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The next generation – Junge Leute für die Armee gewinnen

«Sie leisten nicht nur Dienst in der Schweizer Armee, sondern dienen der Gesellschaft – Sie machen sehr gute Arbeit und ich bedanke mich bei Ihnen. » Mit diesen Worten begrüsste KKdt Daniel Baumgartner, Chef Kommando Ausbildung, am 20. November in Suhr rund 300 Kader und Gäste zum alljährlichen Kaderrapport.

21.11.2018 | Kommunikation Verteidigung

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KKdt Daniel Baumgartner, Chef Kommando Ausbildung

«Ziel der militärischen Ausbildung und Erziehung ist die Fähigkeit zur Auftragserfüllung im Krieg und in anderen Krisensituationen, auch unter Einsatz des Lebens. » Mit diesem Zitat aus dem Dienstreglement der Armee erinnerte KKdt Baumgartner zu Beginn des Rapports daran, dass Soldaten bereit sind, im schlimmsten Fall den höchsten Solidaritätsbeitrag zu zahlen.

«Kameradschaft» war einer der Schwerpunkte des Rapportes und wurde vom ersten Gastredner des Tages, Chef Armeeseelsorge Stefan Junger, in seinem Beitrag aufgenommen. «Wenn wir es nicht schaffen, uns gegenseitig als Kameradinnen und Kameraden zu verstehen und zu achten, dann können wir so tun, als ginge uns die ganze Welt nichts an. » Stefan Junger plädierte in seiner Rede dafür, in schwierigen Zeiten auch Hilfe annehmen zu können. «Dann spüren wir die Kraft, die der Kameradschaft entspringen kann, quer durch Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten hindurch. »

In seinem Rückblick hielt KKdt Baumgartner fest, dass das Schwergewicht 2018 umgesetzt worden sei: Das Ausbildungskonzept kam erfolgreich zum Tragen, Offiziere bilden Offiziere aus, Unteroffiziere bilden Unteroffiziere aus. Auch die Umstellung auf Auftragstaktik sei implementiert worden. «Auftragstaktik bedingt Vertrauen», so der Chef Kdo Ausb, «und Vertrauen ist immer wechselseitig, ein Geben und Nehmen», erinnerte er die Anwesenden. Die Einführung von PROGRESS, dem schrittweisen Leistungsaufbau in den Rekrutenschulen, zeige erste Erfolge.

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Heinz Aeschlimann: Kaderausbildung der Armee ist perfekte Grundlage für berufliche Karriere

Die Armee hat als Ausbildungsplattform enorm viel zu bieten. Als perfektes Beispiel dafür trat als zweiter Gastreferent Heinz Aeschlimann, Bauingenieur und Künstler, mit einer Hommage an die Kaderausbildung auf die Bühne. «Meine Militärdienstleistungen gehören zu meinen wertvollsten Engagements», erzählte der Oberst a.D. Als angehender Bauingenieurstudent habe er im Militär das technische Handwerk gelernt. Und die Führungs-Reglemente seien sensationelle Lehrbücher. «Eine perfekte Basis, auch für das erfolgreiche Führen eines Unternehmens. » Denn so, wie er seine Kompanie oder sein Bataillon geführt habe, so habe er auch seine Unternehmung geleitet. Heinz Aeschlimann, der massgeblich am Bau der weltgrössten Brücke von Hong Kong nach Zhuhai / Macao beteiligt war, betonte, dass er die Führungskompetenzen, die er in der Armee gelernt hatte, als Unternehmer eins zu eins umsetzen konnte.

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Oberst i Gst François Thalmann: Kameradschaft als Unterstützung im Genesungsprozess

Wie der Chef Armeeseelsorge thematisierte auch Oberst i Gst François Thalmann in seinem Beitrag «Kameradschaft». In einer sehr persönlichen Rede erzählte er von seiner Krankheit, die ihn von einem Tag auf den anderen arbeitsunfähig gemacht hatte. Die Unterstützung der Familie und seines Arbeitgebers sei enorm wertvoll gewesen, so Thalmann. Auch seine Stelle im VBS sei nie in Frage gestellt worden. «Und dank der Militärversicherung konnte ich nach einem mehrmonatigen Spitalaufenthalt zur Reha nach Leukerbad. » Eine entscheidende Rolle in seiner Genesung hätten Kameradschaft und die bedingungslose Unterstützung des VBS gespielt, fasste Oberst Thalmann seinen Prozess zurück ins Berufsleben zusammen.

Bevor KKdt Baumgartner mit dem Ausblick auf Ziele und Absichten für das kommende Jahr hinweisen konnte, trat der Chef der Armee, KKdt Philippe Rebord auf die Bühne. «Ich bin hierhergekommen, um KKdt Baumgartner mein Vertrauen auszusprechen und mich für die geleistete Arbeit des Kommandos Ausbildung zu bedanken», so Rebord. Mit Blick auf die sogenannte «Spesenaffäre» betonte der Chef der Armee noch einmal, dass unabhängige Untersuchungen bewiesen hätten, dass keine Rechtswidrigkeiten begangen worden seien. «Aber wir haben vergessen zu hinterfragen, welche Aussenwirkung armeeinterne Anlässe haben. Welches Bild sie gegen aussen abgeben», bemerkte KKdt Rebord. Die seit Anfang September 2018 gültigen Weisungen des C VBS müssten strikte befolgt werden.

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Die nächste Generation: Aspirant Joãomateus Knecht wurde für seine Leistung beim 100km-Marsch geehrt

Als Schwergewicht für das kommende Jahr definierte KKdt Baumgartner «Gesicht zeigen, um junge Menschen zu begeistern und für unsere Armee gewinnen zu können. » Der C Kdo Ausb unterstrich noch einmal die Wichtigkeit der Werte wie Kameradschaft, Solidarität, Sozial- und Führungskompetenz. Das seien die «Unique Selling Points» der Armee.  «Meine Absicht für 2019 bleibt unverändert: Unsere Bürger wollen Dienst leisten, wir bieten eine gute Ausbildung auf höchstem Niveau von geschulten Kadern, welche einen positiven Umgangston pflegen. » Die Zukunft der Armee, so KKdt Baumgartner weiter, seien die Jungen. «Die nächste Generation, das ist unser Überlebenselixier. »

In diesem Zusammenhang löste der KKdt auch auf, weshalb während des Rapportes einmal pro Stunde ein Glockenschlag zu hören war: «Bei jedem Glockenschlag, jede Stunde, jeden Tag, geben wir einen militärdiensttauglichen jungen Menschen, egal ob militärisch ausgebildet oder nicht, an den Zivildienst ab. » Diese Tatsache solle Ansporn sein, weiterhin gute Arbeit zu leisten. «Begeistern wir für die Armee, für die wir jeden Tag einstehen», ermunterte der C Kdo Ausb zum Schluss des Rapportes die Anwesenden. «Ich danke Ihnen allen für Ihren unermüdlichen Einsatz. Tragen Sie auch sich selbst Sorge, denn der Erfolg beginnt bei uns. »