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Die Nachschub Gruppe der SWISSCOY – sie haben alles auf Lager!

Egal ob Käsefondue für das SWISS HOUSE, Medikamente für das Medical Team, Munition, Büromaterial oder Toilettenpapier: die Nachschub Gruppe sorgt dafür, dass Leben und Arbeiten im SWISSCOY Kontingent 49 reibungslos verlaufen.

05.12.2023 | Text & Fotos: Fachoffizier Aisha Seitz, Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 49

Das zentrale Lager im CNS ist das Herzstück des Nachschubs.
Das zentrale Lager im CNS ist das Herzstück des Nachschubs.

Damit die 195 Angehörigen der SWISSCOY ihre nationalen und internationalen Aufträge erfüllen können, ist im Hintergrund einiges an Organisation nötig. Wer benötigt welches Material? Wie kommt es in den Kosovo? Wie wird es an die verschiedenen Standorte verteilt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Nachschub Gruppe (Ns Gr). Hier kann fast jedes Versorgungsproblem gelöst werden. Neben dem Nachschub gehören auch die beiden Gruppen Infrastruktur (Infra) und Instandhaltung (Ih) zur Logistik.

Der Konvoi ist da!

Oberleutnant Federico Bassetti, Gruppenführer Nachschub, sitzt im Grossraum-Büro im Camp Novo Selo (CNS) und strahlt. Am Morgen des Interviews ist der Konvoi angekommen, der einmal im Monat Waren aus der Schweiz liefert oder Systeme, Fahrzeuge und Geräte für den Austausch, eine Überprüfung oder Reparatur zurückbringt. Das bedeutet, dass es einiges zu tun gibt für das Team rund um Oblt Bassetti. Nebst dem Ns Grfhr besteht es aus dem Chef Material, zwei Einkäufern und diversen Nachschub- Spezialisten mit verschiedenen Schwerpunkten (wie zum Beispiel Munition oder Feldpost).

Einige Tage vor der Ankunft erhält die Ns Gr vom Kompetenzzentrum SWISSINT aus Stans-Oberdorf eine Liste mit Material, das geliefert wird. Dann beginnen die Vorbereitungen und die Planung der weiteren Verteilung. Wann müssen welche Artikel gepackt werden und was wird wohin geliefert? Handelt es sich um Material für das SWISS HOUSE, Fahrzeug-Teile für die Ih, Ersatzteile für die Infra oder um Bestellungen der Liaison and Monitoring Teams (LMT)?

Nach der Ankunft im Camp werden die versiegelten Container geöffnet und entladen, und der Inhalt mit der Bestellliste abgeglichen. Ist alles vollständig und in Ordnung, geht es an die Verteilung, damit alle so schnell wie möglich das benötigte Material erhalten. Manches bleibt vor Ort im Lager, andere Güter werden zu Lieferungen zusammengestellt und verpackt, um sie in die anderen Camps oder Aussenstandorte bringen zu können oder innerhalb Novo Selo zu verteilen. Die LMT erhalten Bestellungen per Versorgungsfahrt mit dem Pöstler oder holen sie manchmal auch selbst ab.

Logistische Herausforderungen

Grundsätzlich kommen die Waren aus der Schweiz entweder mit dem Konvoi oder mit dem Flugzeug in den Einsatzraum. Nicht jeder Transportweg ist für jedes Frachtgut geeignet, je nachdem ob die Lastwagen einen reinen Landweg nehmen oder einen Teil der Strecke auf einer Fähre mit Passagieren zurücklegen.

Anspruchsvoll sind Gefahrengüter wie zum Beispiel Munition, Autobatterien, Feuerlöscher, medizinischer Sauerstoff oder Akkus für Defibrillatoren. Eine weitere Herausforderung sind gekühlte Waren wie Lebensmittel oder bestimmte Medikamente, denn hier darf die Kühlkette nicht unterbrochen werden. Die Waren müssen während des Transportes und im Camp in einem speziellen Cargo-Kühlschrank gekühlt werden.

Das zentrale Lager im CNS ist das Herzstück des Nachschubs. Oder wie Logistikoffizier (Log Of) / S4 Major Philipp Hitz es beschreibt, das «Epizentrum der SWISSCOY Logistik», also der Mittelpunkt mit besonders hoher Aktivität. 20 Container auf zwei Stockwerken sind bis oben hin gefüllt mit Material. Etwa 213’000 Artikel befinden sich auf Lager, von der kleinsten Schraube bis hin zu Ersatz-Uniformen, Büromaterial oder Putzmitteln. Beim Kontingentswechsel mussten alle Artikel inventarisiert und überprüft werden – eine echte Mammutaufgabe. Am Jahresende steht bereits eine Zwischenkontrolle an. Dafür weiss Oblt Federico Bassetti genau, was wo zu finden ist und was erst noch bestellt werden müsste.

Auf die Frage, was das Beste an seinem Job ist, meint Oblt Bassetti schmunzelnd: «Eigentlich sind wir wie eine Mutter für das Kontingent. Denn alle kommen zu uns, mit Sachen zum Reparieren oder Austauschen. Wir werden gebraucht – und das Team muss gut zusammenarbeiten.» Es ist bereits das fünfte Kontingent für den gelernten Chemielaboranten, dreimal war er Chef Feldpost und einmal Grfhr Ns. Sein Ziel ist es, ins 50. Kontingent zu verlängern: «Ich war zum 20. Jahrestag der Mission hier, beim 25. möchte ich ebenfalls Dienst leisten».


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