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Unser Job bei Cuminaivel

Was machen wir hier eigentlich? Wohl jeder Angehörige der Armee hat sich diese Frage im Laufe seiner Militärkarriere schon einmal gestellt. So auch wir von der Truppenzeitung Cuminaivel. Ein Erklärungsversuch soll die Antwort liefern etwas Licht in die tägliche Arbeit unseres Teams bringen.

28.01.2018 | ac

Cuminaivel_Badge

 

 

Mit Kugelschreiber und Notizblock bewaffnet stand ich vor dem tief verschneiten Wachtposten und versuchte, den Soldaten vor mir innerhalb kürzester Zeit mit möglichst vielen Fragen zu löchern. Willig standst Du mir zwar Rede und Antwort, aber in deinem Blick glaubte ich immer mehr Fragezeichen zu erkennen. Als ich mich schon verabschiedet hatte, konntest Du es dir dann doch nicht mehr verkneifen. Mit etwas vorwurfsvollem Ton fragtest Du mich: «Ist das eigentlich alles, was Du den ganzen Tag so machst?» Damit hattest Du mich auf dem falschen Fuss erwischt, eine nützliche Antwort hatte ich auf die Schnelle nicht parat. Nun möchte ich diese nachliefern.

 

Für den Arbeitsbeginn gibt es bei uns keine fixen Zeiten. Wenn es eine Reportage verlangt, verschiebt sich die Tagwacht auch mal um ein paar Stunden nach vorn. So fuhren der Videomann und der Layouter aus unserer Redaktion für einen Filmbeitrag heute bereits mitten in der Nacht los, um der Feldpost bei ihrer Frühschicht über die Schultern zu schauen.

Dank der Redaktionssitzung vom Vorabend wissen bei uns eigentlich alle, wie ihr Auftrag für den Tag aussieht. Ich habe das Glück, dass mich meine Funktion als Cuminaivel-Reporter in die verschiedensten Ecken des Bündnerlands führt – so auch zu dir nach… ah Moment! Während des Einsatzes rund um das WEF darf ich zwar über die Arbeit der Truppen berichten, aber gewisse Infos wie z.B. die Orte, wo diese sich befinden, müssen geheim bleiben. Macht ja auch Sinn.

 

Meist bin ich zusammen mit einem Fotografen unterwegs. An einem Tag arbeiten wir in der Regel an mehreren Beiträgen, sprechen mit den unterschiedlichsten Akteuren und wollen ihnen wann immer möglich ein paar interessante Anekdoten entlocken, die für Dich, unseren Leser, spannend sein könnten. Ich glaube, es ist nicht übertrieben wenn ich sage, dass wir alle Profis sind in dem, was wir machen. Rund um mich herum sitzen Leute, die im zivilen Leben in grossen Nachrichten- und Medienhäusern arbeiten, täglich aufwändigste Videos produzieren oder beeindruckende Bilder zu ungewöhnlichen Geschichten liefern. Die Arbeit für Cuminaivel unterscheidet sich in einigen Punkten aber dennoch von unserem alltäglichen Job daheim. So bin ich beispielsweise froh, normalerweise für ein Interview nicht mit SpliSchu, GTE und Waffe ausrücken zu müssen.

 

Wenn ich gegen Abend wieder in die Redaktion zurückkehre, herrscht hier meist emsiger Betrieb. Die Texte der Reporter werden nicht nur korrigiert und in den Newsletter gepackt, sondern von unseren Sprachexperten auch noch auf Italienisch und Französisch übersetzt. Neu in diesem Jahr haben wir auch noch einen hervorragenden Comic-Zeichner für unser Team gewinnen können, der den Truppen die Zeit im Einsatz ein wenig erheitern soll. Insgesamt veröffentlichen wir so auf unserer Seite bis zu 25 Artikel am Tag mit entsprechendem Bild- und Videomaterial – stets mit dem Ziel, über den Einsatz rund um den Grossanlass zu informieren und den Beteiligten so auch einen Blick darauf zu ermöglichen, was ihr in euren verschiedensten Positionen alle hier so macht.

 

Geschätzter Wachtsoldat, ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Zeilen zeigen, was ich und mein ganzes Team von Cuminaivel den ganzen Tag so machen. Wenn mich das nächste Mal jemand spontan nach meinem Job hier am WEF fragt, weiss ich nun eine Antwort: Wir machen das, was wir aus unseren zivilen Berufen am besten können. Und das tun wir mit viel Herzblut für Dich.