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A la une 2020-2

Interview mit dem Major Tobias Oswald

31.10.2020 | Pz Bat 12, Sdt Tschanz

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Major,

In wenigen Wochen werden Sie Kommandant des Panzerbataillons 12 sein. Können Sie uns etwas über Ihren militärischen Werdegang erzählen?

Ich absolvierte im Frühling 2003 die Panzerrekruten-schule RS 22 in Thun. Nach absolvierter Offiziersschule wurde ich 2004 als Zugführer im Panzergrenadierbataillon 20 in der 4. Kompanie eingeteilt. Nach der Zusammenführung des Pz Bat 12 mit dem Pz Gren Bat 20 wurde ich in der Pz Kp 12/2 Kp Kdt Stv. In den Jahren 14,15,16 und 17 durfte ich diese Kompanie dann auch als Kommandant führen. Nun 18 Jahre nach meiner Ausbildung zum Panzersoldaten darf ich im 2021 das Kommando über ein Pz Bat übernehmen. 

Sie sind auch ein Unternehmensleiter. Welches sind die grössten Herausforderungen bei der Kombination dieser beruflichen Verantwortlichkeiten mit einer Bataillonsführungsfunktion?

Grundsätzlich ist es die Zeit. Als Kommandant ist man 365 Tage im Jahr in Charge und nicht nur während den 4 Wochen im WK. Durch eine saubere Planung ist es jedoch möglich die beiden Funktionen zu verbinden.

Wie jeder Unternehmer hatten Sie im Laufe des Jahres mit der Coronavirus-Krise zu kämpfen. War Ihre militärische Ausbildung für die Gliederung Ihres Unternehmens von Vorteil ?

Es spielt keine Rolle ob Corona oder nicht. Ich denke die militärische Führungsausbildung hat einen grossen Mehrwert für meine zivilen Aufgaben. So ist eine strukturierte Lagebeurteilung im zivilen genau so wichtig wie im Militär. Ich orienetiere mich in der Produkteerarbeitung stark an den militärischen Prozessen. Sie geben mir Sicherheit und ich weiss, dass sie funktionieren.

Was sind Ihre wichtigsten Erwartungen an Ihre Führung der «Zwöufi» ab dem 1. Januar 2021?

Wir wollen als gut ausgebildeter Verband in jeder Lage die Entscheidung herbeiführen können. Für mich steht der Auftrag immer im Zentrum. Als mechanisierter Verband können wir in jeder Eskalationsstufe die nötigen Mittel und Einsatzverfahren anwenden um unserem Land zu helfen, es zu schützen oder für es zu kämpfen.

Dies will ich vorleben!

Was sind ganz allgemein die Herausforderungen der nächsten Jahre für die Panzertruppen in unserer Armee ?

Die Konfliktzonen liegen mehrheitlich im urbanen, multikulturellen, von Informationstechnologie geprägtem Umfeld. Dies bedingt, dass unsere Soldaten stets über das technisch beste Material in ausreichender Menger verfügen. Dies hat die politische Führung erkannt und spricht in der Armeebotschaft von der Verbesserung der Aufklä-rung, Logistik und Ausrüstung. Die Panzertruppen sind die Hauptkampfmittel am Boden und in der Lage im Verbund die Entscheidung in einem militärischen Konflikt herbeizuführen. Die Herausforderung aus meiner Sicht ist, dass sich die Panzertruppen, aber auch die Armee wieder gut verkauft, sinnvolle und realistische Übungen auch im zivilen Umfeld durchführen, um unsere Verteidigungskompetenz weiter zu stärken und diese sowohl nach innen wie auch nach aussen gut zu kommunizieren. Nur so gewinnen wir langfristig das Vertrauen unsere Soldaten und Bevölkerung.