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MitteilungVeröffentlicht am 24. September 2026

Ein Stück Heimat im Päckli

Ob persönliche Briefe, Schweizer Spezialitäten oder die vertraute Zeitung von zu Hause: Die Feldpost verbindet die Angehörigen der SWISSCOY während ihres sechsmonatigen Einsatzes mit der Heimat. Rund 3’000 Pakete und 2’600 Zeitungen hat der Pöstler des Kontingents im Einsatzraum übergeben. Hinter diesen Zahlen stehen jedoch weit mehr als Sendungen und zurückgelegte Kilometer. Es sind persönliche Botschaften, kleine Überraschungen und vertraute Dinge aus der Schweiz, die im richtigen Moment ein Stück Heimat in den Kosovo bringen.

Wm Fabian bringt und holt zweimal wöchentlich die Post aller Standorte der SWISSCOY.

Text und Fotos Micha Brändli, Kommunikation SWISSINT

Seit elf Jahren arbeitet Wachtmeister Fabian bei der Schweizerischen Post und kennt die Feldpost bereits aus der Miliz. Der Wunsch nach einem Tapetenwechsel brachte ihn schliesslich zur SWISSCOY. Den entscheidenden Anstoss gab ein Kamerad während seines letzten Wiederholungskurses, der selbst bereits einen Einsatz im Kosovo geleistet hatte. «Der Zeitpunkt war perfekt. Ich wollte etwas Neues erleben und gleichzeitig meine Erfahrungen aus der Miliz und meinem Beruf einbringen.»

Ein Brief, der mehr bedeutet

WhatsApp, Videocalls und soziale Medien ermöglichen heute den täglichen Kontakt mit Familie und Freunden in der Schweiz. An Bedeutung verloren hat die Feldpost dadurch jedoch nicht. Im Gegenteil. «Weil heute so viel digital kommuniziert wird, freut man sich über einen persönlichen Brief vielleicht sogar noch mehr.» meint Wachtmeister Fabian.

Besonders beliebt sind die klassischen «Fresspäckli». Schweizer Snacks und persönliche Kleinigkeiten lassen sich nicht durch eine Nachricht auf dem Smartphone ersetzen. «Es sind oft die kleinen Dinge, die man hier nicht kaufen kann, die das Herz aufblühen lassen.» sagt Wm Fabian mit einem Lächeln. Gleichzeitig gibt die Feldpost auch den Angehörigen zu Hause eine Möglichkeit, trotz der räumlichen Distanz für ihre Liebsten da zu sein und sie während des Einsatzes zu unterstützen.

Für Fabian ist deshalb klar, dass die Feldpost auch in Zukunft ihren Platz in der Armee haben sollte. Den wirtschaftlichen Druck auf die Post kennt er aus seinem zivilen Berufsalltag. Im Auslandseinsatz sieht er jedoch einen zusätzlichen Wert: «Die Feldpost ist ein Stück Heimat. Auch wenn es nur ein paar Snacks sind – im richtigen Moment sind sie unbezahlbar für die Moral und Durchhaltefähigkeit der Truppe.»

Glücksmomente im Einsatz

Seine Aufgabe führt ihn regelmässig quer durch Kosovo. Die Route mag sich wiederholen, die Begegnungen tun es nicht. Gerade darin liegt für Fabian einer der schönsten Unterschiede zu seinem Berufsalltag in der Schweiz. Während dort Zeitdruck den Tagesablauf prägt und sich zwischen den Sendungen auch Rechnungen und Mahnungen befinden, bringt er im Kosovo vor allem eines: Freude.

«Hier freuen sich die Kameradinnen und Kameraden, wenn der Pöstler kommt.» meint Wm Fabian. Und auch für ihn selbst sind diese Begegnungen wichtig. Zwar muss der Zeitplan eingehalten werden, dennoch bleibt Raum für einen kurzen Austausch. Denn während eines sechsmonatigen Einsatzes erlebt jede und jeder bessere und schwierigere Tage. Kameradschaft und persönliche Begegnungen erhalten dadurch einen besonderen Stellenwert.

Neben den Momenten auf Posttour schätzt Fabian auch sein Team im Nachschub. Es ist spürbar, dass sich alle bewusst für den Einsatz entschieden haben: «Die Leute haben viel investiert und teilweise viel aufgegeben, um hier zu sein. Man merkt, dass sie etwas leisten möchten, aber auch die Zeit mit ihren Kameraden geniessen wollen.» Diese Arbeitsmoral schätzt Fabian sehr und macht den Einsatz auch so einzigartig.

Nach sechs Monaten wartet für den Pöstler schliesslich wieder der Berufsalltag in der Schweiz. Ausgerechnet rund um Black Friday und das Weihnachtsgeschäft, eine der intensivsten Zeiten des Jahres. Vermissen wird er den Kosovo definitiv. Der Einsatz sei für ihn eine wertvolle Erfahrung gewesen, die er weiterempfehlen kann. Denn kaum eine andere Funktion innerhalb des Kontingents ist so unmittelbar mit positiven Emotionen verbunden: Ein Name wird aufgerufen, ein Päckli wechselt den Besitzer und manchmal reichen bereits ein paar Snacks oder eine handgeschriebene Postkarte, um die Distanz zur Schweiz für einen Moment etwas kleiner werden zu lassen.

Aus der Schweiz wird die Feldpost mittels Versorgungsflug in den Einsatzraum transportiert.