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Ausbildungskooperation mit fünf Gewinnern

Der Chef Kommando Ausbildung, Korpskommandant Hans-Peter Walser, konnte vergangenen Donnerstag für die Schweizer Armee eine Vereinbarung zur Kooperation mit der ibW Höhere Fachschule Chur unterzeichnen. Die Zusammenarbeit sieht vor, dass Bestandteile der militärischen Kaderausbildung in zivilen Weiterbildungen angerechnet werden können. Korpskommandant Walser sprach in seiner Rede von einem «Win hoch 5».

24.11.2021 | Kommunikation Verteidigung, Michael Senn

Korpskommandant Hans-Peter Walser und ibW-Direktor Stefan Eisenring unterzeichnen den Kooperationsvertrag. ©VBS/DDPS, Nicola Pitaro

Die Schweizer Armee und die ibW Höhere Fachschule Chur vereinbaren mit dem Kooperationsvertrag, dass sie aktiv versuchen, Bestandteile der militärischen Ausbildung in zivilen Weiterbildungen anzurechnen und mit diesen abzustimmen. Dies insbesondere im Bereich der Führungsausbildung. Die Anrechnung kann beispielsweise in Form einer Dispensation von bestimmten Weiterbildungsmodulen oder einer Preisreduktion auf ebendiesen erfolgen. Armeeangehörige, die mindestens eine Unteroffiziersschule absolviert haben, sollen künftig davon profitieren können.

Neue Horizonte öffnen

Der Direktor der ibW Höhere Fachschule Chur, Stefan Eisenring, sieht in der neuen Zusammenarbeit grosse Chancen: «Eine Partnerschaft öffnet immer auch neue Ideen und Horizonte und kann helfen, Antworten auf unsichere und volatile Zeiten zu geben.» Der Präsident der ibW Höhere Fachschule Chur, Jürg Michel, unterstrich die Bedeutung der Höheren Berufsbildung, die er «den Motor der Schweizer Wirtschaft» nannte. Sowohl die Armee als auch die Privatwirtschaft profitiere von besser ausgebildeten Personen.

Für die Sicherheit des Landes

Korpskommandant Walser nahm diesen Faden auf und erweiterte den Kreis der Gewinner dieser Kooperation: «Dieses Gefäss ist ein ‘Win hoch 5’, alle Involvierten profitieren davon: Die Milizkader gewinnen, indem sie Teile der militärischen Kaderausbildung an die zivile Weiterbildung angerechnet erhalten, die Armee wiederum profitiert von besser ausgebildeten Führungspersonen. Auf der zivilen Seite profitieren die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, weil die Armee mit der Ausbildungsgutschrift Teile der Weiterbildung mitfinanziert, die Bildungslandschaft profitiert, weil sie auf einen grösseren Pool an zahlungsfähigen Interessenten stösst und schliesslich ist die Sicherheit unseres Landes die letzte und grösste Gewinnerin dieser Zusammenarbeit!»

Mit Pioniergeist gegen die Talentabwanderung

Regierungsrat Jon Domenic Paroli sieht in der Ausbildungskooperation eine Chance für die gesamte Region. Die ibW Höhere Fachschule ist die erste Schule der Höheren Berufsbildung in der Südostschweiz, welche eine Zusammenarbeit mit der Schweizer Armee eingeht. «Graubünden leidet unter dem Brain Drain - viele junge Leute verlassen den Kanton. Das trifft unsere Wirtschaft».

Korpskommandant Walser gratulierte der ibW Höheren Fachschule zu ihrer Vorreiterrolle in der Südostschweiz. Die Vertragsunterzeichnung werde dazu beitragen, dass «die Anerkennung der fundierten militärischen Führungsausbildung wieder vermehrt in der Bildungslandschaft und in der Wirtschaft» verankert und anerkannt sein wird.

ibW Höhere Fachschule Chur

Mit rund 30 Berufsrichtungen ist die ibW die grösste Weiterbildungsinstitution im nicht-universitären Bereich der Südostschweiz. Rund 1'300 Studierende und 3'500 Kursteilnehmende bilden sich jährlich an der ibW weiter. Die Schweizer Armee und die ibW vereint, dass sie beide für eine handlungsorientierte Ausbildung ihrer Fach- und Führungspersonen stehen.