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Voller Einsatz bei extremen Wetterbedingungen

Für die World Para Alpine Skiing Schweizermeisterschaft auf der Madrisa in Klosters montieren AdAs der Sap Kp 6/2 über sechs Kilometer Sicherheitsnetze. Teilweise sind die Wetterbedingungen so extrem, dass die AdAs bis zur Brust im Tiefschnee stecken bleiben.

16.01.2019 | CUMINAIVEL | mr

Paraski
Schweizermeisterschaft in Klosters

Es ist ein früher Samstagmorgen in Klosters. Das Ski-Dorf ist durch den nächtlichen Schneefall leicht eingezuckert. Langsam erwacht der Tag bei der Talstation des Skigebiets Madrisa. Mein Kameramann, Wachtmeister S. Paulin, und ich besprechen unseren Tagesplan. Noch bevor wir in die Gondelbahn einsteigen, richtet Paulin seine Kamera auf einen AdA, der den Para-Sportlern beim Einstieg in die Gondeln hilft. Es ist Wettkampftag auf der Madrisa. Bei der World Para Alpine Skiing Schweizermeisterschaft messen sich an diesem Tag die Sportlerinnen und Sportler im Riesenslalom und im Slalom. Eigentlich wären zwei Wettkampftage dafür geplant gewesen. Wegen der schlechten Wetteraussichten für Sonntag hat das Organisationskomitee rund um den OK-Präsidenten Peter Baetschi alle Rennen auf den Samstag gelegt.

Das Wetter ist allerdings nicht nur an diesem Tag ein Thema, sondern habe schon die ganze Woche für Turbulenzen gesorgt, erzählt uns Leutnant Eric Straumann von der Sap Kp 6/2, den wir am frühen Morgen beim Schreiben seines Rapports kurz unterbrechen. Während der ganzen Woche half seine Genietruppe, die zusammen mit ihm aus 12 AdAs besteht, im Rahmen eines subsidiären Einsatzes der Armee bei den Aufbauarbeiten für die Skirennen. Nachdem die Netze am Montag aus St. Moritz nach Klosters transportiert und von Hand aus drei verschiedenen Netzdepots auf der Piste verteilt wurden, griffen die AdAs zu Bohrmaschinen und begannen mit dem Aufbau der Sicherheitsnetzte. «Während der ganzen Woche haben wir auf einer Strecke von über sechs Kilometern die Netze unter wirklich schwierigen Bedingungen aufgestellt. Teilweise gab es über Nacht bis 1,5 Meter Neuschnee. Die Windböen, die bis zu 120 Kilometer pro Stunde stark waren, verwirbelten dann den Schnee wiederrum», erzählt uns der 22-jährige Straumann. «Einmal nahm ich vier Netze unter die Arme und wollte diese mit den Skiern auf der Piste verteilen. Ich realisierte relativ schnell, dass ich im Tiefschnee nur mit grosser Mühe vorwärtskomme».

Um auch mit den anderen AdAs zu sprechen, die während der ganzen Woche im Tiefschnee und kalten Temperaturen die Netzte montierten, machen wir uns auf den Weg zum Start der Skirennen. Bis auf den Skilift hinauf hören wir die Worte: «Da-Daa-Da-Da». Leutnant Straumann erklärt uns, dass die Sehbehinderten Skifahrerinnen und Skifahrer gerade das Rennen bestreiten. Diese haben Vorfahrer, die ihnen über akustische Signale den Weg der Rennstrecke signalisieren. Beeindruckt von diesen sportlichen Leistungen treffen wir neben der Rennstrecke auf AdAs der Sap Kp 6/2 und auf Sanitäter der Log Bereitschaftskompanie 204. Diese Sanitäter sind zum einen für die medizinische Notfallversorgung für die Skifahrerinnen und Skifahrer vor Ort, zum anderen auch zur Unterstützung der anderen AdAs. Wir unterhalten uns mit den Soldaten S. Sutter und S. Ben Chekaya; zwei Soldaten. Ich frage, wie sie die Woche unter diesen schwierigen Bedingungen in Klosters erlebt haben. «An gewissen Tagen war es ein ziemlicher Kampf. Wir standen bis zu den Hüften im Tiefschnee und mussten die Sicherheitsnetzte montieren», erzählt Ben Chekaya. «Trotz diesen Herausforderungen war die Motivation in der Truppe immer da. Viele von uns arbeiten auf dem Bau und sind sich gewohnt auch bei diesen Wetterverhältnissen zu arbeiten», ergänzt Sutter. Genau das, die Motivation in der Truppe und die gute Kameradschaft, hat auch Peter Baetschi von den Klosters-Madrisa Bergbahnen beobachtet: «Es war schön zu sehen, wie sich die Truppe immer gegenseitig motiviert hat. Für uns ist es enorm wichtig, dass die Schweizer Armee uns bei den Vorbereitungen unterstützt hat».

Währenddem der Wettkampf neben uns auf der Piste weitergeht und mein Kameramann die besten Bilder einfängt, unterhalte ich mich noch einmal mit Leutnant Streumann. Ihm ist förmlich anzumerken, dass er Freude an seiner Truppe hat. «Ob ich stolz bin? Ja, das bin ich. Es ist für uns eine einmalige Gelegenheit eine solche Aufgabe im Auftrag der Armee zu erfüllen. Wir sind sonst im Einsatz für die Ter Div 2. Da gibt es wegen der geographischen Lage keine solchen Aufträge.»

Nach einem intensiven Morgen sitzen mein Kameramann und ich wieder in der Gondel in Richtung Tal. Wir unterhalten uns über die Leistung der Adas, aber auch über jene der Athletinnen und Athleten, die auf der Skipiste ausserordentliche Leistungen gezeigt haben.