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Von Pristina nach Sarajevo – Transportauftrag zugunsten der KFOR

Der Schweizer Transportzug hat im Auftrag der Joint Logistic Support Group (JLSG) der KFOR vier ungarische Radschützenpanzer von Kosovo nach Bosnien und Herzegowina transportiert. Ein Auftrag, der in diesem Rahmen eher selten stattfindet und für die Schweizer LKW-Fahrerinnen und -Fahrer der SWISSCOY eine anspruchsvolle Route beinhaltete. Ein Bericht über den Transportzug und die Vorbereitungen vor der Abfahrt nach Bosnien und Herzegowina.

20.06.2023 | Fachof Xhetare Rexhaj, Presse- und Informationsoffizierin SWISSCOY 48

Der Transportzug des SWISSCOY Kontingents 48
Der Transportzug des SWISSCOY Kontingents 48


Wenn eine an der KFOR beteiligte Nation Unterstützung im Bereich Transport benötigt – sei es für Personen oder Material – stellt sie einen Antrag an die Joint Logistic Support Group (JLSG). Gemeinsam mit dem Schweizer Transportzug und jenem der Österreicher wird dann das weitere Vorgehen koordiniert. Fahrten ins Ausland benötigen eine zeitintensive Organisation. Dafür ist der Schweizer Verbindungsoffizier (LNO) in der JLSG verantwortlich. Er schaut, wer Kapazitäten hat, um den Auftrag auszuführen und kümmert sich um die gesamte Planung im Hintergrund. Gerade wenn es sich um Fahrten über die Landesgrenzen hinaus handelt, gibt es sehr viele Formalitäten zu erledigen. Die Movement Control der JLSG muss informiert werden, die Zollformulare müssen zeitgerecht zur Verfügung stehen und wie beim Konvoi nach Bosnien und Herzegowina, braucht es eine Eskorte der Militärpolizei aus dem jeweiligen Land. Diese wird dann benötigt, wenn mehrere Fahrzeuge und beispielsweise Munition oder anderes sensitives Material, wie die Radschützenpanzer der ungarischen Armee, transportiert werden.


Planung und Organisation als Schlüsselelement

Wie elementar dieses Zusammenspiel aller Beteiligten ist, zeigte sich beim kürzlich durchgeführten Transportauftrag für die KFOR, bei welchem vier Radschützenpanzer der ungarischen Streitkräfte vom Camp Novo Selo nach Bosnien und Herzegowina transportiert wurden. Die Koordination der Transporte ist komplex, denn es sind unterschiedliche Stellen involviert. Für die Planung und Organisation solcher Transporte hat der Schweizer Verbindungsoffizier alle Hände voll zu tun. In dieser Funktion braucht es viel Kommunikationsarbeit: Eckdaten zu den Aufträgen sammeln, weiterleiten, verarbeiten – der Informationsfluss muss zu jeder Zeit und in jede Richtung aufrechterhalten werden. Sobald die Planung im Hintergrund abgeschlossen ist, geht es an die Vorbereitungen für den Transport. Hier kommen die Fahrerinnen und Fahrer zum Einsatz, welche für den Verlad der Radschützenpanzer und den sicheren Transport verantwortlich sind.


Teamwork für den sicheren Verlad

Es herrscht reges Treiben auf dem Fahrzeuggelände im Camp Novo Selo. Die LKWs stehen bereit und die Radschützenpanzer kommen angefahren. Die ungarischen und Schweizer KFOR-Angehörigen sprechen sich kurz ab und ein GO-Zeichen wird gegeben: der Verlad kann beginnen. Vor jedem LKW stehen zwei Schweizer Armeeangehörige bereit, welche die Koordination übernehmen. Die Radschützenpanzer werden von den Ungaren auf den Tieflader gefahren, denn es obliegt in der Verantwortung der jeweiligen Nation, dass sie ihre Fahrzeuge selber fahren. Jede und jeder auf Platz weiss was zu tun ist – damit zeigt sich, dass die Teamarbeit gut funktioniert und obwohl es durch die laufenden Motoren laut ist, herrscht erstaunlicherweise Ruhe auf dem Platz. Trotz des Gewichts von 15 Tonnen, funktioniert der Verlad problemlos. Was einfach aussieht, ist präzise und kraftzehrende Arbeit. Der breite Schützenpanzer muss richtig auf den Anhänger gefahren werden, damit er entsprechend befestigt und gesichert werden kann. Dies ist auch nötig: Die Reise nach Bosnien und Herzegowina dauert zwei Tage, die Strassen sind nicht in bestem Zustand und auch Passfahrten erwarten die Fahrerinnen und Fahrer. Für die Befestigung kommen Spanngurte und Spannketten zum Einsatz. Diese werden mit voller Kraft stramm gezogen und auch hier ist Teamarbeit gefragt, die ohne Worte bestens funktioniert. Der letzte Check wird gemacht und das Zeichen an die ungarischen Kollegen wird gegeben. Alles sicher und befestigt – ‚We are done!‘ Zum Schluss folgt die obligate und wichtige Probefahrt um das Camp. Hierbei wird auch die Vollbremse getestet, um wirklich sicher zu sein, dass die Befestigung hält und der Abfahrt nach Sarajevo in Bosnien und Herzegowina am nächsten Morgen nichts im Wege steht.


Anspruchsvolle Fahrt

In den vier LKW sind jeweils zwei Fahrerinnen und Fahrer des Schweizer Kontingents unterwegs, die sich regelmässig abwechseln. Die Fahrt startet vom Camp Novo Selo in Richtung der albanischen Grenze. Von dort aus geht es über einen Berg und durch einen Tunnel bevor die Route anschliessend entlang der Küste führt. Nach dem Überqueren der Grenze in Montenegro findet der erste Halt in einer Kaserne statt. Von dort aus geht die Fahrt anschliessend weiter bis nach Sarajevo, Bosnien und Herzegowina. Hier werden die Radschützenpanzer sicher abgeladen und die Fahrerinnen und -Fahrer des Schweizer Transportzugs begeben sich wieder auf ihre Rückreise ins Camp Novo Selo. Damit ist der Auftrag erfolgreich abgeschlossen.

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