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Ersthelfer trainieren die Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Stellen

Das Helfen will gelernt sein. Dies gilt nicht nur für zivile, sondern auch für militärische Helfer. Aus diesem Grund wurden dieses Jahr zwei von den Vereinten Nationen angebotene Kurse mit internationaler Beteiligung durchgeführt. Die Schweizer Armee fungierte als Gastgeber.

20.07.2018 | Kommunikation Verteidigung

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Die Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Stellen bei Hilfseinsätzen wird immer wichtiger. Bilder VBS/DDPS

In Sigriswil (BE) haben 24 Spezialistinnen und Spezialisten aus 20 verschiedenen Nationen eine Schulung der Zivil-Militärischen-Koordination zu «UN-CMCoord Officers» erfolgreich abgeschlossen. Sie waren aus einem Pool von rund 180 Bewerbungen aus Armeen, nichtstaatlichen Organisationen und UN Abteilungen ausgewählt worden. Das «Office for the Coordination of Humanitarian Affairs» (OCHA), eine Unterorganisation der Vereinten Nationen (UN) mit Sitz in Genf und New York, hat den Kurs verantwortet. Der Lehrverband Genie/Rettung/ABC hat für den Kurs dieses Jahr die Rolle des Gastgebers übernommen. Er hat zudem die Ausbildner sowie die Teilnehmer in der Vorbereitung und Durchführung des Kurses unterstützt.

Schulung ist nötig

Der Hintergrund der OCHA-Kurse: Regierungen auf der ganzen Welt setzen vermehrt Militäreinheiten ein, um humanitäre Hilfe bei Katastrophen nationalen Ausmasses zu leisten. Zudem dient die Armee oftmals als Unterstützung erster Stunde für die Blaulichteinheiten vor Ort. Spontane Hilfseinsätze wie derjenige vom August 2017, bei dem ein Detachement von rund 30 Angehörigen der Armee und Mitarbeitenden des VBS die portugiesischen Behörden bei der Bekämpfung von Waldbränden unterstützten, zeigen den Bedarf für die Schulung der Koordinationsprozesse für derartige Einsätze.

Insgesamt bietet OCHA zwei solche Kurse an. 22 weitere Fachleute haben den Kaderkurs für «UN-CMCoord Officers» absolviert und abgeschlossen. Beide Kurse haben zum Ziel, das gegenseitige Bewusstsein für die Unterschiede in Bezug auf Hintergrund, Kultur, Strukturen und Anforderungen zu stärken und die Reaktionsfähigkeit, Wirksamkeit und Effizienz der humanitären Hilfsoperationen zu verbessern. Die Kursteilnehmer lernen dafür die Grundsätze der Koordination in internationalen, humanitären und Katastrophenhilfe-Operationen. Nicht zuletzt verstärkt der Ausbau des Experten-Netzwerks auch die internationale Zusammenarbeit. Als Plattform für die Weiterbildung im Kaderkurs dienen Berichte und Szenarien aus verschiedenen Krisen- und Konfliktgebieten wie Irak, Mali, Nigeria, Palästina, Somalia oder Syrien.

Win-win für Armee und Offiziere

Unter den diesjährigen Absolventen waren zwei Schweizer Offiziere. Viele Teilnehmer schätzten die Chance, sich fachtechnisch, methodisch und didaktisch unter professioneller Betreuung und Beobachtung auf den neusten Stand bringen zu lassen.

Die Schweizer Armee wurde als Gastgeber gelobt. Diese Kurse sind für sie eine Möglichkeit, sich im Rahmen der Ausbildung der Zivil-Militärischen-Koordination und Zusammenarbeit zu präsentieren und von der Vielfalt an ausgetauschtem Wissen zu profitieren.