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Medienmagnet Diensthund

Hunde ziehen die Menschen magisch an. Am WEF sind Hunde im Einsatz, um Sprengstoffe, Munition und Pyrotechnik aufzuspüren. Medienleute werden noch magischer angezogen, denn sie wittern eine coole Story und hoffen auf gutes Foto- und Videomaterial.

25.01.2018 | pd

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Kamera läuft. (mwa)

 

Vor dem Einsatz

Hansjörg Sax steigt aus dem Auto aus, macht die Kofferraumklappe seines Fahrzeugs auf, damit Atos, so heisst der sechsjährige, als Schutz- und Sprengstoffspürhund ausgebildete belgische Schäferhund, auch gleich alle Anwesenden im Blick hat. Atos ist schon bereit und wartet auf seinen Einsatz. Sax zieht sich noch seine Weste an, macht die Hundeleine bereit und beantwortet sogleich die ersten Fragen des etwas früher eingetroffenen Journalisten der Südostschweiz. Vertreter des Verbundes öffentlicher TV wurden aufgrund des Verkehrs in Davos etwas aufgehalten, deshalb nutzt der Journalist jede Minute, die er noch alleine mit dem 43-jährigen Diensthundechef ist. «Wie heisst der Hund?» ist sogleich die zweite Frage, nachdem der Journalist nach dem Namen des Hundeführers und dessen Rang fragte. Man spürt das Interesse am Hund förmlich. Sax beantwortet alle Fragen cool und gelassen, genauso wie er auch während einer Durchsuchung ist. «Der Puls schlägt vielleicht ein wenig höher, wenn man eine positive Anzeige hat», meint Sax.

Für Atos ist das alles ein Spiel.

 

Planung der Foto- und Videoaufnahmen

Nach der Ankunft des TV-Teams wird sogleich gemeinsam mit dem Dispochef des Hotels besprochen, welche Räumlichkeiten für die gestellte Showdurchsuchung zur Verfügung stehen. Schnell einigt man sich auf Foto- und Videoaufnahmen in der Tiefgarage, im Hotelsaal und im Gang der zu den Hotelzimmern führt. Auch das TV-Team löchert Hansjörg Sax mit Fragen zu Atos und zur Organisation der Schutz-und Spürhunde Einsätze. Wie viele Hunde am WEF im Einsatz sind wurde gefragt, worauf Sax mit einem Lächeln antwortet: «Das dürfen wir eben nicht sagen». Sax jedoch kann bestätigen, dass insgesamt 22 Schutz- und Spürhunde für die Kapo Graubünden «arbeiten».

 

Atos geht an die Arbeit

In der Tiefgarage stehen diverse grosse Verpackungskisten, Palmen die später zur Dekoration eingesetzt werden und andere Gegenstände herum. Atos Ohren und Hinterbeine zittern leicht. Das sei ein Zeichen dafür, dass der Hund arbeiten will, merkt Sax an und lässt den Hund ohne Leine die Umgebung absuchen. Atos ist so schnell, dass der Kamera- und Tonmann kaum hinterherrennen können, trotzdem meint der Kameramann: «Geniale Aufnahmen, super!»

 

Wir wechseln die Etage. Sax lässt den Hund im Hotelsaal laufen, wieder Kamera- und Tonmann hinterher. Atos schnüffelt alles sehr energisch ab. «Manchmal ist er etwas zu ungestüm. Das hat sich mit den Jahren zwar etwas abgeschwächt, ist aber immer noch präsent. Vor allem wenn viel zerbrechliches Material in der Nähe ist, muss ich ihn schon mal etwas zurückhalten», sagt Sax. «Ansonsten ist Atos ein Familienmitglied, fast wie ein Kind.» Im Saal wimmelt es nur so von Leuten, man kommt sich vor wie in einem Bienenhaus: In einer Ecke werden Tische aufgestellt, einige tragen Material in den Saal, andere raus, Tischler verschrauben Holzbalken zu einem Rahmen, doch Atos stört das alles nicht. Er schnüffelt jede Ecke ab und befolgt jeden Befehl von seinem Chef. Der Journalist verabschiedet sich auf einmal hastig und überlässt das Feld dem TV Team, welches die Kamera für das Interview aufgestellt hat. Hansjörg Sax beantwortet routiniert die Fragen, am Boden zwischen den Füssen liegt Atos und wartet geduldig.

 

Bestätigung am Schluss der Suche

Den Abschluss für die Dreharbeiten mit Atos bildet die Durchsuchung des Ganges, der zu den Hotelzimmern führt. «Für Atos ist das alles wie ein Spiel, ich belohne ihn, indem ich mit ihm spiele oder spazieren gehe», gibt sich Sax zufrieden. Atos hat seine Arbeit mit Bravour gemeistert. Um ihm eine Bestätigung zu geben, versteckt Sax sein Lieblingsspielzeug in Form eines weissen Lappens. Bis sie beim Auto ankommen, lässt Atos sein gefundenes Spielzeug nicht mehr los. Dies sehr zur Freude des TV Teams.