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Netto-Null-Ziel an den 5. Winter-Militärweltspielen

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative für die 5. Winter-Militärweltspiele 2025 wurde am Mittwoch, 22. November 2023, der Leistungsvertrag mit Edaphos Engineering SA unterzeichnet, einem internationalen Unternehmen, das auf innovative und umweltfreundliche Lösungen zur Dekontaminierung von Böden, aber auch zur biologischen Sequestrierung von CO2 im Boden spezialisiert ist. Der Leistungsvertrag sieht die Netto-Null-Kompensation für die an den Winter-Militärweltspielen entstandenen CO2-Emissionen vor. In diesem Zusammenhang werden mindestens 500 Tonnen CO2-Äquivalent (tCO2e) für die Winter-Militärweltspiele 2025 bereits ab 2024 vorzeitig sequestriert.

22.11.2023 | Laura Heri, Kommunikation CISM

Edaphos
Unterzeichnung Leistungsvertrag zwischen Edaphos Engineering SA und der CISM Delegation Schweiz, vertreten durch Oberst Christian Hess, Kdt CISM Winter-Militärweltspiele 2025 und Oberst Eric Castelot, Chef Nachhaltigkeit der Winter-Militärweltspiele.

Der Klimawandel ist eine der grossen Herausforderungen dieser Zeit
– für die Schweiz und global. Um die Emissionen von klimarelevanten
Treibhausgasen zu reduzieren und damit die Klimaerwärmung zu bremsen, hat die internationale Staatengemeinschaft an der Klimakonferenz in Paris Ende 2015 ein neues Übereinkommen zum Klimaschutz verabschiedet. Das Pariser Klimaabkommen hat zum Ziel, die durchschnittliche globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, wobei ein maximaler Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius angestrebt wird. Die Schweiz hat das Übereinkommen von Paris am 6. Oktober 2017 ratifiziert. Sie hat sich damit ein CO2- Reduktionsziel von 50 % bis 2030 gegenüber 1990 gesetzt und bis 2050 zudem ein nicht verbindliches Gesamtreduktionsziel von 70 bis 85 % angekündigt. Am 22. August 2020 hat der Bundesrat dieses Klimaziel erhöht: Bis 2050 strebt die Schweiz eine ausgeglichene Treibhausgasbilanz (Netto-Null) an.

Im Kontext der Winter-Militärweltspiele 2025 wurden 1'700 Tonnen Treibhausgas-Emissionen prognostiziert. Ein Grossteil dieser Emissionen resultiert aus Transporten (Delegationsreisen, Transport von Ausrüstung und Transporte der Truppe zur Vorbereitung der Spiele), Unterkünften sowie der Zubereitung und Verteilung von Verpflegung für die Athleten und für die Truppe. Die Bemühungen der CISM Delegation Schweiz, Organisatorin der 5. Winter-Militärweltspiele, eine Netto-Null-Bilanz zu erreichen, erfordert daher die Suche nach neuen Lösungen.

Um die Auswirkungen der Spiele so gering wie möglich zu halten,
hat das Organisationskomitee beschlossen, wichtige Reduktionsmassnahmen zu ergreifen. So wurden einige Disziplinen wie Ski-Cross, aufgrund der enormen Mengen an Wasser und Energie, die für die Erzeugung von Kunstschnee zur vorübergehenden Formung der Skipisten benötigt werden, aufgegeben. Weiter wird, wenn immer möglich und sinnvoll, der Transport via öffentliche Verkehrsmittel angestrebt. Zudem basieren die Spiele auf bereits vorhandenen Infrastrukturen, sowohl in Bezug auf Unterkünfte, als auch Austragungsorte. Ausserdem wird besonderen Wert auf die Abfalltrennung und -reduktion gelegt. Um Essensreste auf ein Minimum zu reduzieren, werden die Mahlzeiten vom eigenen Personal serviert. Gleichzeitig wird auf die Verwendung lokaler Produkte geachtet, um regionale Wertschöpfungsketten zu stärken und unnötige CO2-Ausstösse zu
verhindern.

Vertragsunterzeichnung mit Edaphos Engineering SA.

Darüber hinaus beinhaltet die Kompensation von Restemissionen, im Sinne international anerkannter Standards, den Kauf von Kompensationszertifikaten über das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen. Dies ermöglicht die Finanzierung von Entwicklungsprojekten. Derzeit muss diese Kompensation im Ausland erfolgen, um dem Prinzip der einmaligen Anrechnung jeder Reduktion gerecht zu werden. Vor diesem Hintergrund setzt der Vertrag mit Edaphos Engineering SA auf eine innovative Kompensationsmethode, die eine CO2-Netto-Null-Bilanz ermöglicht. Die Technologie der Edaphos Engineering SA zielt darauf ab, die gesamten 1'700 Tonnen CO2e zwischen 2024 und 2025 auf Grundstücken in der Schweiz biologisch zu sequestrieren, d.h. CO2 im Boden zu speichern. Eine Implementierung dieser Technologie auf Schweizer Boden trägt zur Reduktion und langfristigen Speicherung von CO2 bei. Dieser innovative Ansatz soll nicht nur die Klimaneutralität der Winter-Militärweltspiele sicherstellen, sondern auch langfristige positive Effekte für Umwelt und Klima ermöglichen. 

 

Mit diesem nachhaltigen Veranstaltungsmanagement soll aufgezeigt werden, dass internationale Grosssportanlässe auf eine wirtschaftlich-verantwortliche, gesellschaftlich-nachhaltige und möglichst umweltfreundliche Art organisiert werden können, ohne dass die sportliche Exzellenz darunter leidet. 

netzero
Provisorisch berechneter Treibhausgas-Ausstoss (in Tonnen).


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