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Wenn die Tage des Jahres kaum ausreichen – Einblick in die Einsätze der Militärmusik

An militärischen Veranstaltungen mit grosser Strahlkraft spielt die Militärmusik stets eine gewichtige Rolle, ist sie doch das Aushängeschild und der Imageträger der Schweizer Armee. Begehrt im In- und Ausland, spielt nicht nur die musikalische Virtuosität eine wichtige Rolle, sondern auch die Koordination der zahlreichen Ehrendienste, Paraden und Tourneen. Ein Einblick in Aufstellung und Organisation der Militärmusik.

20.05.2019 | Text: Kommunikation Verteidigung, Giorgo Krüsi; Bilder: ZEM, Militärmusik, Giorgio Krüsi

Die Militärmusik RS 16-1/2019 spielt die Nationalhymnen für den Besuch des Generalstabschefs des österreichischen Bundesheeres Robert Brieger (Utzenstorf, 9. Mai 2019).

Die Militärmusik der Schweizer Armee ist begehrt, das zeigen die 500 Einsatzanfragen aus dem In- und Ausland, die pro Jahr im Kompetenzzentrum Militärmusik eingehen. Dank des Milizsystems ist man dort in der glücklichen Lage, den zahlreichen Präsenzen auch nachzukommen, denn vom ersten Diensttag an kann die Militärmusik auf einen Fundus an ausgebildeten Musikern zurückgreifen. Nach einer technischen Aufnahmeprüfung erhalten diese einen festen Platz in der Armee, die talentiertesten von ihnen leisten ihren Dienst in einem der vier Eliteorchester, die das Armeespiel bilden.

Ehrendienste und Tourneen, Altenheime und Schulen

Insbesondere für militärische Zeremonien wie Jahresrapporte der grossen Verbände, Beförderungen oder Fahnenzeremonien wird die Militärmusik beigezogen, aber auch im Rahmen von Ehrendiensten für Staatsbesuche, wie er zum Beispiel anlässlich des jüngsten Besuchs vom Generalstabschef des österreichischen Bundesheeres Robert Brieger am 9. Mai stattfand. Auf dem Schloss Landshut in Utzenstorf (BE) bildete ein Detachement der Militärmusik RS 16-1/2019 einen Teil der Ehrenformation, die vom Chef der Armee Philippe Rebord mit seinem Gast aus Wien abgeschritten wurde. Perfektes Auftreten und meisterhaftes Spiel waren auch an jenem Donnerstag selbstverständlich.

Nicht weniger wichtig sind die einzelnen Konzerte oder Tourneen im In- und Ausland, teilweise mit Paraden und Choreografien, wie sie für Tattoo-Festivals typisch sind. Und wenn der Zeitplan es erlaubt, treten die Musiker der Armee auch in Altenheimen oder in Schulen auf und begeistern Jung und Alt gleichermassen.

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Lieutenant Brian O’Kane, Music Director der Royal Australian Navy Band, gratuliert Oberstleutnant Patrick Robatel, Chef Einsatz der Militärmusik und Delegationschef in Sydney (August 2018).

Organisation als grosses Puzzle

Von den 500 Gesuchen jährlich können rund 70% positiv beantwortet werden. Damit die Militärmusiker ob dieser grossen Terminflut zur richtigen Zeit am richtigen Ort stehen, bedarf es also einer nicht unerheblichen Planung. Für die Koordination aller Termine sind denn auch die Mitarbeiter des Kompetenzzentrums Militärmusik besorgt, die zudem die jeweiligen Musikformationen bei der Bewältigung ihrer Einsätze unterstützen. Der stellvertretende Kommandant und Einsatzleiter des Kompetenzzentrums Militärmusik, Oberstleutnant Patrick Robatel, meint denn auch angesichts der zahlreichen zu bewältigenden Aufgaben, dass seine Arbeit das Ergebnis eines grossen Puzzles sei. Trotzdem freut er sich über den vielfältigen Austausch, den er tagtäglich pflegt: «Ich habe das Glück, mit allen Regionen der Schweiz und zahlreichen Veranstaltern in engem Kontakt zu stehen, aber auch mit Schweizern im Ausland und mit unseren Schweizer Botschaften im Ausland.»

So kann es vorkommen, dass der stellvertretende Kommandant des Kompetenzzentrums Militärmusik um 6 Uhr früh in Kontakt mit Sydney steht, am Mittag mit Moskau und am Abend mit Washington. Beispielsweise unterstützte er auch den Antrag der Schweizer Botschaft in Peking zuhanden der chinesischen Kollegen, für den Staatsbesuch von Bundespräsident Ueli Maurer Ende April einige Schweizer Partituren zu spielen.

Die Aufgaben im Kompetenzzentrum Militärmusik sind ohne Frage anspruchsvoll. Und um die starke Nachfrage aus dem In- und Ausland decken zu können, würden die Tage des Jahres kaum ausreichen, vermerkt denn auch Oberstleutnant Patrick Robatel.

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