print preview Zurück zur Übersicht Kommando Ausbildung

Es fühlt sich an wie ein Aufbruch

Über 130 Milizangehörige haben sich freiwillig an Innovationsworkshops beteiligt. So konnten sie den Verbesserungsprozess der Armee aktiv mitgestalten. Die Events haben viele Ideen generiert. Das Ziel: die Ausbildung effizienter zu gestalten sowie die Vereinbarkeit von Ausbildungsdienst und Berufsleben zu optimieren. Erste Pilotprojekte können bereits in der kommenden Rekrutenschule initiiert werden.

08.10.2021 | Kommunikation Verteidigung, Anton Maurice Regli

Aus Betroffenen Beteiligte machen: Milizangehörige in einem Workshop
Aus Betroffenen Beteiligte machen: Milizangehörige in einem Workshop. ©VBS/DDPS, Anton Maurice Regli

Der Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli, hat Anfang Jahr seine Vision für die Armee 2030+ vorgestellt. Der Weg dorthin wurde inzwischen durch die Armeeführung mit strategischen Grundsätzen und Stossrichtungen konkretisiert. Im Zuge dieser Weiterentwicklung geht es unter anderem darum, ein zeitgemässes und flexibles Ausbildungs- und Dienstleistungsangebot für die Miliz zur Verfügung zu stellen. Dazu optimiert die Armee die bestehende Erstausbildung sowie das Training schrittweise.

Die Miliz beteiligen

Überzeugt, dass dieser Prozess nur gemeinsam gemeistert werden kann, wurde die Miliz bereits in der Phase der Ideensammlung beteiligt, um das kreative und kritische Potenzial zu nutzen. Daher lud das Team «Projekte und Entwicklung» im Kommando Ausbildung über die sozialen Medien zur Teilnahme an Workshops ein.

Ideen sammeln, vertiefen und diskutieren

In zehn Workshops erarbeiteten die Teilnehmenden in Gruppen kurzfristige Massnahmen und mittelfristige Optionen. Das Ziel war es, Ideen zu finden, welche die Effektivität und die Attraktivität des Ausbildungsdienstes verbessern können.

Die sechs besten Vorhaben wurden jeweils in der spielerisch organisierten «Höhle der Löwen» einer kritischen Jury vorgestellt. Am Ende der Präsentationen stimmte das Plenum per Onlinetool ab, um die drei vielversprechendsten Projekte in einer letzten Phase weiter zu vertiefen. Dabei ging es darum, eine Projektidee möglichst aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

Erste Pilotprojekte initialisiert

Aus beinahe 300 Inputs konnte das Team «Projekte und Entwicklung» über 50 konkrete Vorhaben formulieren. Auffällig dabei war, dass immer wieder ähnliche Vorschläge eingingen. Viele Themen werden zudem in diversen Lehrverbänden als Projekte umgesetzt oder ausgetestet. Sie befassen sich beispielsweise mit der Digitalisierung von Ausbildungsinhalten oder der Individualisierung des Lernens. Ausserdem entwickelten die Teilnehmenden viele Ideen zur längerfristigen, konzeptionellen Weiterentwicklung der Ausbildungskonzeption und des Dienstleistungsmodells.

Seither wurden die Vorschläge für den Grundausbildungsdienst bereits an einem Workshop mit Berufsmilitärs vertieft und in sieben Pilotprojekten zusammengefasst.

So befasst sich beispielsweise das Ausbildungszentrum der Armee (AZA) mit dem Projekt SPARTAN. Dabei wird geprüft, wie die Verbandsausbildung bereits früher in der Rekrutenschule gestartet werden kann. Zudem sollen vermehrt Ausbildungen in individuellen Trainingssequenzen organisiert werden. Wer das geforderte Niveau erreicht, könnte sich in der verbleibenden Zeit zusätzliche Fähigkeiten aneignen. Es wird geprüft, welche zusätzlichen Lerninhalte oder Kurse angeboten werden könnten.

Ein Event mit Mehrwert

Vor allem waren die Workshops eine Austauschplattform. Das Team konnte die Milizangehörigen über laufende Projekte und geplante Entwicklungen informieren. Und es stellte sich konkreten Fragen zu bestehenden Herausforderungen. Ein Teilnehmender in Bern fasste seine Wahrnehmung des Events in die Worte: «Es fühlt sich an wie ein Aufbruch.»