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(Mehl-)Staub zu Staub – Sprengung der «Alten Mühle» in Dettenbühl

Unter der Leitung des Ausbildungszentrums der Rettungstruppen (AZR) haben die Teilnehmer des Fachdienstkurses «Sprengtechnik Rettung» die «Alte Mühle» in Dettenbühl (Wiedlisbach BE) gesprengt. Es war der Höhepunkt der zwei Wochen dauernden Weiterbildung, bei dem die Offiziere ihr theoretisch erlangtes Wissen in die Tat umsetzen konnten.

19.10.2018 | Kommunikation Verteidigung

Sprengung der «Alten Mühle» in Dettenbühl
Der Moment der Sprengung, um Punkt 11:00 Uhr per Knopfdruck ausgelöst.

Ein mächtiger Knall bestätigte die erfolgte Sprengung, die aufgrund des Befehls zur Deckung nur die Kameralinsen zu sehen bekamen. Rund 20 Kilogramm Sprengstoff sorgten für den Einsturz des dreistöckigen Gebäudes, welches umgehend von Rauch und Staub umhüllt wurde. Die alte Mühle weicht einem Neubau, der «ein Dorf für Menschen mit Demenz» werden soll, wie der Grundeigentümer «ImmobilienGenossenschaft oberaargau» mitteilt.

Der Grundeigentümer stellte den Antrag zur Sprengung an die Armee, welche mit der Bewilligung des kantonalen Baumeisterverbands den Auftrag ausführte. In der Folge werden auf dem Areal noch weitere Gebäude durch zivile Firmen abgerissen. Ein Infrastruktur-Zug der Rettungskompanie 4/2 bereitete das Sprengobjekt entsprechend vor. Für die in der Folgewoche beginnenden Aufräumarbeiten ist das Geniebataillon 2 zuständig.

Insgesamt 14 Personen nahmen am Kurs teil. Neben einem Berufs- und fünf Milizoffizieren gab es auch zwei zivile Teilnehmer und je zwei Militärs aus Deutschland, Belgien und Frankreich. Diese Kooperation mit den ausländischen Partnern wird seit Jahren gepflegt. Für die Teilnehmer der anderen Armeen stellte der Kurs eine Art Wissenserweiterung dar, da die zivile Gebäudesprengung nicht Teil ihrer Ausbildung ist. Die Schweizer Armee sendet ihrerseits Angehörige der Armee in die genannten Länder, beispielsweise für die Ausbildung zur Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung (KAMIR).

Oberleutnant Kevin Friker, der kurz vor dem Abschluss der Ausbildung steht, zückt ein gelbes Faltblatt aus der Beintasche: «Vor allem die Berechnungen der Sprengladung erfordern viel Zeit und Geschick», sagt er, während er die von Hand eingetragenen Werte mit denen der Excel-Tabelle vergleicht. «Es ist hilfreich beide Berechnungsarten zu beherrschen, da man sich durch die Gegenüberstellung absichern kann».

Die Beurteilung von zur Sprengung vorgesehenen Gebäuden, die Anwendung der Sicherheitsvorschriften, die Berechnung der nötigen Sprengladung sowie die Planung und Durchführung einer Sprengung sind Inhalt der Ausbildung, die einmal pro Jahr stattfindet. Die ausgebildeten Offiziere sind dadurch in der Lage, ihren Kommandanten bei Einsätzen in Grossschadenlagen zu beraten und können zu Übungszwecken realistische Trümmeranlagen erzeugen. Das erlangte Brevet für Gebäudesprengungen der Rettungstruppen quittiert dies.

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Sprengung der «Alten Mühle» in Dettenbühl