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«Eine bereichernde persönliche Erfahrung»

Raus aus der Kaserne, dem militärischen Alltag und der Ausbildung! Sieben Sanitätssoldat Durchdiener aus Airolo haben den Auftrag erhalten, während einer Woche betagte Bewohnerinnen und Bewohner des Alters- und Pflegeheimes Casa San Rocco in Olivone (TI) zu begleiten. Sie machten dabei sowohl aus menschlicher wie auch aus pflegerischer Sicht reiche Erfahrungen.

27.08.2018 | Kommunikation Verteidigung

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Eine Käserei auf dem Lukmanier besuchen, zusammen Fischen gehen, Pétanque spielen oder gemeinsam die Messe besuchen: Das war für zwei Wochen das aussergewöhnliche Tagesprogramm für sieben Soldaten der Sanitätsschulen 42 in Airolo. Die Soldaten und ihr Unteroffizier sowie eine Gruppe Zivilschützer hatten den Auftrag, rund 20 Bewohner des Alters- und Pflegeheimes Casa San Rocco in Olivone (TI) zu begleiten. Währenddessen belegte ein Teil der Angestellten auswärts eine Weiterbildung. Der Einsatz fand nach 2017 zum zweiten Mal statt. Trotz der vielen Freizeitaktivitäten, an denen sie teilnahmen – für die militärischen Helferinnen und Helfer war der Einsatz mit harter Arbeit verbunden. «Sie haben den Bewohnern geholfen aufzustehen und auf die Toilette zu gehen. Sie haben die verschiedenen Aktivitäten auch gleich selbst organisiert. Die Soldatinnen und Soldaten waren bis zum Schlafengehen für die älteren Menschen da», sagt Adjutant Mirco Lunini, der Leiter des Einsatzes, im Rückblick. Seine Leute haben bei Bedarf sogar das verbliebene Pflegepersonal bei den alltäglichen medizinischen Dienstleistungen unterstützt. Alle haben ihren Auftrag geschätzt, sagt Unteroffizier Amori Szöke: «Ich freue mich sehr, hier zu sein. Der Einsatz ist für mich eine bereichernde persönliche Erfahrung.»

Über die Sprachgrenzen hinweg

Während die Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz und dem Pflegepersonal des Heimes reibungslos verlief, war die Sprache für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung. Denn fast alle Soldaten waren deutschsprachig, während von den Bewohnern kaum jemand Deutsch sprach. «Es kommt tatsächlich selten vor, dass Tessiner Pflegedürftige von jungen Deutschschweizern betreut werden», räumt Adjutant Lunini lächelnd ein. «Aber wir haben immer einen Weg gefunden», betont eine junge Tessiner Pflegerin, «zudem muss man keine bestimmte Sprache sprechen, um sich mit den Menschen austauschen zu können oder einfach nur in ihrer Nähe zu sein.» Dennoch haben sich die junge Deutschschweizer bemüht und einige Brocken Italienisch gelernt. So konnten sie wenigstens die Grundbedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner verstehen. Trotz gelegentlicher Verständigungsprobleme waren diese entzückt über die Hilfe ihrer jungen Betreuerinnen und Betreuer aus der Deutschschweiz. «Sie sind sehr hilfreich. Ich finde es gut, dass die Armee hier unserer Bevölkerung beisteht. Das ist nicht immer so», zeigt sich ein Bewohner überzeugt.

Der Einsatz war für alle Seiten ein Erfolg. «Trotz einzelner Missverständnisse wegen der Sprache hinterlassen diese jungen Menschen bei den Bewohnerinnen und Bewohnern hier einen guten Eindruck», sagt Adjutant Lunini. Deshalb denkt er bereits über eine Neuauflage im nächsten Jahr nach. «Wir überlegen uns gar eine Ausweitung der Einsatzdauer auf drei Wochen, um die Bewohnerinnen und Bewohner besser kennen zu lernen und ihnen damit den Kontakt mit uns zu erleichtern.»