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Informieren – die Basis für die Rekrutierung

Um die Rekrutierung von rund 280 Positionen in 19 Einsatzländern gewährleisten zu können, bedingt es das ständige Informieren der Bevölkerung. Das dreiköpfige, einsatzerfahrene Personalmarketing Team SWISSINT ist deshalb zugunsten der Personalgewinnung für die friedensfördernden Einsätze der Schweizer Armee das ganze Jahr über an unterschiedlichen militärischen wie auch zivilen Anlässen präsent.

31.01.2023 | Dionita Hadergjonaj, Personalmarketing SWISSINT

Das Personalmarketing Team des Kompetenzzentrums SWISSINT stellte an der militärischen Volltruppenübung ODESCALCHI auf dem Flugplatz Magadino die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der militärischen Friedensförderung vor.
Das Personalmarketing Team des Kompetenzzentrums SWISSINT stellte an der militärischen Volltruppenübung ODESCALCHI auf dem Flugplatz Magadino die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der militärischen Friedensförderung vor.

Die grosse Herausforderung liegt darin, dass, abgesehen von den grossen Kontingenten in Kosovo und Bosnien-Herzegowina, auch individuell eingesetztes Personal in die Missionen entsendet wird und dessen Rotationsdaten sich über das ganze Jahr verteilen. Für das Kompetenzzentrum SWISSINT bedeutet dies, dass eine permanente Rekrutierung sichergestellt werden muss – was in Zahlen so viel heisst wie 900 Arbeitsverträge pro Jahr auszustellen.

Wir vom Personalmarketing Team SWISSINT haben somit die spannende Aufgabe die Bevölkerung und insbesondere unsere Zielgruppe zu informieren, um die erforderlichen Personen für die unterschiedlichen Funktionen zu akquirieren. An den zahlreichen schweizweiten Auftritten werden wir punktuell von einem Team unterstützt, das aus rund 80 Peacekeepern mit langjähriger Erfahrung aus den verschiedensten Missionen besteht.

An Rekruten- und Kaderschulen halten wir spezifische Referate und haben bei gewissen Truppengattungen zusätzlich die Möglichkeit Funktionen aus ihrem jeweiligen Fach im internationalen Rahmen aufzuzeigen. Beispiele hierfür sind unter anderem die Militärpolizei, die Genietruppen, Logistik- und Informatikspezialisten oder Personen mit einem Aviatik-Hintergrund. Mit den Präsenzen an den militärischen Schulen stellen wir sicher, dass möglichst viele Personen während ihrer Milizlaufbahn mit dem Friedenförderungsdienst in Berührung kommen und wir somit eine grosse Anzahl an potentiellen Kandidaten und Kandidatinnen gewinnen können.

Bei zivilen Veranstaltungen hingegen merken wir immer wieder, dass ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung den dritten Auftrag unserer Armee nicht kennt. Das Bewusstsein für diese Aufgabe zu schaffen, ist daher ein wichtiger Teil unserer Arbeit – auch wenn wir bei diesen Anlässen nicht immer unsere Zielgruppe antreffen. Laut unserer Statistik haben über 40% aller Personen, die einen Einsatz leisteten, zuvor von einem ehemaligen Peacekeeper an einem Anlass des Personalmarketings davon gehört und sich infolgedessen für ein Engagement entschieden. Dies zeigt, dass das Teilen von persönlichen Erfahrungen die authentischste Art von Informationsvermittlung ist, da sich unser Gegenüber mit einer Person in physischer Form besser identifizieren und Vertrauen aufbauen kann.

Das Personalmarketing von SWISSINT war in den vergangenen zwei Jahren stark von COVID-19 beeinträchtigt und wurde vor grosse Herausforderungen gestellt. Plattformen wie Publikums- und Fachmessen, Branchen- und Arbeitgeberplattformen, Fachhochschulen sowie Universitäten konnten nur noch bedingt oder gar nicht mehr besucht werden. Anlässe wurden abgesagt oder immer wieder verschoben, was für uns einen Verlust des zu erreichenden Publikums bedeutete. Um weiterhin interessierte Personen zu erreichen, wurden die virtuellen Informationsveranstaltungen ins Leben gerufen. Das Umsteigen in die virtuelle Welt war ein neuer Weg für die Personalgewinnung und auch eine Chance, welche wir seither immer noch nutzen. Die Homeoffice-Zeiten haben uns eine grössere Flexibilität gelehrt und neue Wege als Ergänzung zu den bisherigen Möglichkeiten zur Personalgewinnung aufgezeigt.

Trotz dieser virtuellen Variante sind wir froh, dass wir dieses Jahr an allen Veranstaltungen wieder physische Präsenz zeigen durften und die COVID-19-Massnahmen schrittweise aufgehoben wurden. Denn die anfänglich noch erforderlichen Masken sowie die ungewisse Lage schufen eine spürbare Distanz.

Da ein Einsatz in der Friedensförderung auf Freiwilligkeit basiert und wir hauptsächlich auf dem zivilen Arbeitsmarkt rekrutieren, hat das Marketing auch bei uns auffällig an Bedeutung gewonnen. Die Arbeitswelt entwickelt sich rasant und die Attraktivität der Stellen in der Privatwirtschaft wird immer grösser. Daher muss für einen Auslandseinsatz umso stärker geworben werden. Das sogenannte «Brand Capital» weist jeweils den Wert einer Firma aus – für SWISSINT als Teil der Armee ist es aber nicht so einfach sich als Arbeitgeber zu positionieren, denn wir bewegen uns in einer Zone zwischen Armee und Privatwirtschaft. Wir verkaufen weder ein Produkt noch eine offensichtliche Dienstleistung hier vor Ort. Die Peacekeeper setzen ihr Wissen in einem fremden Land ein und bringen neue Erfahrungen, Erlebnisse wie auch Kenntnisse und Kontakte mit zurück. Neue persönliche Erfahrungen können in jedem erdenklichen Job in der Privatwirtschaft äusserst wertvoll sein, denn je mehr erlebt und gelernt wird, umso besser kann in Zukunft agiert werden. Somit ist für uns im Personalmarketing der Job mit einem Stelleninserat nicht erledigt, denn Personalmarketing bedeutet für uns Interesse erwecken und vernetzen.

Ein weiterer Unterschied zum gewohnten Bewerbungsprozess besteht darin, dass man sich bei SWISSINT oft für einen Job bewirbt, der effektiv erst im Einsatz richtig klar wird: Im militärischen Umfeld, vor allem im internationalen Rahmen, kann die Funktion, das Team und das Tätigkeitsumfeld beim Vorstellungsgespräch nicht «geschnuppert» werden. Daher ist jeder Einsatz auch eine Erfahrung in einer neuen Welt. Da das Fällen einer Entscheidung aber bereits beim Informieren beginnt und es unser Ziel ist die richtigen Personen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben, setzen wir unsere Social-Media-Kanäle stark zu diesem Zweck ein. Ob Videos, Erfahrungsberichte oder Beschreibungen der Tätigkeitsbereiche – alles wird von und über einsatzerfahrene Personen kreiert und präsentiert. So können sich alle interessierten Personen über die passende Funktion im Rahmen der Friedensförderung informieren und bewerben.

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