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«Eine Investition, die sich lohnt»

Führen will gelernt sein. Darum haben 61 angehende Einheitskommandanten den Führungslehrgang Einheit an der Zentralschule absolviert. Sie haben die Führungstätigkeiten erlernt, die sie unterstützen, die künftige Verantwortung als Kommandant zu übernehmen.

24.09.2018 | Kommunikation V / HKA

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Der Schritt vom Zugführer zum Einheitskommandant ist gross. Einerseits übernimmt er die Verantwortung für einen Verband von bis zu 200 Armeeangehörigen. Andererseits erfährt man eine Horizonterweiterung in Bezug auf das Zusammenwirken der unterschiedlichen Formationen. Einheitskommandanten sind darüber hinaus in hohem Mass ausser Dienst gefordert. Beispielsweise sind sie zuständig für die Vorbereitung des Wiederholungskurses, die personelle Planung und die Erstellung von Ausbildungskonzepten. Hinzu kommen: längere Dienstpflicht, mehr Arbeit.

Warum diese Laufbahn trotzdem attraktiv ist, erzählen zwei Lehrgangsteilnehmende:

Oberleutnant Philip Geiger (25), Key Account Manager und in seiner Milizfunktion vorgesehen als Kompaniekommandant Sicherungskompanie im Stabsbataillon der Mechanisierten Brigade 4.

Oberleutnant Kilian Meier (26), Student der Rechtswissenschaften und in seiner Milizfunktion vorgesehen als Einheitskommandant in einer Infanterie Unterstützungskompanie.

Was ist Ihre Motivation, Kompaniekommandant zu werden?

Geiger: Ich möchte meine Führungsfähigkeiten auf ein höheres Level bringen. Ausserdem lernen Kompaniekommandanten viel im Bereich der Administration. Das kann ich gut in das zivile Leben übernehmen, ganz nach dem Motto «How to organise my office».

Meier: Ich habe Interesse an der militärischen Führung. Für mich ist es etwas Besonderes, 150 – 200 Personen zu führen, für die man rund um die Uhr verantwortlich ist. Das ist sehr intensiv. Zudem unterstütze ich den Milizgedanken und bin überzeugt, dass es eine Armee braucht. Darum setze ich mich dafür ein.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt im Lehrgang?

Geiger: Zu sehen, dass die Armee vorwärtsmacht. Sie ist zeitgemässer geworden und adaptiert sich an die heutige sicherheitspolitische Lage.

Sie haben in den vier Wochen sicher viel gelernt. Was können Sie im zivilen Leben am besten brauchen?

Meier: Ich profitiere am meisten vom Umsetzen der kompletten Führungstätigkeiten. So lerne ich, wie man zu einem rationalen Entschluss kommt. Auch in den Rechtswissenschaften, wo ich arbeite, ist es zwingend nötig, immer zuerst eine Problemerfassung und Beurteilung der Lage zu machen. Nur heisst es bei uns einfach nicht «Beurteilung der Lage», sondern « Erstellen des Sachverhalts». Sowohl bei der Armee wie auch bei der Arbeit ist dieser erste Schritt einer der Schwierigsten.

Was glauben Sie, wird die grösste Herausforderung?

Meier: Der Schritt vom Zugführer zum Kommandanten.

Geiger: Ich glaube auch, dass der Schritt entscheidend ist. Als Kommandant hat man eine taktischere Ansicht und die Sicht für das Ganze. Anders als vorher werden die Handlungen von anderen Verbänden relevant.

Meier: Es kommen als Kommandant viele Aufgaben zum eigentlichen Einsatz dazu.  Ich muss beispielsweise entscheiden, wo der Bereitschaftsraum situiert ist, und stets für das Wohl der Armeeangehörigen sorgen.

Die Stufe Armee erarbeitet Szenarien, wie sie in einer Krise passieren könnten.  Anhand derer werden die Übungen für die Truppe erstellt. Erachten Sie diese Szenarien als realistisch?

Geiger: Ich finde sie absolut realistisch. Die Situationen, die wir üben, sind in unseren Nachbarländern bereits eingetroffen.

Meier: Politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich wird die Welt immer komplexer, und damit werden es auch die Herausforderungen an die Armee. Die Szenarien, die wir trainieren, bilden diese Komplexität gut ab und sind deshalb alles andere als aus der Luft gegriffen. Um diese kommenden Herausforderungen zu meistern, ist es wichtig, dass die Armee in gut ausgebildete Kader investiert. Da ich, wie gesagt, das Milizsystem unterstütze und die Notwendigkeit der Armee erkenne, bin ich Offizier und mache weiter zum Kommandanten. Wenn ich die Armee politisch unterstütze, muss ich mich auch dafür einsetzen, sonst wäre ich nicht konsequent. Das ist zwar zeitintensiv, aber notwendig, denn schliesslich lerne ich nicht in vier Tagen, wie man eine Kompanie führt.