Wo Sicherheit mit Gesprächen beginnt
Toja Rauch kam über einen Nebenjob im Rekrutierungszentrum Rüti zur Armee: Dort betreute sie die psychologische Tauglichkeitsabklärung am Computer. Ein Vortrag von Swissint an einer Karriere-Nacht brachte sie dann zur Erkenntnis: Das passt.
Text: Kommunikation Verteidigung, Anna Muser, unterstützt durch KI
Toja Rauch studierte Linguistik und Übersetzung, davor arbeitete sie in der Gastronomie. Den Einstieg in die Armee fand sie nicht über den «klassischen Weg», die Rekrutenschule, sondern über einen Auslandeinsatz im Kosovo. Später liess sie sich in die Miliz einteilen und fand bei den Sprachspezialisten ihren Platz. 2024 folgte der zweite Kosovo-Einsatz, diesmal in einer Führungsfunktion. Heute ist Rauch Gruppenführerin im Rang eines Wachtmeisters an der Informatikschule 61 in Frauenfeld, im Sommer 2026 folgt die Offiziersschule.
Sinn, Sicherheit und Verantwortung
Rauch beschreibt ihre Entscheidung nicht als Abenteuer, sondern als bewussten Schritt aus der Komfortzone. Sie suchte ein Feld, das Sprache, Vermittlung und Sicherheit verbindet – und fand es in der Friedensförderung. Die geopolitische Lage mache ihr Bauchweh, sagt sie, aber keine Angst. Gerade deshalb wolle sie sich engagieren. Besonders stolz sei sie darauf nicht, viel eher möchte sie etwas zur Sicherheit in der Schweiz beitragen.
Kosovo: Zuhören als Auftrag
Im Kosovo arbeitete Rauch in einem Liaison and Monitoring Team (LMT), einem Frühwarnsystem der KFOR. Diese Teams leben mehrheitlich nicht im Camp, sondern in Häusern in Städten und Dörfern, wie in einer WG: Gemeinschaftsküche, Gemeinschaftsraum, manchmal eigene Zimmer. Der Auftrag: Gespräche führen mit der Bevölkerung, mit Bauern, Lehrpersonen, Ärztinnen, Politikern – und beobachten, was die Menschen beschäftigt, um für die KFOR ein gesamtheitliches Bild über die Sicherheitslage im Einsatzraum zu erstellen. «Das hat mein Feingefühl im Umgang mit anderen Kulturen gestärkt und mir gezeigt, dass man es pflegen muss». Menschen machen die Armee aus. Es braucht alle die können, um die Schweiz zu verteidigen.
Das ganze Gespräch mit Toja Rauch gibt es im Podcast aus der Serie #IchBinDabei
Bisher erschienene Beiträge
Vom Veterinärvorkurs zur militärischen Berufslaufbahn
Hauptmann Michelle Martin fand ihren Weg zur Schweizer Armee eher zufällig – über einen Flyer, einen Veterinärvorkurs und die Begegnung mit Militärpferden. Heute ist sie angehende Berufsoffizierin der Schweizer Armee und verbindet ihre militärische Laufbahn mit einem Masterstudium in Rechtswissenschaft.
Mit 32 in die Armee: Daniela Pfohl-Kaufmanns Weg
Als Mutter von zwei Töchtern, entschied sich Daniela Pfohl-Kaufmann mit 32 Jahren für einen ungewöhnlichen Weg: die Schweizer Armee. Heute ist sie Leutnant und Zugführerin. In Namibia aufgewachsen und erst mit 28 in die Schweiz gekommen, zeigt ihre Geschichte, dass es nie zu spät ist, neue Herausforderungen anzunehmen. Und wie stark Kameradschaft, Disziplin und persönliches Wachstum prägen können.
Atena Ronchetti: begeisterte Bootsschützin mit Durchhaltewillen
Nach dem Grossvater und dem Vater ist es nun an Atena, Uniform zu tragen. Ihre Familie hat sie nach der griechischen Göttin Athena benannt, der Schutzherrin der Stadt Athen und Göttin der Weisheit und der militärischen Strategie. In der Armee hat ihre Begeisterung für Sport weiter zugenommen, sodass sie nun Sportlehrerin werden möchte. Sie könnte sich vorstellen, in den Genietruppen als Unteroffizierin oder sogar Offizierin weiterzumachen. Sie sieht die Armee als einzigartige Erfahrung und motiviert deshalb andere junge Frauen in ihrem Umfeld dazu, ebenfalls Dienst zu leisten.
Saffira Guinand: vom Spitzenfussball zum Leutnant in der Schweizer Armee
Saffira Guinand ist HR-Spezialistin im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten und hat auf hohem Niveau Fussball gespielt. 2024 entschied sie sich, die Rekrutenschule als Veterinärsoldatin in Sand (BE) zu absolvieren. Dann folgten die Unteroffiziers- und die Offiziersschule. Im Folgenden erfahren Sie mehr über ihren Werdegang, geprägt von anstrengenden Märschen, Kameradschaft und Selbstfindung.
Von der Radarsoldatin zur Sicherheitsberaterin
Als junge Jurastudentin startet Franziska Heizmann Anfang der 1990er-Jahre in der Luftwaffe. Später folgt sie dem Ruf internationaler Friedenseinsätze und landet schliesslich in einem Bereich, den viele als Elite der Armee kennen – bei den Grenadieren. Heute berät sie Nichtregierungsorganisationen in Krisengebieten.
Grafikdesignerin, Kunstschaffende und Armeeangehörige: Soraya Poulins besonderer Werdegang
Als junge Walliser Grafik- und Tattookünstlerin einerseits und Wachtmeister im Richtstrahlbataillon 16 anderseits sprengt Soraya Poulin allerlei Klischees. Zwischen künstlerischem Schaffen und Militärdienst geht sie ihren unkonventionellen Weg. Was sie dabei antreibt, ist die Freude an Herausforderungen und der Wille, über sich hinauszuwachsen. Die Kompetenzen, die sie sich im Militärdienst angeeignet hat, setzt sie heute auch ein, um junge Frauen zu informieren und sie zu ermutigen, ebenfalls Dienst zu leisten.
Wo Sicherheit mit Gesprächen beginnt
Toja Rauch kam über einen Nebenjob im Rekrutierungszentrum Rüti zur Armee: Dort betreute sie die psychologische Tauglichkeitsabklärung am Computer. Ein Vortrag von Swissint an einer Karriere-Nacht brachte sie dann zur Erkenntnis: Das passt.


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