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Militärische Führungsausbildung aus Sicht der Wirtschaft

«Der Schlüssel zum Erfolg besteht darin, dass Sie das, was Sie in der Armee lernen, ins Berufsleben nehmen können», sagte Dr. Dominik Isler, CEO des Swiss Economic Forum am Tag der Kompaniekommandanten am 13. September in Aarau. Das von Korpskommandant Daniel Baumgartner geleitete Treffen war nicht nur zum Austausch der Milizkader mit dem Chef Kommando Ausbildung und dem CEO des Swiss Economic Forum gedacht, sondern auch für das Networking untereinander.

19.09.2018 | Komm V

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Austausch und Networking als Teil des Programms

«Seien Sie stolz auf das, was Sie in der Armee leisten», legte Korpskommandant Baumgartner den Kompaniekommandanten nahe, nachdem er alle einzeln begrüsst hatte. «Es gibt nicht viele Menschen in Ihrer Altersgruppe, die 200 Leute mit unterschiedlichem Hintergrund über drei Hierarchiestufen führen können», so Baumgartner weiter. Aus jedem Mitarbeiter das Beste herausholen, das zeichne einen guten Chef aus: «Suchen Sie die Stärken Ihrer Leute, nicht die Schwächen.» In seinen Ausführungen wies der Chef Kommando Ausbildung auch darauf hin, dass mit der Auftragstaktik die Milizkader wieder mehr Verantwortung übernehmen sollen. Ein Berufsoffizier würde sie betreuen, aber wie ein Auftrag zu erfüllen sei, läge bei ihnen. «Machen Sie herausfordernde Ausbildungen, gehen Sie aber auch auf Ihre Leute ein.» Ein gesunder Korpsgeist und Kameradschaft seien ihm wichtig, erklärte der Korpskommandant den 34 Milizkadern. Kommandant zu sein sei kein Beliebtheitswettbewerb, sondern mit Freuden und Risiken verbunden.

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Korpskommandant Daniel Baumgartner, Chef Kommando Ausbildung der Armee, im Gespräch mit den Kompaniekommandanten

Den zweiten Teil der Veranstaltung bestritt Dr. Dominik Isler. Der 45-Jährige Geschäftsführer des Swiss Economic Forum veränderte als erstes die Sitzordnung: Die Tische wurden an die Wand geschoben, mit den Stühlen ein Kreis geformt.  «Man sagt oft 'follow the leader'», begann Isler die Diskussion. «Aber die Verunsicherung nimmt allgemein zu. Da brauche ich Leute, die mitdenken und sich auch melden», so der CEO. Widerspruch sollte nicht nur geduldet, sondern wertgeschätzt werden. Er wolle zusammen mit den Anwesenden reflektieren, ob die Führung, die sie in der Armee lernten, zeitgemäss sei und was sie davon in den beruflichen Alltag mitnehmen könnten. Oberleutnant Thore Riesterer erzählte, er sei Dank der Führungsausbildung der Armee entscheidungsfreudiger und reifer geworden. Den Unterschied im Vergleich mit Altersgenossen habe er zu Beginn des Studiums gemerkt. «Ich habe gelernt, mit unterschiedlichen Leuten umgehen und eine zusammengewürfelte Truppe führen zu können», fügte Oberleutnant Gabriel Hagemann hinzu.

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Dr. Dominik Isler, Geschäftsführer des Swiss Economic Forum

Wer ist ein gute Leader und wie erkenne ich einen solchen, gab Dominik Isler zu bedenken: «Wann folge ich jemandem, überzeugt mich fachliche oder menschliche Kompetenz», so Isler. Eine gute Führungspersönlichkeit zeige sich spätestens in einer Krisensituation. Ein Arbeitgeber, dessen Mitarbeiter als Armeekader längere Zeit abwesend sei, wolle ein 'return of investment' – einen Ertrag aus seiner Investition. Der Schlüssel zum Erfolg für beide Seiten bestehe darin, das in der Armee Gelernte mit ins Berufsleben nehmen können, fügte Dominik Isler hinzu.

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Rege Diskussion zwischen den Kompaniekommandanten und Dominik Isler

Am Ende des Tages waren sich die Kompaniekommandanten einig: Der Mehrwert des Austausches mit Korpskommandant Baumgartner und Dr. Isler war enorm. Oberleutnant Roman Steinmann fasste es so zusammen: «Für uns ist es eine riesige Chance, die Sicht der Wirtschaft auf unsere Kaderausbildung zu erhalten. Auch der Austausch mit Kameraden war positiv.»