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Berufe mit Perspektiven

Mit rund 9500 Mitarbeitenden in mehr als 200 verschiedenen Berufen ist die Schweizer Armee die grösste Arbeitgeberin der Bundesverwaltung. Sie bietet spannende und vielfältige berufliche Perspektiven. Doch welchen Herausforderungen hat der Bereich Personal heute und morgen zu begegnen? Nach einem auch für das Personal Verteidigung einschneidenden Jahr ziehen wir mit Personalchef Daniel Gafner Bilanz.

15.03.2021 | Kommunikation Verteidigung, Anthony Favre

Mit mehr als 9500 Mitarbeitenden in der ganzen Schweiz, von denen zwei Drittel zivile und ein Drittel militärische Angestellte sind, ist die Armee eine nationale Arbeitgeberin. (©VBS/DDPS, Jonas Kambli)

Herr Gafner, warum ist die Armee aus Ihrer Sicht eine attraktive Arbeitgeberin?

Dafür gibt es mehrere Gründe. An erster Stelle bietet die Armee spannende und anspruchsvolle Aufgaben in einer Vielzahl von Funktionen. Wir sind eine nationale Arbeitgeberin mit mehr als 9500 Mitarbeitenden in der ganzen Schweiz, von denen zwei Drittel zivile und ein Drittel militärische Angestellte sind. Wir bilden rund 500 Lernende in 30 verschiedenen Berufen aus. Unsere Mitarbeitenden leisten zudem alle einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Freiheit unseres Landes. Entsprechend fördert die Armee die Entwicklung ihres Personals aktiv und investiert konsequent in die Aus- und Weiterbildung.

Wo gibt es noch Potenzial respektive Verbesserungsmöglichkeiten?

Ich glaube, dass wir uns bei der Rekrutierung, der Ausbildung und der Förderung von Mitarbeitenden weiter verbessern können. Wir müssen uns im Rahmen der Digitalisierung auch auf veränderte Arbeitsformen einstellen, die mit dem gesellschaftlichen Wandel Schritt halten – insbesondere auch bei den Berufsmilitärs. Die Erhöhung des Frauenanteils in der Armee ist ebenfalls ein wichtiges Ziel, das es zu erreichen gilt.

2020 hat die Pandemie die Arbeitsbedingungen von vielen Mitarbeitenden verändert. Wie positioniert sich das Pers V bezüglich dieser neuen Arbeitsformen? 

Wir erhöhen unsere Bemühungen, die flexiblen Arbeitsformen noch stärker zu gewichten. Wir integrieren die digitale Transformation in den Arbeitsalltag und berücksichtigen dabei die Work-Life-Balance unserer Mitarbeitenden. Dieser Punkt beeinflusst direkt die Wahrnehmung der Gruppe Verteidigung als attraktive Arbeitgeberin. Deshalb unterstütze ich diese Entwicklung voll und ganz. Der damit einhergehende Kulturwandel muss schrittweise und geordnet erfolgen, wobei die unterschiedlichen beruflichen Realitäten zu berücksichtigen sind. Ich bin überzeugt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.

Was sind die grössten Herausforderungen für die Armee als Arbeitgeberin in den kommenden Jahren, sei es für das zivile oder das militärische Berufspersonal?

Der bereits erwähnte Kulturwandel – auch in Bezug auf neue Arbeitsformen – muss uns gelingen. Zudem erwartet uns eine grosse Herausforderung bei der Erarbeitung des neuen Berufsbildes im Rahmen des Projekts Berufsmilitär 4.0. Dann gilt es, den Fachkräftemangel in den IT-Berufen, den handwerklichen Tätigkeiten sowie beim medizinischen Personal zu bewältigen. Nur wenn wir in diesen Bereichen heute konsequent auf den Nachwuchs setzen, werden wir morgen gut ausgebildete Mitarbeitende zur richtigen Zeit am richtigen Ort haben. Schliesslich müssen wir uns auch im HR digital weiterentwickeln – beispielsweise bei der Personalrekrutierung.

Besonders die IT-Berufe boomen aktuell. Kann die Armee in diesem Bereich führend sein?

Ja, davon bin ich überzeugt. Die Armee bietet eine Vielzahl von Funktionen im IT-Bereich; vom Business-Analysten bis zum Cyber-Spezialisten und Wirtschaftsinformatiker ist alles dabei. Besonders erwähnen möchte ich hier auch die ICT Warrior Academy der Führungsunterstützungsbasis. Deren Lehrgänge bieten sowohl Berufseinsteigern wie auch Spezialisten eine hochkarätige Ausbildung im Bereich der hochsicheren und robusten IT-Systeme der Armee. Damit wird einerseits das notwendige Know-how für den Umgang mit neuen Technologien und Waffensystemen aufgebaut und andererseits etabliert sich die Armee als attraktive Arbeitgeberin mit hochinteressanten IT-Funktionen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Ich bin überzeugt, dass wir hier mit dem privaten Sektor um junge Talente konkurrieren können.

Daniel Gafner, Personalchef Verteidigung: «Unsere Mitarbeitenden leisten alle einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Freiheit unseres Landes.» (©VBS/DDPS, Dominique Schütz)
Daniel Gafner, Personalchef Verteidigung: «Unsere Mitarbeitenden leisten alle einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Freiheit unseres Landes.» (©VBS/DDPS, Dominique Schütz)

Daniel Gafner ist seit 2003 Personalchef Verteidigung. In seiner Funktion führt er den gesamten Bereich HR Verteidigung. Er ist verantwortlich für die fachliche Führung und die Ausbildung der HR-Beraterinnen und -Berater. Ausserdem berät er den Chef der Armee bzw. die Armeeführung in Personalfragen und leitet Konferenzen und Projekte zum Thema Personal.