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Im Dienst der Moral und des Magens

Eine gute, gesunde und in genügender Menge vorhandene Verpflegung für die Truppe ist ein Pfeiler für die Durchhaltefähigkeit der Armee. Dafür muss sie den nötigen Nachwuchs rekrutieren und dessen Ausbildung sicherstellen. Das Thema wurde auch am vierten Forum der Militärküchenchefs in Thun angesprochen.

09.11.2018 | Kommunikation Verteidigung

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Die Armee bildet jedes Jahr 1200 Köche und Küchenchefs aus.

Aufmerksam hören die Soldaten Nadja Leuenberger und Markus Kaiser am 31. Oktober den Referenten am Forum der Militärküchenchefs in Thun zu. Die beiden stehen zusammen mit ihren Kameraden in der dritten Woche ihrer Ausbildung zum Küchenchef auf dem Waffenplatz Thun. Kaiser stammt nicht aus der Lebensmittelbranche. Der Physikstudent hat das Kochen in einem Nebenjob gelernt. Er ist überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben. «Ich will dazu beitragen, dass die Leute einen guten Dienst verbringen. Ich will dafür meine Truppenköche inspirieren, gut zu kochen.» Seine Kollegin Leuenberger, gelernter Koch, findet, dass die Ausbildung in Thun besser sei als jene der Privatwirtschaft. Sie lerne zu führen, auf die Mitarbeiter einzugehen. Und das in einem Umfeld, in dem sie noch Fehler machen dürfe.

Markus Baumann, Leiter Verpflegung im Alters- und Pflegeheim Pieterlen, bestätigt den hohen Standard der Küchenchef-Ausbildung bei der Armee. «Sie ist derjenigen der Privatwirtschaft ebenbürtig.» Allerdings sei der gegenseitige Nutzen nicht überall gleich gross, denn Sterneküche, Catering und Mensabetrieb seien nicht dasselbe. «Es ist etwas anderes, für ein Altersheim zu kochen, als für die Truppe.»

Wachtmeister Jannis Atanasovski steht vor seinem ersten Wiederholungskurs als Küchenchef. «Ich habe hier gelernt, wie ich den Karren herumreissen kann, wenn es mal nicht so läuft, wie es sollte. Und ich kann schnell reagieren, wenn ein Problem gelöst werden muss.» Er habe in der Armee optimiert, was er schon in der Lehre gelernt habe: Menüpläne zu schreiben zum Beispiel oder im Team zu arbeiten.

Eine Kaderschmiede für angehende «Chefs»

Oberst Michael Graf, Kommandant Ausbildungszentrum Verpflegung, will mit der Ausbildung den Teamgeist, die Leidenschaft und die Kreativität der Truppenköche fördern. «Denn sie decken als Dienstleister ein menschliches Grundbedürfnis und stehen dafür jeden Tag drei Mal im Echteinsatz.» Eine gute Verpflegung stärke die Moral der Truppe und die Einsatzfähigkeit. Und die Zufriedenheit des gesättigten Soldaten sei der Applaus für den Armeekoch.

Für den Bedarf der Armee werden jährlich insgesamt 13 Millionen Mahlzeiten produziert. Sie bildet dafür jedes Jahr rund 1200 Verpflegungsfunktionäre aus: Truppenköche, die für die Zubereitung der Mahlzeiten zuständig sind, und Küchenchefs, welche die Gesamtverantwortung für die Verpflegung in der Truppe tragen. Aktuell mangelt es der Armee allerdings an Berufsleuten. Deshalb setzt sie bei der Rekrutierung ihrer Köche auf die Vermittlung von Führungsqualitäten und die Vereinbarkeit von zivilem Beruf und militärischer Funktion.

Das Forum für Militärköche fand zum vierten Mal Ende Oktober 2018 auf dem Waffenplatz Thun statt. Der Anlass bringt Küchenchefs, Truppenköche, Fouriere und Quartiermeister sowie zivile Partner wie Zulieferfirmen und Branchenverbände zusammen.

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