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Achtung, fertig, WK!

Nächste Woche geht die Jubiläumsausgabe des Weltwirtschaftsforum in Davos über die Bühne – mit tatkräftiger Unterstützung der Armee. Das heisst auch: Tausende AdA rückten heute in ihren WK ein. Cuminaivel hat ihnen dabei auf den Puls gefühlt.

13.01.2020 | CUMINAIVEL | sf

Einrücken

 

Es ist wieder so weit: Aus den hintersten Winkeln des Kellers kramt man verloren geglaubte Militärutensilien, die riechen, als wären sie die letzten sechshundert Jahre in einen Kerker gesperrt gewesen. Um dann am Montagmorgen so früh aufzustehen, dass selbst ein Hahn mit seniler Bettflucht noch im Tiefschlaf ist.

Die Stimmung der WK-Soldaten im Zug nach Chur ist denn auch vor allem von Müdigkeit geprägt. «Ich bin um halb sechs aufgestanden. Das bin ich mir sonst nicht gewohnt», meint Soldat Paco Schwaninger, der auf der Treppe sitzt und Musik hört. Es ist sein erster WK, erst letzten Mai hat der Truppenkoch die RS beendet. Was ihn erwartet, weiss er noch nicht. «Aber es beruhigt mich, dass ich in der Küche im Warmen stehen kann.»

Etwas, das Soldat Cédric Allet nicht von sich behaupten kann. Der Infanterist des Geb Inf Bat 29 führt Personenkontrollen an Checkpoints durch – und zwar bei Wind und Wetter. Trotzdem freut er sich auf seinen zweiten WEF-Einsatz: «Anders als in Übungs-WKs ist die Situation real, das macht einen grossen Unterschied.» Zudem ist er gespannt auf den Besuch von Greta Thunberg: «Das ist etwas Spezielles für mich, weil ich schwedische Wurzeln habe.»

Zwischen Bergen von Rollkoffern, Effektentaschen und Schlafsäcken hat sich bereits ein Grüppchen zukünftiger Kameraden gefunden. Die Soldaten Manuel Furrer und Robin Halter sind Sanitäter in der Kompanie 7. Beide sind zum ersten Mal am WEF und wissen noch nicht, was auf sie zukommt. «Ich freue mich vor allem darauf, die alten Kollegen wiederzusehen und eine gute Zeit zu haben. Und ab und zu ein Bier», lacht Halter.

Auch die Gefreite Karin Christen ist auf dem Weg in den Dienst am WEF. Sie ist ausgelernte Krankenschwester und unterstützt im Rahmen des Rotkreuzdienstes die Sanitätssoldaten. Nach der RKD-RS in Moudon ist sie nun auf ihren ersten WK gespannt: «Ich freue mich auf den Zusammenhalt der Truppe und hoffe, dass das harmoniert.»

Diese Hoffnung teilt sie wohl mit allen, die am WEF im Einsatz stehen. Und erfahrungsgemäss erfüllt sie sich auch. So wird sich insgeheim manch einer eingestehen, dass es doch ganz schön ist, die alten und neuen Kameraden zu treffen. Und auch nicht so schlimm, für einmal viel zu früh aufzustehen.