Peacekeepern wichtige Informa­tionen zur Lage in der Stadt und ausserhalb mitteilen, die entscheidend für ihre Evakuierung waren.

Im steten Kontakt mit Peacekeepern weltweit

Der Bereich Blau fokussiert währenddessen auf das Einsatzpersonal und deckt dessen nationale Bedürfnisse ab. Hier wird das Lagebild unserer Peacekeeperinnen und Peacekeeper geführt: Wer befindet sich wann, wo und in welcher Funktion im Einsatz? Blau begleitet das Personal über den gesamten Einsatzzyklus hinweg, von der Einsatzplanung über administrative Vorbereitung bis zur Rückkehr.

Zum TOC-Alltag gehören beispielsweise die Koordination von Flugverbin­dungen bei kurzfristigen Lageänderungen oder die Unterstützung bei all­gemeinen administrativen Fragen aus dem Einsatzgebiet. Auch im Ereig­nisfall, etwa bei einem medizinischen Notfall, stellt Blau sicher, dass relevante Stellen sofort informiert sind und notwendige Massnahmen koordiniert werden können. Die jederzeitige Verfügbarkeit korrekter Ein­satz-und Personaldaten ist dabei essenziell. Ein zentraler Bestandteil des Notfallmanagements ist zudem die stufenübergreifende Ausbildung. Das Kompetenzzentrum SWISSINT stellt sicher, dass alle Mitarbeiten­den sowie sämtliche im Friedensförderungsdienst eingesetzten Schweizer Truppen über die notwendigen Kenntnisse und Handlungssicherheit im Notfallmanagement verfügen. Damit wird gewährleistet, dass Prozesse nicht nur definiert, sondern auch verstanden und im Ernstfall konsequent umgesetzt werden können.

Ein weiterer Auftrag des TOC ist die kontinuierliche Kommunikation mit den Peacekeeperinnen und Peacekeepern. Rückmeldungen aus dem Einsatz werden systematisch erfasst und ausgewertet. Diese Feedbacks fliessen direkt in die Weiterentwicklung von Ausbildungsinhalten, Ein­satzvorbereitung und internen Abläufen ein und bilden die Grundlage dafür, dass Erkenntnisse aus dem Echteinsatz systematisch in den Auf­bau und die Stärkung der Fähigkeiten der Schweizer Armee einfliessen.

Das TOC sorgt dafür, dass Entscheidungen auf einer soliden Informationsbasis getroffen werden können und unsere Peacekeeperinnen und Peacekeeper sich auf eine professionelle Unterstützung verlassen können – rund um die Uhr und weltweit.

Eine besondere Herausforderung für das TOC besteht darin, unterschiedliche Einsatzrealitäten und Zeitzonen zu vereinen und dennoch jederzeit handlungsfähig zu bleiben. So ist das TOC für die Peacekeeperinnen und Peacekeeper stets erreichbar – egal, auf welchem Kontinent sich diese gerade im Einsatz befinden.