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Mit Motivation zum Militärtambour

Militärmusiker zu werden, erfordert viel Engagement und ein breites technisches Wissen über Musik und das eigene Instrument. Ein Weg, den es in der Regel im Alter von zehn Jahren einzuschlagen gilt. Svea Bärchtold, die talentierte Trommlerin aus Thun, hat soeben erfolgreich ihre Rekrutenschule beendet. Sie berichtet, welche Erfahrungen sie gesammelt hat und warum sich eine Rekrutenschule auch für Musiker lohnt.

04.06.2019 | Kommunikation Verteidigung, Giorgio Krüsi (Text und Bilder)

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Sie war sieben Jahre alt, als sie vor dreizehn Jahren in ihrer Heimatstadt Thun erstmals einen Umzug der Thuner Kadetten erlebte. Von den Tambouren so beeindruckt, begann sie an ihrem 8. Geburtstag selber, das Tambourenspiel zu erlernen. Die Trommel wurde zu ihrer grossen Leidenschaft, so sehr, dass der Musiklehrer ihr im Alter von zwölf Jahren vorschlug, sich für das 7. bis 9. Schuljahr in der Kunst- und Sportklasse anzumelden.

Svea Bärchtold hat im Musikverein Thun erstmals von Musikern in Uniform gehört. Damals hatte sie sich das Ziel gesetzt, Militärmusikerin zu werden. Dies tat sie mit viel Engagement: Bereits im Alter von fünfzehn Jahren nahm sie an ihrem ersten Vorbereitungskurs im Kompetenzzentrum Militärmusik teil. 2018, im Alter von neunzehn Jahren, bestand sie die Aufnahmeprüfung. Darauf nahm sie an den Rekrutierungstagen in Sumiswald teil und meldete sich auf freiwilliger Basis für die Militärmusikrekrutenschule an. Diese begann im Januar 2019 und ging vor kurzem zu Ende.

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Unter den 91 Musikern der Militärmusik Rekrutenschule 16-1/2019 gab es mehrere Talente, die bereits in Spitzenformationen der Schweizer Musikszene wie dem Basler Top Secret Drum Corps aktiv sind. «Du rückst in den Dienst ein und bist technisch so weit, dein Instrument zu spielen. Es ist nicht einfach, jeden Tag acht Stunden zu üben. Dank der Rekrutenschule verbessern sich alle und erreichen ein sehr hohes Niveau», sagt Svea Bärchtold, deren Integration in die Rekrutenschule zwanglos verlief, wuchs sie doch in Thun mit zwei Brüdern auf. Sie arbeitete hart, hatte aber auch Spass und traf vor allem gute Kameraden, darunter eine weitere Frau, eine Trompeterin.

Svea freut sich, nach Abschluss der Rekrutenschule wieder nach Hause zurückzukehren: zurück ins zivile Leben zu ihren Freunden und zu ihrem Studium. Ihr Traum ist es, Zahnmedizin zu studieren.  Zunächst möchte sie sich bei den Kadetten Thun aber dafür einsetzen, ihre Leidenschaft für die Trommel an die jüngere Generation weiterzugeben. Svea ist mit ihrer militärischen Erfahrung zufrieden und hofft, dass ihr viele weitere junge Musiker folgen werden. «Ich sage ihnen, dass sie nie die Freude an ihrem Instrument und ihrer Motivation verlieren dürfen. Je mehr man trainiert, desto besser, und desto mehr Spass hat man.»

Der Weg zum Militärmusiker

Die Aufnahmeprüfung der Militärmusik gliedert sich in fünf Teile. Zusätzlich zur schriftlichen Prüfung muss der Kandidat nach 30 Minuten Vorbereitungszeit beweisen, dass er Musik lesen und interpretieren kann, dass er die Grundlagen des Instruments kennt, dass er mit der Musiktheorie vertraut ist und natürlich auch traditionelle Stücke wie beispielsweise den «Basler Marsch» spielen kann. Die Fachprüfung ist jedoch nur zwölf Monate gültig und kann lediglich einmal absolviert werden. Wenn der Kandidat als diensttauglich erachtet wird, kann er als Schlagzeuger, Tambour oder Trompeter eingeteilt werden.

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