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MitteilungVeröffentlicht am 8. Juni 2026

Kommando Cyber veröffentlicht Version 1.0.0 der Open-Source-Software «Loom»

Rund ein Jahr nach der erstmaligen Veröffentlichung des Quellcodes erreicht die Such- und Analysesoftware «Loom» des Kommando Cyber einen wichtigen Meilenstein. Die Software steht nun in einer weiterentwickelten Version auf der Entwicklungsplattform GitLab zur Verfügung. Die Weiterentwicklung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen internen Entwicklern, Milizangehörigen und externen Beiträgen. Diese Zusammenarbeit mit einem Netzwerk von Softwareentwicklern zeigt, dass frei zugängliche Software einen wichtigen Beitrag zur Cybersicherheit und zur digitalen Innovation leisten kann.

Text: Marco Remund, Kommunikation Kommando Cyber

«Loom» ist eine Software zur Suche und Analyse grosser Dokumentensammlungen. Die Software indiziert automatisch verschiedene Datenquellen und extrahiert Inhalte sowie Metadaten aus Formaten wie Office-Dokumenten, PDFs, E-Mails, Archiven und Bildern. Gescannte Dokumente werden per optischer Zeichenerkennung (OCR) durchsuchbar.

Ein KI-gestützter Chatbot beantwortet Fragen auf Basis der indexierten Dokumente, erstellt Zusammenfassungen und übersetzt Texte.

Da die Software vollständig lokal und ohne Internetverbindung betrieben werden kann, ist sie besonders für Organisationen mit vertraulichen oder klassifizierten Daten geeignet.

Entwicklung seit der Veröffentlichung

In den vergangenen Monaten wurde «Loom» kontinuierlich weiterentwickelt:

  • «Loom» generiert nun sichere Vorschauversionen für Dateiformate, wie zum Beispiel Office-Dokumente, E-Mails, Webseiten und weitere Formate.
  • Die Verarbeitung grosser Datenmengen wurde stabiler und schneller gemacht.
  • Die Analysemöglichkeiten wurden ausgebaut. Vorkonfigurierte Dashboards visualisieren Informationen der Systemauslastung und erleichtern den Betrieb.
  • Die Benutzeroberfläche erhielt eine verbesserte Tastaturnavigation, erweiterte Filtermöglichkeiten und die Spam-Erkennung für E-Mails wurde in die Anzeigeoberfläche integriert.

Ausblick

Die Weiterentwicklung von «Loom» konzentriert sich auf den Ausbau KI-gestützter Funktionen. Geplant ist die Integration von Bilderkennungsfähigkeiten, um Beschreibungen für hochgeladene Bilder zu generieren. Dies ermöglicht die textbasierte Durchsuchbarkeit auf visuelle Inhalte. Ebenfalls in Arbeit ist eine automatische Kategorisierung von Dokumenten.

Zusätzlich wird die Anbindung externer Speichersysteme entwickelt. Damit können Organisationen bestehende Datenbestände direkt aus ihren Speicherinfrastrukturen indexieren lassen.

Parallel dazu wird die bestehende Verarbeitungspipeline laufend optimiert. Der Fokus liegt auf der Reduktion des Speicherverbrauchs sowie der Unterstützung weiterer Dateiformate.

Werde Teil des Projekts

Das Kommando Cyber lädt Interessierte ein, die Software zu testen, Fehler zu melden und zur Weiterentwicklung beizutragen. Der Quellcode ist unter der MIT-Lizenz verfügbar und kann via GitLab bezogen werden.

Zusammenarbeit mit der Miliz

Die Entwicklung von «LOOM» wäre ohne die Miliz nicht möglich gewesen. Einen Grossteil der Mitwirkenden an diesem Projekt bilden Angehörige der Armee aus Wiederholungskursen (WKs) und Durchdienern der Cyberlehrgänge. Ihre vielfältigen Erfahrungen und Kompetenzen haben entscheidend dazu beigetragen, dass technische Herausforderungen effizient gelöst und innovative Ansätze umgesetzt werden konnten. Dieses Zusammenspiel hat sich als ein Erfolgskonzept erwiesen, das zum Erfolg des Projekts beigetragen hat. Es unterstreicht die Bedeutung der Miliz für technologische Entwicklungen innerhalb der Armee und zeigt, wie zivile und militärische Kompetenzen synergetisch zusammenwirken können.

Open Source in der Bundesverwaltung

Die Veröffentlichung der Open-Source-Software entspricht den Grundsätzen des Bundesgesetzes über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben (EMBAG). Durch die Offenlegung des Quellcodes fördert das Kommando Cyber Transparenz, ermöglicht die Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft und stärkt die digitale Souveränität. Andere Organisationen können die Software prüfen, anpassen und für eigene Zwecke weiterentwickeln. Dies entspricht dem Ziel, Wissen und Werkzeuge dort nutzbar zu machen, wo sie benötigt werden.

Um die Sichtbarkeit und Wiederverwendbarkeit innerhalb der Bundesverwaltung weiter zu fördern, ist «Loom» nun auch offiziell im Open-Source-Katalog der Bundeskanzlei gelistet. Unter https://opensource.admin.ch reiht sich die Software damit in das wachsende Ökosystem von Softwarelösungen ein, die nach dem Prinzip «Public Money, Public Code» anderen Behörden und der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.