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Perspektive der Armee zum Thema Diversität

Als Abbild der Gesellschaft will die Schweizer Armee «eine Armee für alle» sein. Was aber bedeutet Diversität in der Armee? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, hat die Chefin VBS eine Studie innerhalb der Gruppe Verteidigung in Auftrag gegeben. Deren Ergebnisse sollen die Armee in die Lage versetzen, der Diversität in ihren Reihen besser Rechnung zu tragen und mit den Erwartungen und Bedürfnissen der Armeeangehörigen Schritt zu halten.

15.07.2021 | Luc Bruttin, Projektleiter Diversität / Team LE V/A

Die Studie hat zum Ziel, die Interaktion und den Austausch zwischen den Armeeangehörigen in Zusammenhang mit Diversitätsthemen zu untersuchen.
Die Studie hat zum Ziel, die Interaktion und den Austausch zwischen den Armeeangehörigen in Zusammenhang mit Diversitätsthemen zu untersuchen. ©VBS/DDPS, André Scheidegger

Am 4. Mai 2020 beauftragte die Chefin VBS, Bundesrätin Viola Amherd, die Gruppe Verteidigung, eine genderorientierte Perspektive auf der Grundlage des Prinzips «Eine Schweizer Armee für alle» auszuarbeiten. Der Chef der Armee betraute das Team des Projekts Langfristige Entwicklung Gruppe Verteidigung und Armee (LE V/A) mit dem Auftrag. Im Laufe der Arbeiten hat sich herausgestellt, dass es notwendig ist, eine globalere Sichtweise einzunehmen und die Perspektive auf das Thema Diversität auszuweiten. Diversität umfasst verschiedene Dimensionen: Geschlecht, Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung, Religion, Sprache, ethnische und kulturelle Zugehörigkeit sowie Behinderung. Für jede dieser Dimensionen wird eine Leitlinie formuliert, anhand derer die Armee Position beziehen kann.

Beauftragung einer Studie zum Thema Diversität

Die Chefin VBS hat eine Studie zum Thema Diversität veranlasst. Eine externe Firma soll in geeigneter Form eine Analyse durchführen, welche die Perspektive wissenschaftlich untermauern soll. Zu diesem Zweck hat die Armee Ende Juni eine freiwillige Umfrage lanciert, um präzise Daten zum Grad der Diversität und der Inklusion in der Armee zu erhalten.

Studienziel

Die Studie hat zum Ziel, die Interaktion und den Austausch zwischen den Armeeangehörigen im Bereich der obgenannten sechs Dimensionen der Diversität zu untersuchen.

Auf der Grundlage der konkreten Erfahrungen und Erlebnisse von Armeeangehörigen im Dienst wird die Studie die Merkmale definieren, anhand derer anschliessend der Rahmen für die Entwicklung der Position der Armee zu den Diversitätsthemen geschaffen werden kann.

Die aus der Studie hervorgehenden Erkenntnisse werden in der Perspektive umgesetzt. Sie sollen die Armee in die Lage versetzen, inklusiver zu sein, das heisst, das Bewusstsein für ihre Diversität zu stärken und mit den Bedürfnissen und Realitäten der Armeeangehörigen Schritt zu halten.

Studienmethode

Das Vorgehen beinhaltet eine Befragung der Angehörigen der Armee, um ihre Erfahrungen und Interaktionen nachzuvollziehen und ein klares Bild der heutigen Situation in der Armee in Bezug auf die Diversität zu erhalten. Mit der verwendeten Methode können anhand von Fragen positive Situationen identifiziert werden, die eine Kultur der Offenheit und der Inklusion fördern. Gleichzeitig können auch Situationen erfasst werden, die dem entgegenlaufen (Diskriminierung, Sexismus, Herabwürdigung, Rassismus usw.).

Mit den Empfehlungen, die basierend auf der Analyse der erhobenen Daten formuliert werden, können die Leitlinien konsolidiert werden, die derzeit im Rahmen der Perspektive entwickelt werden. Mit ihrer Hilfe wird für jede Dimension klar kommuniziert werden können, was in der Armee toleriert, was geschützt und was gefördert wird.