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MitteilungVeröffentlicht am 31. August 2026

Ein Einsatz, der weit über den Moment hinaus wirkt

Das SWISSCOY-Kontingent beteiligt sich auch an der Multinatio­nalen Militärpolizei. Zwischen Routine und möglicher Ausnahme­situation sorgt diese in Kosovo täglich dafür, dass innerhalb der KFOR-Mission Sicherheit, Ordnung und Disziplin gewahrt bleiben.

Hauptfeldweibel Timo leistet seinen friedensfördernden Einsatz als Militärpolizist bei der Multinationalen Militärpolizei der KFOR. Zu seinen Aufgaben zählen auch Verkehrskontrollen von KFOR-Angehörigen. Im Bild sind Timo und ein SWISSCOY-Angehöriger der Transportkompanie zu sehen.

Text und Fotos Micha Brändli, Kommunikation SWISSINT

Bei der Multinationalen Militärpolizei (MNMP) gehören Patrouillenfahr­ten, Verkehrskontrollen, Konvoi-Begleitungen oder Security Screening in militärischer Infrastruktur ebenso zum Alltag wie die Bereitschaft, jeder­zeit auf unerwartete Ereignisse zu reagieren. Denn dort, wo internationale Truppen im Einsatz stehen und die strafrechtliche Zuständigkeit bei den truppenstellenden Nationen und nicht beim kosovarischen Staat liegt, braucht es eine Instanz, die Verantwortung übernimmt – präventiv, kon­sequent und unparteiisch.

Mittendrin steht Hauptfeldweibel Timo, der in der Miliz die Funktion Mili­tärpolizist innehat und im SWISSCOY-Kontingent 54 einen Einsatz in der MNMP leistet. Für ihn ist der Einsatz weit mehr als ein Auftrag: Es ist eine intensive Schule der polizeilichen Praxis und eine persönliche Heraus­forderung zugleich. «Ein ruhiger Tag ist ein guter Tag», sagt Timo. Was unscheinbar klingt, beschreibt den Kern seiner Aufgabe: Sicherheit so zu gewährleisten, dass es gar nicht erst zu Zwischenfällen kommt und alle Angehörigen der Mission ihren Auftrag sicher erfüllen können.

Breit gefächertes Aufgabenspektrum

Sein Alltag ist geprägt von Vielfalt und Tempo. Mal ist er Teil einer Fusspatrouille in den verschiedenen KFOR-Camps, dann wieder bei Fahrzeug-und Personenkontrollen im Einsatzraum. Er begleitet militärische Kon­vois durch Kosovo, arbeitet bei Sicherheitschecks am Militärflughafen eng mit internationalen Hundestaffeln zusammen oder rückt mit dem soge­nannten Quick Reaction Element zu Unfällen aus. Parallel dazu zählen auch die Aufnahme, Dokumentation und Rapportierung von Ereignissen zu seinen Aufgaben – klassische Polizeiarbeit, eingebettet in ein militärisches Umfeld mit besonderen Rahmenbedingungen und internationa­lem Kontext.

Gerade diese Kombination macht für Timo den besonderen Reiz aus. «Hier werden alle Aspekte des Berufs zusammengeführt», erklärt er. Die kleinen, agilen Teams ermöglichen ein flexibles Arbeiten, während gleichzeitig ein breites Fachwissen zusammenkommt. In der MNMP stehen Angehörige des Berufskorps der Schweizer Militärpolizei und deren Milizverbände sowie zivile Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Unterschiedliche Hin­tergründe, Ausbildungen und Erfahrungen treffen aufeinander und wer­den zur Stärke. Die Schweiz geniesst dabei einen ausgezeichneten Ruf: gut ausgerüstet, präzise, zuverlässig und in der Zusammenarbeit auf Augen­höhe mit internationalen Partnern.

Internationale Zusammenarbeit als Bereicherung

Besonders interessant ist für Timo die internationale Zusammenarbeit. Gemeinsam mit Kameradinnen und Kameraden aus Italien, Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, der Slowakei oder Lettland ist er täglich in gemischten Teams unterwegs. Englisch ist die gemeinsame Sprachbasis, doch im direkten Kontakt, etwa bei Kontrollen auf der Strasse, stösst auch diese an Grenzen. «Wie erklärt man das Wort Fahrzeugausweis, wenn es das Gegenüber nicht versteht?», sagt Timo und lacht. Es sind genau diese unerwarteten Situationen, an denen er wächst – sprachlich, fachlich und menschlich – und die seinen Horizont nachhaltig erweitern und ihn persönlich weiterbringen.

Neben der klassischen Polizeiarbeit spielt auch die Prävention eine zentrale Rolle. Die MNMP sucht bewusst die Nähe zur Truppe, kontrolliert regelmässig Infrastruktur und begleitet Transporte, die täglich auf weiten Strecken unter teils schwierigen Strassenbedingungen erfolgen. Die Sicherheit der Kameradinnen und Kameraden steht für Timo stets im Mittelpunkt. «Wir wollen, dass alle sicher unterwegs sind und gesund zurückkehren», betont er und unterstreicht damit die Verantwortung, die jede einzelne Patrouille trägt und die tägliche Arbeit prägt und bestimmt.

Mehrwert auf persönlicher und militärischer Ebene

Der Einsatz verlangt Flexibilität, denn die MNMP bewegt sich ständig zwischen regulärem Polizeibetrieb und möglichen aussergewöhnlichen Lagen. Genau dieser Wechsel schärft das Verständnis für komplexe Situationen und stärkt die Fähigkeit schnell und richtig zu reagieren. Gleichzeitig bietet der Einsatz für Milizangehörige wie Timo auch eine Perspektive über die friedensfördernde Mission der Schweizer Armee hinaus – etwa als Sprungbrett in eine zivile Polizeikarriere und zur persönlichen Weiterentwicklung.

Für ihn persönlich bleibt vor allem eines: die Vielzahl an Erfahrungen wie neue Perspektiven auf Polizeiarbeit, internationale Zusammenarbeit über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg und ein vertieftes Verständnis für Sicherheit im Einsatzraum. Erfahrungen, die er zurück in die Schweiz trägt – in die Armee, in die Miliz und in seinen Beruf – und die ihn nachhaltig prägen.

Die Angehörigen der Multinationalen Militärpolizei sind nicht nur draussen unterwegs, sondern haben auch Schreibtischarbeiten zu erledigen wie Rapportierung und Dokumentation von Ereignissen, Unfällen, Schäden und anderen Vorfällen.