Mit 32 in die Armee: Daniela Pfohl-Kaufmanns Weg
Als Mutter von zwei Töchtern, entschied sich Daniela Pfohl-Kaufmann mit 32 Jahren für einen ungewöhnlichen Weg: die Schweizer Armee. Heute ist sie Leutnant und Zugführerin. In Namibia aufgewachsen und erst mit 28 in die Schweiz gekommen, zeigt ihre Geschichte, dass es nie zu spät ist, neue Herausforderungen anzunehmen. Und wie stark Kameradschaft, Disziplin und persönliches Wachstum prägen können.
Text: Kommunikation Verteidigung, Melanie O’Connor
«Die Armee ist für mich wie eine Achterbahn.» So beschreibt Daniela Pfohl-Kaufmann ihre Zeit im Militär. Eine Fahrt mit Höhen und Tiefen, intensiven Momenten und stetigem Wachstum. Genau das habe sie gesucht – und gefunden.
Ein ungewöhnlicher Einstieg
Daniela ist in Namibia aufgewachsen und kam erst mit 28 Jahren in die Schweiz. Ein neues Land, ein neues System, ein kompletter Neustart. Während sie sich in ihrem neuen Alltag zurechtfand, wurde sie zufällig auf das Militär aufmerksam – ein Moment, der sie nicht mehr losliess.
Ihr Einstieg war alles andere als klassisch. Mit 32 Jahren lag Daniela deutlich über der regulären Altersgrenze. Ohne Orientierungstag, ohne direkten Zugang, informierte sie sich selbst, recherchierte im Netz und stellte ein Dossier für ihren Antrag auf Rekrutierung nach Überschreiten der offiziellen Altersgrenze zusammen. Mit Erfolg: Sie wurde zugelassen und startete ihre Rekrutenschule in Airolo.
Was folgte, war ein beeindruckender Weg: von der Soldatin über den Wachtmeister bis hin zur Offiziersschule. Heute führt sie als Leutnant einen Zug in der Sanitätskompanie 8. Eine Rolle, die Verantwortung, Fachwissen und Führungsstärke vereint.
Wachstum durch Herausforderung
Für Daniela ist klar: Vorkenntnisse sind zweitrangig. «Das meiste lernt man sowieso im Militär.» Entscheidend seien Offenheit, Durchhaltevermögen und der eigene Charakter. Gerade in herausfordernden Momenten zeige sich, wie viel Potenzial in einem stecke. «Unser Körper kann viel mehr, als unser Kopf uns glauben lässt.»
Ein prägender Aspekt ist für sie die Kameradschaft. Ob bei langen Märschen oder intensiven Übungen – gemeinsam durch schwierige Situationen zu gehen, schweisst zusammen. «Ohne die Tiefen gibt es kein Wachstum.» Diese Erfahrungen seien einzigartig und ausserhalb des Militärs kaum zu finden.
Besonders richtet sie sich an Frauen, die zögern: «Wir verpassen etwas, wenn wir nicht ins Militär gehen.» Neben den Erlebnissen und der persönlichen Entwicklung nennt sie auch konkrete Vorteile wie Ausbildungsmöglichkeiten und Kompetenzen, die sich direkt ins zivile Leben übertragen lassen.
Ihre Botschaft ist klar: Informieren lohnt sich immer. Denn nur wer sich mit den Möglichkeiten auseinandersetzt, kann bewusst entscheiden, welchen Weg er oder sie gehen möchte.
Das ganze Gespräch mit Daniela Pfohl-Kaufmann gibt es im Podcast aus der Serie #IchBinDabei
Mit 32 und als Mutter in die Schweizer Armee: Warum sich der Einstieg immer lohnt
Bisher erschienene Beiträge
Mit 32 in die Armee: Daniela Pfohl-Kaufmanns Weg
Als Mutter von zwei Töchtern, entschied sich Daniela Pfohl-Kaufmann mit 32 Jahren für einen ungewöhnlichen Weg: die Schweizer Armee. Heute ist sie Leutnant und Zugführerin. In Namibia aufgewachsen und erst mit 28 in die Schweiz gekommen, zeigt ihre Geschichte, dass es nie zu spät ist, neue Herausforderungen anzunehmen. Und wie stark Kameradschaft, Disziplin und persönliches Wachstum prägen können.
Atena Ronchetti: begeisterte Bootsschützin mit Durchhaltewillen
Nach dem Grossvater und dem Vater ist es nun an Atena, Uniform zu tragen. Ihre Familie hat sie nach der griechischen Göttin Athena benannt, der Schutzherrin der Stadt Athen und Göttin der Weisheit und der militärischen Strategie. In der Armee hat ihre Begeisterung für Sport weiter zugenommen, sodass sie nun Sportlehrerin werden möchte. Sie könnte sich vorstellen, in den Genietruppen als Unteroffizierin oder sogar Offizierin weiterzumachen. Sie sieht die Armee als einzigartige Erfahrung und motiviert deshalb andere junge Frauen in ihrem Umfeld dazu, ebenfalls Dienst zu leisten.
Saffira Guinand: vom Spitzenfussball zum Leutnant in der Schweizer Armee
Saffira Guinand ist HR-Spezialistin im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten und hat auf hohem Niveau Fussball gespielt. 2024 entschied sie sich, die Rekrutenschule als Veterinärsoldatin in Sand (BE) zu absolvieren. Dann folgten die Unteroffiziers- und die Offiziersschule. Im Folgenden erfahren Sie mehr über ihren Werdegang, geprägt von anstrengenden Märschen, Kameradschaft und Selbstfindung.
Von der Radarsoldatin zur Sicherheitsberaterin
Als junge Jurastudentin startet Franziska Heizmann Anfang der 1990er-Jahre in der Luftwaffe. Später folgt sie dem Ruf internationaler Friedenseinsätze und landet schliesslich in einem Bereich, den viele als Elite der Armee kennen – bei den Grenadieren. Heute berät sie Nichtregierungsorganisationen in Krisengebieten.
Grafikdesignerin, Kunstschaffende und Armeeangehörige: Soraya Poulins besonderer Werdegang
Als junge Walliser Grafik- und Tattookünstlerin einerseits und Wachtmeister im Richtstrahlbataillon 16 anderseits sprengt Soraya Poulin allerlei Klischees. Zwischen künstlerischem Schaffen und Militärdienst geht sie ihren unkonventionellen Weg. Was sie dabei antreibt, ist die Freude an Herausforderungen und der Wille, über sich hinauszuwachsen. Die Kompetenzen, die sie sich im Militärdienst angeeignet hat, setzt sie heute auch ein, um junge Frauen zu informieren und sie zu ermutigen, ebenfalls Dienst zu leisten.
Wo Sicherheit mit Gesprächen beginnt
Toja Rauch kam über einen Nebenjob im Rekrutierungszentrum Rüti zur Armee: Dort betreute sie die psychologische Tauglichkeitsabklärung am Computer. Ein Vortrag von Swissint an einer Karriere-Nacht brachte sie dann zur Erkenntnis: Das passt.
.jpg?w=1024&auto=format)





