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«REMOVE» – Für mehr Flugsicherheit

Die Schweizer Armee baut unter dem Titel «REMOVE» gemeinsam mit weiteren Partnern nicht mehr benötigte Transportbahnen und Leitungen in den Schweizer Alpen zurück. In den letzten sechzehn Jahren konnten rund 400 Anlagen entfernt und damit das Risiko für Flugunfälle vermindert werden.

29.06.2017 | Kommunikation Verteidigung

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Detachementschef Oberleutnant Daniel Dietler

Zwölf Armeeangehörige sind dieses Jahr für das Programm «REMOVE» aufgeboten. Der Wiederholungskurs findet jedes Jahr während drei Wochen in einem Gebiet der Schweiz statt. Er hat das Ziel, durch den Rückbau von nicht mehr benötigten Transportanlagen, Seilbahnen, Strom- und Telefonleitungen die Flugsicherheit zu erhöhen. Bei den im Fokus stehenden Objekten handelt es sich meist um kleinere Anlagen, die nicht bewilligungs- und rückbaupflichtig sind. Die Seile und Leitungen bergen jedoch ein Risiko für den Flugverkehr. Besonders für Helikopter und Gleitschirmflieger sind diese Hindernisse schlecht zu sehen und können zu tragischen Unfällen führen. Die Schweizerische Rettungsflugwacht REGA, das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL, die Flugsicherung skyguide und die Armee haben deshalb 2001 das gemeinsame Projekt «REMOVE» ins Leben gerufen. Rund 400 nicht mehr benötigte Anlagen konnten seither zurückgebaut und damit die  Flugsicherheit erhöht werden.

In ihrer zweiten WK-Woche demontieren die Armeeangehörigen im Tessin bereits die dritte Anlage. Sie befindet sich über Bellinzona am steilen Nordhang. Die Anlage wurde vor 30 Jahren für den Materialtransport zu einem kleinen Sommerhaus hoch über dem Tal gebaut. Seit dem Bau einer Strasse vor drei Jahren wird die Transportbahn nicht mehr benötigt. Der Rückbau erfolgt auf Antrag des Besitzers an die REGA. Der 81-jährige Tessiner ist sehr froh über den Einsatz der Armee und schätzt den für ihn kostenlosen Rückbau.

Es ist harte Arbeit, welche die handverlesenen Soldaten während den drei Wochen leisten. Da die Armee über keine eigenen Seilbahnspezialisten mehr verfügt, ist sie auf ziviles Fachwissen angewiesen. Am Morgen lösen die Milizsoldaten das Tragseil aus der Verankerung. Dafür hängen sie das etwa 500m lange und ca. zwei Tonnen schwere Seil an provisorische Haltevorrichtungen und legen es schliesslich sanft zu Boden. Sicherheit wird dabei gross geschrieben – nicht nur für die beteiligten Soldaten, sondern auch für Wanderer und Autofahrer, welche rechtzeitig angehalten werden müssen. Als nächstes wird das Tragseil von unten her aufgerollt und mit den Masten und der Winde als Altmetall entsorgt.

Die eingesetzten Miliz-Armeeangehörigen leisten zum Teil schon mehrere Jahre ihren Wiederholungskurs für «REMOVE». Um in diesem Programm eingeteilt zu werden sind ein handwerklicher Hintergrund und die Nähe zum Thema wichtig, wie Detachementschef Oberleutnant Daniel Dietler erzählt. So sind etwa Landmaschinenmechaniker, Baumaschinenmechaniker und Seilbahnspezialisten vor Ort anzutreffen. «Mir und meinem Kollegen hat diese Tätigkeit gefallen und wir stellten den Antrag den weiteren Dienst in ähnlichem Rahmen absolvieren zu können», sagt ein Soldat, der schon in der RS für den Seilbahnrückbau eingesetzt worden war. Während den drei WK-Wochen erleben sie zum Teil Aussergewöhnliches: «Das Fliegen mit dem Helikopter ist immer noch speziell. Wenn es wenig Platz hat, müssen wir manchmal aus der Schwebelandung aussteigen», erzählt er begeistert.

Oblt Dietler ist zufrieden mit dem heutigen Einsatz: «Es ging alles gut, mit dem Wetter hatten wir Glück.» Er lobt den Einsatz der Soldaten: «Sie sind sehr tatkräftig, man muss sie manchmal fast bremsen».

Insgesamt rund 400 Anlagen wurden unter dem Programm REMOVE in den letzten Jahren zurückgebaut. Nach diesem Sommer werden es einige mehr sein. Eine anspruchsvolle Leistung zu Gunsten der Flugsicherheit.

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