Zurück zur Übersicht Komp Zen Mil Musik

A revair!

Mit den beiden Saalkonzerten verabschiedete sich das Bündnerspiel von der regionalen Bevölkerung. Am Montag, 19. Juni in Pontresina und am Mittwoch, 21. Juni in Landquart präsentierten die rund 40 Trompeter und Tambouren ihr Können zum letzten Mal in dieser Formation. Das Spiel wird im Zuge der Weiterentwicklung der Armee (WEA) aufgelöst.

01.07.2017 | Wm Simon Hartmann, Spiel Geb Inf Br 12

«Es hat Spass gemacht mit euch. Macht’s gut und gute Nacht.» Das waren die letzten Worte, welche der musikalische Leiter, Oblt Boris Oppliger, an das Bündner Publikum richtete. In wenigen Augenblicken würde er am letzten Saalkonzert in Landquart mit «Dorma bain» die zweite Zugabe und damit das letzte Werk des Bündnerspiels dirigieren. Es war das letzte Konzert der Brass-Band-Formation in der heutigen Armeestruktur. Per 1. Januar 2018 werden die meisten Trompeter und Tambouren des Mil Spiels Geb Inf Br 12 ins Militärspiel Territorialdivision 3 eingeteilt. «Ein Schritt, welcher in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Veränderungen vollzogen werden muss. Die WEA hält auch in der Militärmusik Einzug», hielt Oberst Philipp Wagner in seiner Ansprache ans Bündner Publikum fest. Vernachlässigen möchte er die treue Bündner Militärmusik-Anhängerschaft aber nicht. «Die Militärmusik bleibt mit dem Kanton Graubünden verbunden, denn das Bündnerspiel wird nur überführt.»

Vorbildliche Bündner Einsatzbereitschaft

Oblt Noah Eiermann leitete das Spiel dieses Jahr bereits zum dritten Mal als Kompaniekommandant. Es war auch für ihn ein spezieller Moment, als im Forum Landquart die letzten Töne «seines» Spiels verklangen. «Ich realisierte erst in diesem Moment, dass es dieses Spiel so nicht mehr geben wird. Dennoch, die beiden Saalkonzerte waren ein würdiger Schlusspunkt», blickt Eiermann zufrieden zurück. Angesprochen auf ein persönlich erlebtes Highlight mit dem «12i», überlegt Eiermann lange. «Speziell einen Moment jetzt herauszupicken ist schwierig. Mich begeisterte vor allem die Einsatzbereitschaft im Bündnerspiel. Meine Leute waren immer zu 100 Prozent bei der Sache und riefen jederzeit die Leistung ab, welche ich von ihnen erwartete», resümiert der künftige Kommandant des Spiels Heer. «Ich habe viele gute Erfahrungen mit meinem Spiel gemacht. Ich durfte erleben, wie gut ein WK funktionieren kann und was es alles braucht, damit eine Truppe motiviert bleibt.» Als jüngstes Beispiel dafür erwähnt Eiermann die Platzkonzert-Tournee, welche am Dienstag zwischen den Saalkonzerten durchgeführt wurde: Am Morgen verzückte das Bündnerspiel in St. Moritz die Bevölkerung mit einem halbstündigen Ständchen. Im Anschluss reiste das Spiel nach Thusis, wo den Bewohnern des örtlichen Altersheims musikalische Grüsse überbracht wurden. Zum Tagesabschluss spielte die Formation auf dem Arcas Platz im Kantonshauptort Chur auf.

«Führe mit Kopf und Herz»

«Ich bin stolz, dass ich dem Bündnerspiel vorstehen durfte», gestand ein sichtlich berührter Noah Eiermann zum Abschluss. Dem Kommandanten des Militärspiels Territorialdivision 3 gibt er folgenden Ratschlag mit, was den Umgang mit seinen ehemaligen Trompetern und Tambouren des Bündnerspiels anbelangt: «Führe sie mit Kopf und Herz, nicht nur nach Reglement. Sie werden das entgegengebrachte Vertrauen um ein Vielfaches zurückzahlen.»