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Luftwaffen ABC Teil 4

In unserem viertel Teil des Luftwaffen ABCs klären wir auf, was Wing Rocking ist und warum der internationale Code für den Flughafen Zürich, ZRH, in der Schweiz nicht verwendet wird. Viel Spass beim Lesen.

25.01.2018 | ct

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TACTICAL CALLSIGN

Jedes militärische, aber auch zivile Luftfahrzeug darf den eingeschränkten Luftraum im Raum Davos nur mit einem Tactical Callsign einfliegen. Per Funk und mit dem vom PPR zugewiesenen Transponder-Code müssen die Piloten deren Authentifizierungs-Missionsnummer angeben und erhalten dann vom Tactical Fighter Controller (TFC) das Tactical Callsign. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt der Funkverkehr ausschliesslich noch über dieses Callsign – nicht wie üblich über eine zivile oder militärische Immatrikulations-Nummer, wie beispielsweise HB-ABC.

 

US-VERBINDUNGSMANN

Anlässlich des Besuchs der hochrangigen US-Delegation ist mindestens ein Vertreter der US-Sicherheitskräfte im Air Operation Center (AOC) in Dübendorf anwesend. Dieser Verbindungsmann koordiniert besondere Anliegen der US-Vertreter, insbesondere diejenigen des Präsidenten, überwacht als eines von vielen Elementen den Transport nach Davos und steht ständig in Kontakt mit den engsten Sicherheitsleuten des US-Präsidenten. Zugleich ist der praktisch autonom operierende US-Vertreter Verbindungsoffizier zu den Vertretern der Schweizer Luftwaffe im AOC.

 

VIP

Für die Schweizer Luftwaffe zählen ausschliesslich völkerrechtlich geschützte Personen zum Kreise der Very Important Persons VIP. Für jede dieser Personen legen die zivilen Behörden eine individuelle Gefährdungseinschätzung fest, welche Die Einsatztaktik bestimmt. Nur solche völkerrechtlich geschützten VIP können mit Super Puma der Schweizer Luftwaffe nach Davos geflogen werden.

 

WING ROCKING

Reagiert ein eindringendes fremdes Flugzeug nicht auf den Funkaufruf über die Notfrequenz 121.5 MHz, wird dieses mittels Flügelschwenken – Wing Rocking genannt – aufgefordert, dem Flugzeug der Schweizer Luftwaffe zu folgen. Dieses Manöver entspricht der internationalen Zeichengebung bei militärischen Abfangmanövern. Wird Wing Rocking keine Folge geleistet, geben die Piloten der Schweizer Luftwaffe Flare-Warnschüsse ab.

 

X

Für die Tiefflugrouten über Pässe bzw. in Tälern ist insbesondere für die Helikopterpiloten der Plafond – die tiefste Wolkenschicht von mindestens 5/8 (Overcast, bedeckter Himmel) über Grund bzw. der Bezugshöhe in Abhängigkeit der meteorologischen Sicht von entscheidender Bedeutung. Diese Angaben erfolgen mit den Kürzeln O für offen, D für schwierig, M für kritisch und X für geschlossen. Steht also ein X kann unter 2000 Fuss über Grund nicht in ein Tal eingeflogen oder ein Pass überflogen werden. Dann müssen selbst VIPs unter Umständen terrestrisch mit Polizeischutz nach Davos gelangen.

 

ZRH

Der internationale IATA-Code für den Flughafen Zürich heisst ZRH. Innerhalb der Schweiz wird jedoch mit dem ICAO-Code LSZH operiert. Dieser Code findet sich auf sämtlichen Wetterdaten-Dokumenten für Piloten. In ZRH oder eben LSZH landen und starten die völkerrechtlich geschützten Personen, welche von hier aus per Super Pumas der Schweizer Luftwaffe zum Kongressstandort nach Davos geflogen werden. Einzige Ausnahme: US-Präsident Donald Trump. Dieser reist unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in seinem eigenen Helikopter, begleitet von Schweizer Super Pumas, nach Graubünden.